Senioren und Kinder haben an der Tesche Stühle zu Kunstobjekten umfunktioniert.

Projekt
Die kleinen und großen Künstler präsentieren ihre veränderten Sitzgelegenheiten.

Die kleinen und großen Künstler präsentieren ihre veränderten Sitzgelegenheiten.

Andreas Fischer

Die kleinen und großen Künstler präsentieren ihre veränderten Sitzgelegenheiten.

Vohwinkel. Stühle begleiten uns ein Leben lang und manches Sitzmöbel könnte wahrscheinlich spannende Episoden berichten. Die Diakonie hat diese Idee bei ihrer Seniorenarbeit an der Tesche mit einem Kunstprojekt aufgegriffen. Unter dem Motto „Mein Stuhl, meine Geschichte“ wurden die Sitzgelegenheiten fantasievoll gestaltet und gaben Einblick in die Biografien der Beteiligten.

Stühle wurden mit Farbe, Bildern und Stoffen verziert

Mitgemacht haben nicht nur ältere Menschen, sondern auch Kinder. „Die Mischung aus Alt und Jung war spannend“, sagt Mitinitiatorin Barbara Beinlich von der Diakonie. Viele ältere Menschen haben im Alltag kaum noch Kontakt zu Kindern und auch umgekehrt fehlten oftmals die Berührungspunkte. „Natürlich gab es am Anfang Befangenheit, aber die war schnell verschwunden“, sagt Museumspädagogin Karolina Bürger. Sie hat das Projekt in der Evangelischen Tagespflege am Sonnengarten betreut und ist begeistert vom Feuereifer, mit dem sich Senioren und Kinder gemeinsam ans Werk machten.

Die Stühle wurden bemalt, mit Bildern beklebt oder durch persönliche Gegenstände verziert. Gerhard Rosemann hat beispielsweise seinen Gesellenbrief als Bauzeichner an den Stuhlbeinen angebracht. Auf Sitzfläche und Lehne finden sich Fotos, etwa von seiner Einschulung. „Das ist natürlich schon ein paar Tage her“, sagt der 65-Jährige schmunzelnd.

Seit 24 Jahren ist Rosemann auf den Rollstuhl angewiesen, was ihn nicht an einer aktiven und positiven Lebenseinstellung hindert. Ein Bild zeigt ihn bei seiner großen Leidenschaft, dem Rollstuhltanz. Auch Petra Hoppe beweist, dass man im Alter noch jede Menge Spaß haben kann. Ihr großes Hobby ist die Musik, was sich bei ihrem Stuhl mit zahlreichen CDs, einer Blockflöte und gemalten Noten widerspiegelt. Fehlen darf auch nicht ihr selbst gestrickter Fan-Schal: Petra Hoppe ist Anhängerin des FC Bayern München.

Spannend sind auch die kreativen Ergebnisse der kleinen Künstler. Die zehnjährige Seda hat eine praktische Büchertasche an ihrem Stuhl befestigt. Bei der neunjährigen Michelle wurden ihre Meerschweinlieblinge Moni und Mausi in Pappe auf der Sitzfläche verewigt. „Es ist wirklich toll, was sich die Kinder alles einfallen lassen haben“, sagt Lehrerin Gisela Stiehl von der Grundschule Nathrather Straße. Mitgemacht hat auch die Jugendeinrichtung Treffpunkt Tesche. „Hier sind viele Freundschaften entstanden“, sagt Eric Stöcker von der Diakonie.

Die Kunststühle werden noch bis zum 2. Mai in der Evangelischen Tagespflege am Sonnengarten, Nathrather Straße 144 ausgestellt. Darüber hinaus sind ein Teil der Objekte ebenfalls bis 2. Mai in der Zentrale der Diakonie Wuppertal, Deweerthstraße, 117 zu sehen. Anschließend wandert die Ausstellung in die Grundschule Nathrather Straße.

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