Wie das Gelände am Bremkamp in Zukunft genutzt werden kann, muss aber noch geprüft werden.

Wie das Gelände am Bremkamp in Zukunft genutzt werden kann, muss aber noch geprüft werden.
Die Evangelische Gemeinde muss sich von der Kirche und dem Gemeindezentrum am Bremkamp trennen. Archiv

Die Evangelische Gemeinde muss sich von der Kirche und dem Gemeindezentrum am Bremkamp trennen. Archiv

Otto Krschak

Die Evangelische Gemeinde muss sich von der Kirche und dem Gemeindezentrum am Bremkamp trennen. Archiv

Vohwinkel. Die Kirchenglocken läuten schon seit drei Monaten nicht mehr. Nach dem letzten Gottesdienst im Evangelischen Gemeindezentrum Bremkamp ist es still um das Gebäude geworden. Zuletzt wurden die Räume noch vereinzelt für private Veranstaltungen vermietet, doch auch damit ist seit Ende September Schluss. Jetzt steht das Gemeindezentrum endgültig leer. Die Entscheidung hat finanzielle Gründe. In der angrenzenden Kirche gingen bereits 2009 die Lichter aus. Das gesamte Gelände soll langfristig vermarktet werden. Denkbar ist hier etwa eine Wohnbebauung. Kirche und Gemeinde sollen dann abgerissen werden. Genaue Pläne gibt es zwar noch nicht – dafür laut Gemeindeleitung aber viele Anfragen von Interessenten.

„Wir haben bereits mehrere Angebote mit unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten bekommen, die unaufgefordert bei uns eingegangen sind“, berichtet Presbyteriumsvorsitzende Sylvia Wiederspahn. Sie freut sich über die Resonanz. „Das zeigt, dass die Fläche für Investoren attraktiv ist“, sagt die Pfarrerin. Gleichwohl wolle sich die Gemeinde bei der Sondierung Zeit lassen. „Das muss jetzt alles sehr sorgfältig geprüft werden, und wir binden dafür Fachleute ein“, sagt Sylvia Wiederspahn. Es seien noch viele offene Fragen zur künftigen Nutzung zu klären.

Die Presbyteriumsvorsitzende wehrt sich damit auch gegen den Vorwurf, die Gemeindeleitung verfolge die Vermarktung nach der Schließung nicht entschieden genug. „Uns ist dieses Thema sehr wichtig“, betont Wiederspahn. Ihr sei bewusst, dass die weitere Entwicklung nicht nur am Bremkamp aufmerksam verfolgt werde. Über drei Jahrzehnte lang galt das Gemeindezentrum als „Wohnzimmer“ des Quartiers und war ein beliebter Treffpunkt. Die Ankündigung der Schließung hatte große Betroffenheit ausgelöst.

Auch den Besuchern des letzten Gottesdienstes fiel der Abschied sichtlich schwer. Als die Glocken in der Kirche endgültig verstummten, flossen viele Tränen. Dass es im Gemeindezentrum am Bremkamp nach der Kirchenschließung überhaupt fast zehn Jahre weitergehen konnte, liegt am dortigen Förderverein. Dieser hatte mit Spendenaktionen und Veranstaltungen erheblich zum Erhalt des Gebäudes beigetragen. Am Ende war die finanzielle Belastung für die Mitglieder aber nicht mehr zu stemmen. Die Aktivitäten wurden bereits ins Gemeindezentrum an der Gräfrather Straße verlegt. Zum Teil darf auch die katholische Krypta in der Kirche St. Ludger mitgenutzt werden.

Evangelische Frauengruppe trifft sich jetzt in katholischer Krypta

Das bestätigt Hildegard Schumann vom Katholischen Pfarrverband Wuppertaler Westen. „Seit etwa vier Wochen trifft sich die evangelische Frauengruppe in der Krypta“, berichtet sie. In schwierigen Zeiten müssten die Gemeinden näher zusammenrücken, findet Hildegard Schumann.

Dabei ist der Bremkamp für das Vohwinkeler Presbyterium nicht die einzige „Baustelle“. Seit dem Sommer stehen auch ihre Räume am Dasnöckel komplett leer. Dort gab es zuletzt noch einige Angebote der Diakonie. Diese mussten aber verlagert werden. „Leider gibt es am Dasnöckel sehr wenig Resonanz für eine Nachnutzung“, räumt Sylvia Widerspahn ein. Das Presbyterium müsse nun abwägen, welche Varianten sinnvoll seien.

Einen deutlichen Schritt weiter ist die Gemeinde mit dem Gelände an der Goerdelerstraße. Es soll entweder bis Ende des Jahres oder Anfang 2018 bebaut werden. Die entsprechenden Pläne wurden laut Presbyterium bereits eingereicht. „Wir warten jetzt auf die Baugenehmigung“, sagt Sylvia Wiederspahn. Vorgesehen sind drei Häuser mit 20 barrierefreien Wohnungen. Ein Haus möchte die Gemeinde Vohwinkel behalten, zwei Gebäude übernimmt der planende Architekt.

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