Die Peter Holzrichter GmbH feiert in diesem Jahr ihren 200. Geburtstag. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 134 Mitarbeiter.

Die Peter Holzrichter GmbH feiert in diesem Jahr ihren 200. Geburtstag. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 134 Mitarbeiter.
Rainer Schmitt fing als Lehrling bei Holzrichter an – heute ist er Teil der Geschäftsführung.

Rainer Schmitt fing als Lehrling bei Holzrichter an – heute ist er Teil der Geschäftsführung.

Die historische Ansicht zeigt den Blick von der Bahnlinie auf das Firmengelände.

Günter Lintl, Bild 1 von 2

Rainer Schmitt fing als Lehrling bei Holzrichter an – heute ist er Teil der Geschäftsführung.

Wuppertal. Die Zeiten, in denen Johann Peter Holzrichter das nach ihm benannte Unternehmen gegründet hatte, liegen lange zurück - sie waren schwer und zerrten mitunter auch an der eigenen Existenz. Die Hungersnot im Bergischen Land lag erst ein Jahr zurück, als der damals 29jährige Holzrichter am 1. Juli 1817 seinen Mut zusammennahm und in der damaligen Allee (jetzt Friedrich-Engels-Allee) in Barmen ein kleines Unternehmen gründete.

Trotz Stahl- und Finanzkrise gibt es das Unternehmen auch zwei Jahrhunderte später noch, in diesem Sommer feiert die Peter Holzrichter GmbH ihren 200. Geburtstag. Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen 134 Mitarbeiter, die außer Stahl auch ein umfangreiches Sortiment an Edelstahl und Aluminium vertreiben. Neben Wuppertal unterhält die Firma auch noch einen Lagerstandort in Schwerte.

Als gelernter Schmied stand für Johann Peter Holzrichter zunächst das Geschäft mit Eisenwaren, Ofenrohren, Hufbeschlag und Eisen für den Wagenbau im Mittelpunkt. Allerdings erkannte er schon bald, dass sich der Handel mit Metall eher lohnt als das kräfteraubenden Schmiedehandwerk. Recht schnell konnte das Unternehmen so auch über die Region hinaus bekannt werden. Anfang des 20. Jahrhunderts folgte ein weiterer wichtiger Schritt. Peter Fritz Holzrichter, Sohn des Firmengründers, verlegte wegen der technischen und wirtschaftlichen Entwicklung das Lager und die Büros an den Bahnhof Loh - dorthin, wo das Unternehmen auch heute noch seinen Sitz hat.

Im Jahr 1908 wurde die wirtschaftliche Verbindung zu dem ebenfalls auf Stahlhandel spezialisierten Unternehmen Carl Spaeter aus Duisburg geknüpft. 1989 wurde Holzrichter eine von 16 rechtlich selbstständigen Schwesterfirmen unter dem Dach der Carl Spaeter GmbH. Durch die Eingliederung in die Gruppe profitiert das Unternehmen vom Sammeleinkauf, zudem ergänzen sich die Lieferprogramme der Schwesterfirmen.

Die meisten Kunden sitzen in Deutschland

Neben dem Handel an den beiden Standorten in Wuppertal und Schwerte verfügt das Unternehmen im Servicebereich über Sägestraßen, Längs- und Querteilanlagen sowie Maschinen zum Schleifen und Folienbeschichten von Flachprodukten. An den beiden Standorten gibt es überdachte Lagerflächen mit einer Größe von jeweils etwa 15 000 Quadratmetern. Rund 55 Mitarbeitern sind in den Lagern im Einsatz. Angaben zu Umsatz und Gewinn macht Holzrichter nicht. Etwa 6500 Kunden hat das Unternehmen derzeit, die Exportquote liegt bei 15 Prozent. „Die meisten Kunden sitzen in Deutschland“, betont Geschäftsführer Rainer Schmitt, der seit Januar 2016 die Geschäfte verantwortet.

Zuvor war er Prokurist und Verkaufsleiter in dem Familienunternehmen. Die Erfahrung kommt ihm auch in der Leitungsposition zugute: Er habe schnell gemerkt, dass „im Stahlhandel der Spruch gilt: Nichts ist beständiger als der Wandel.“

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