In Eckehard und Tine Lowischs haben aus den Bahn-Räumen einen angesagten Kulturort gemacht.

Eckehard und Tine Lowischs lieben den morbiden Charme ihrer Ausstellungsräume.
Eckehard und Tine Lowischs lieben den morbiden Charme ihrer Ausstellungsräume.

Eckehard und Tine Lowischs lieben den morbiden Charme ihrer Ausstellungsräume.

Stefan Fries

Eckehard und Tine Lowischs lieben den morbiden Charme ihrer Ausstellungsräume.

Vohwinkel. Hochkarätiger Saisonstart in der Vohwinkeler Kunststation: Auch in diesem Jahr werden die Räume im Bahnhof des Stadtteils zu einem wichtigen Ort des kulturellen Austauschs – weit über die Grenzen des Wuppertaler Westens hinaus. Dafür sorgen gleich mehrere Ausstellungen mit renommierten Künstlern.

Den Anfang macht ab dem 10. Juni Peter Klassen mit „Dawn Chorus, the world’ s first operetta of music paintings“. Dafür laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren. Das Konzept der Kunststation als nicht kommerzieller Ort für gegenwärtige künstlerische Positionen soll mit den kommenden Veranstaltungen weiter ausgebaut werden.

„Wir überlegen genau, wen wir einladen“

Für das Kuratorenteam Eckehard und Tine Lowisch ist dabei die hohe künstlerische Qualität eine Herzensangelegenheit. „Wir machen uns dazu viele Gedanken und überlegen genau, wen wir einladen“, sagt Tine Lowisch. Sie und ihr Mann möchten gerade Künstler unterstützen, die ihre kreative Arbeit gegen alle Widerstände und Rückschläge fortgesetzt haben. Beide sind mit der regionalen und überregionalen Kunstszene vernetzt.

Eckehard Lowisch ist selbst seit vielen Jahren Bildhauer und hat unter anderem die Skulpturen in den Nischen auf dem Bahnhofsvorplatz gestaltet. „Mit Peter Klassen konnten wir einen Künstler gewinnen, der bereits seit Jahrzehnten die inhaltliche Ausrichtung der Ausstellungsreihe ‚Kunst in der Sparkasse’ verantwortet“, erklärt Lowisch. Jetzt sei es Zeit für eine Einzelausstellung. Dabei handelt es sich um ein Malereiprojekt, bei dem die Offsetdruckplatten aus dem Katalog „Hans Reichel feat. Maurycy“ als Malgründe dienen. „Dabei entsteht eine Collage aus Malerei, Video und Klang, die die gesamte Ausstellungsfläche in ein Erinnerungsfeld seiner künstlerischen Idee des intermedialen Arbeitens auffächert“, erläutert Eckehard Lowisch.

Am 2. September folgt dann zur Kulturtrasse 2017 ein nicht weniger ambitioniertes Ausstellungsprojekt. „Der Detroit Faktor“ findet mit Beteiligung von zehn Künstlerkollegen statt. „Diese Ausstellung soll das ‘5Nischenprojekt’ der Skulpturengruppe auf dem Bahnhofsvorplatz als Beispiel einer suburbanen Intervention in den Stadtraum reflektieren“, erklärt Tine Lowisch. Mitgestalten werden die Ausstellung Oliver Gather, Heinrich Weid, Andreas M. Wiese, Michael Baudenbacher, das Künstlerkollektiv RaumZeitPiraten und die Literaten Michael Zeller, Andreas Steffens und Max Christian Graeff. Dass es bis zur ersten Ausstellung des Jahres etwas gedauert hat, zeugt für das Kuratorenteam nicht von mangelnder Aktivität. „Einen Kunstort in Vohwinkel innerhalb von nur drei Jahren zu einer festen Größe in der Kulturszene der gesamten Stadt werden zu lassen, hat nicht nur mit der Durchführungen von Ausstellungen zu tun“, sagt Tine Lowisch. Es gebe etwa regelmäßig Treffen mit anderen Kollegen.

Peter Klassen: Dawn Chorus the world’s 1st operetta of music paintings. Eröffnung am 10. Juni um 19 Uhr. Zur Eröffnung spricht Klaus Untiet. Geöffnet: Samstag und Sonntag 14-17 Uhr. Feiertags geschlossen.

 Für den 11. Juni in der Zeit von 14 bis 17 Uhr sucht die Kunststation personelle Unterstützung für die Ausstellung, um die Öffnungszeiten zu garantieren. Das Kuratorenteam ist während dieser Zeit beim Rhine Art Prize 2017.

In den Räumen der Kunststation befanden sich in alten Zeiten erst die Gepäckaufbewahrung des Bahnhofs und später ein Fotostudio. Zwei Jahre lang stand der Ort leer, wurde aber teilweise schon für Kunstobjekte genutzt. Eckehard Lowisch fasziniert der morbide Charme der Räume. „Die Atmosphäre hier ist einfach einzigartig und sehr inspirieren“, betont er. Die Kunststation ergänzt sich zudem ideal mit den Aktivitäten des angrenzenden Bürgerbahnhofs. Dessen Team hatte sich auch an der Herrichtung der Räume beteiligt. Die Ausstellungen ziehen Besucher aus ganz Wuppertal, aber auch aus Rheinland und Ruhrgebiet an. Neben den Veranstaltungen läuft auch die künstlerische Arbeit von Eckehard Lowisch weiter. Das bedeutet für ihn auch einen wirtschaftlichen Aspekt. „Je mehr Skulpturen ich verkaufe, desto mehr Ausstellungen können wir durchführen. Denn auch, wenn einige denken, die Kunststation sei eine Galerie und wir würden ein Einkommen daraus erzielen, stimmt das nicht.“

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