Gemeindeglieder fühlen sich schlecht informiert und eingebunden.

Wupperfeld
Das Aus für zwei Kirchen der Gemeinde Gemarke-Wupperfeld stößt auf viel Kritik

Das Aus für zwei Kirchen der Gemeinde Gemarke-Wupperfeld stößt auf viel Kritik

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Fischer, A. (f22), Bild 1 von 2

Das Aus für zwei Kirchen der Gemeinde Gemarke-Wupperfeld stößt auf viel Kritik

Wupperfeld. Die Gemarker Kirche wird Zentrum der evangelischen Gemeinde Gemarke-Wupperfeld. Dafür ist das Aus der Alten Kirche Wupperfeld und der Hatzfelder Kirche besiegelt, der Heidter Kirche droht ebenfalls die Schließung. Bereits vor einigen Wochen berichtete die WZ von den Plänen, am Sonntag wurden diese auch offiziell in der Gemeindeversammlung verkündet. Die Wogen schlagen immer noch hoch, auch am Mittwoch wurde am WZ-Mobil heftig diskutiert.

„Die Transparenz fehlt einfach“, sagt Udo Börger. Die Mitglieder seien überhaupt nicht eingebunden gewesen, so Börger, der sich auch über den Verlauf der Gemeindeversammlung ärgert. Kritische Stimmen seien kaum zugelassen worden.

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Beate Wentzeck kann es nicht nachvollziehen, warum nur die teuerste, die Gemeinde Gemarke, bestehen bleibt. „Hier ist das Gemeindeleben. Was macht denn eine Gemeine aus? Politik oder Glieder?“ Simone Stockmann ist erzürnt. „Keiner hat mit uns vorher gesprochen und es war abzusehen, dass eine Kirche geschlossen werden muss.“ Wentzeck ergänzt: „Wenn man das Thema angesprochen hat, wurde es sofort unter den Teppich gekehrt.“

Dieser Meinung ist auch Hans-Heinrich Meine. „Die Fusion hat nicht geklappt. Jeder macht was für sich.“ Die Gemeindeglieder werden aber nicht eingebunden.

Ein Argument für den Erhalt der Gemarker Kirche ist unter anderem deren historische Bedeutung als Ort der Bekenntnissynode. „Sollen sie doch aus der Kirche Gemarke ein Museum machen“, zeigt Heidi Wefers dafür wenig Verständnis.

Dagmar Lenz, stellvertretende Vorsitzende des Presbyteriums, verteidigt die Entscheidung, nicht vor der Versammlung mit Informationen an die Öffentlichkeit gegangen zu sein. „Das hätte Diskussionen ohne Ende gegeben.“ Nach der Entscheidung des Presbyteriums sei der vergangene Sonntag auch der frühstmögliche Zeitpunkt gewesen.

Einen Zeitpunkt, wann die Kirchen denn geschlossen werden, kann Lenz noch nicht nennen. Auch über eine mögliche Folgenutzung habe man sich noch keine Gedanken gemacht. Dafür sei die Entscheidung auch noch zu frisch.

Vor fünf Jahren hatten die Gemeinden Gemarke, Hatzfeld, Heidt und Wupperfeld fusioniert. Gut sei es damals keiner der Gemeinden gegangen. Vier Arme zusammen mache es nicht besser, sagt Harald Niemietz, Pfarrer für den Bereich Wupperfeld. Er kritisiert aber auch die Politik der Landeskirche. Früher hätten Gemeinden Rücklagen gebildet, um für Unterhalt und Sanierung der Kirchengebäude zu sorgen. Dann sei aber die sogenannte Substanzerhaltungspauschale eingeführt worden, die deutlich höher liege.

Emma Wiegand, Chorvorstand der Bergischen Kantorei, weist auf die vielen Konzerte hin, die in der Alten Kirche stattgefunden haben. „Das waren keine 08/15-Veranstaltungen.“ Man sollte sich schnell Gedanken machen, wie eine Folgenutzung aussehen könnte. „Ein Ökumenisches Begegnungszentrum wäre ein Idee, die wir verfolgen“, sagt Wiegand. Dazu wäre aber auch ein Trägerverein notwendig.

Gabi Sohl, Silke Lämmer und Ute Ley aus der Gemeinde Hatzfeld sind bestürzt: „Uns trifft die Schließung am härtesten.“ Sie seien die kleinste und äußerste Gemeinde. Weite Wege müssen angetreten werden, um die Gottesdienste der Lutherkirche Heidt zu besuchen. „Dazu kommt noch, dass die WSW-Lininkürzungen für Hatzfeld angekündigt haben. Wie sollen dann alte Menschen aus Hatzfeld rauskommen“, fragt Ley. Auch für die 18-jährige Maike Lohrey sind die Angebote der Gemeinde die einzigen Anlaufpunkte auf Hatzfeld. Sie engagiert sich mit 30 anderen ehrenamtlichen Jugendlichen in ihrer Gemeinde, die Resonanz sei großartig. „Zu unseren Jugendgottesdiensten kommen 150 bis 200 Gäste“, sagt Carsten Mathea (26).

Andreas Buchholz kommt aus einer Gemeinde in Elberfeld. „Ich finde es immer traurig, wenn Kirchen geschlossen werden. Reiche Industrielle sollen was spenden, damit die Kirchen erhalten werden. So war es doch früher auch.“

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