Die 39-Jährige, die am Bahnhof Sonnborn vor die S 8 aufs Gleis gestoßen wurde, kam mit Verletzungen am Fuß und einem schweren Schock davon.

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Die Polizei suchte das Gelände rund um den Bahnhof ab (rechts). Der Ehemann des Opfers wurde schließlich am Homanndamm gefasst.

Die Polizei suchte das Gelände rund um den Bahnhof ab (rechts). Der Ehemann des Opfers wurde schließlich am Homanndamm gefasst.

Wolfgang Westerholz

Die Polizei suchte das Gelände rund um den Bahnhof ab (rechts). Der Ehemann des Opfers wurde schließlich am Homanndamm gefasst.

Wuppertal. Ein 43 Jahre alter Familienvater soll am Freitag gegen 10 Uhr im Bahnhof Sonnborn seine Ehefrau aufs Gleis der S 8 gestoßen haben. Nach knapp zweistündiger Fahndung - unter anderem mit einem Hubschrauber der Bundespolizei - wurde der Mann am Homanndamm festgenommen. Gegen ihn wird wegen versuchten Mordes ermittelt.

Mehrere Zeugen sollen zu Protokoll gegeben habe, dass der Mann die Frau in Höhe des Fahrkartenschalters völlig unerwartet und mit voller Kraft in Richtung Gleis gestoßen hat. Nach bisherigem Ermittlungsstand konnte sich die Frau kurz vor dem Einfahren der Bahn in Sicherheit bringen. Offenbar hat der Mann die Frau so heftig gestoßen, dass sie über das Gleis hinausstürzte.

Außerdem soll die 39-Jährige blitzschnell die Beine angezogen und so schwere Verletzungen verhindert haben. Polizei-Sprecher Michael Bartsch: "Wie durch ein Wunder geriet sie nicht unter den Zug." Die Frau wurde "nur" am Fuß verletzt, erlitt allerdings einen schweren Schock.

Der Täter war zunächst zu Fuß über die Bahngleise in Richtung Vohwinkel geflüchtet. Auf dem Gelände des Bogenschützen-Vereins JBC  Wuppertal am Homanndamm entdeckte ein Zeuge den 43-Jährigen in einem Gebüsch. Wenig später nahm die Polizei den Tatverdächtigen dort fest.

Er wird die Nacht im Polizeigewahrsam verbringen. Heute soll ein Richter entscheiden, ob der 43-Jährige in Untersuchungshaft genommen wird. Nach WZ-Informationen soll es zuletzt häufiger Streit zwischen den Eheleuten gegeben haben. Die Kripo vernahm bereits auf dem Bahnsteig mehrere Zeugen und sprach auch mit Angehörigen des Opfers, die in Sonnborn wohnen.

Bei der Fahndung half ein Hubschrauber der Bundespolizei. Der Eurocopter 155 war kurz zuvor in Dortmund aufgetankt worden, kreiste mehr als eine Stunde über dem Tatort.

Aufnahmen vom S-Bahn-Stoß gibt es nicht. Der S-Bahnhof Sonnborn wird nicht von Videokameras überwacht.

Wegen der Spurensicherung in Sonnborn stoppte die Bundespolizei bis 11.05 Uhr den Schienenverkehr von Gleis 4 in Richtung Hauptbahnhof. Dort waren die Auswirkungen der Spurensicherung zu spüren. Insgesamt hatten am Vormittag 26  Züge 215  Minuten Verspätung.

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