Die Anwohner fordern nach wie vor ein Verbot der Prostitution für Vohwinkel und haben sich an die Bezirksregierung gewandt.

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Den Pussy-Club (hier ein Foto vom Tag der Razzia im Sommer) gibt es zwar schon länger nicht mehr, aber ein Bordellbetrieb könnte an der Spitzwegstraße jederzeit wieder eingerichtet werden – sofern das Gebiet nicht zum Sperrbezirk erklärt wird.

Den Pussy-Club (hier ein Foto vom Tag der Razzia im Sommer) gibt es zwar schon länger nicht mehr, aber ein Bordellbetrieb könnte an der Spitzwegstraße jederzeit wieder eingerichtet werden – sofern das Gebiet nicht zum Sperrbezirk erklärt wird.

Fischer

Den Pussy-Club (hier ein Foto vom Tag der Razzia im Sommer) gibt es zwar schon länger nicht mehr, aber ein Bordellbetrieb könnte an der Spitzwegstraße jederzeit wieder eingerichtet werden – sofern das Gebiet nicht zum Sperrbezirk erklärt wird.

Vohwinkel. "Pussy-Club" und kein Ende: Als Aufreger-Thema des vergangenen Jahres war das Vohwinkeler Freudenhaus Gesprächsthema Nummer eins im Wuppertaler Westen. Und nicht nur dort - das sogenannte Flatrate-Bordell erhitzte allerorten die Gemüter. Doch während vor allem über das zumindest fragwürdige Konzept der Etablissement-Kette diskutiert wurde, ging und geht es den Nachbarn des Vohwinkeler Bordell-Standorts einmal mehr um nächtliche Ruhestörung "und vor allem um die Gefährdung des Jugendschutzes", wie sie begründen.

Jetzt haben die Nachbarn der Bezirksregierung geschrieben

Zwar ist es derzeit ruhig an der Spitzwegstraße - auch der zweite Nachfolgebetrieb des "Pussy-Clubs" hat mittlerweile aufgegeben, - doch etliche der Anwohner, die sich im vergangenen Sommer zur "Bürgerinitiative Spitzwegstraße" zusammengeschlossen haben, kämpfen weiter. Sie fordern ein grundsätzliches Verbot der Prostitution in ihrer Nachbarschaft.

Bislang erfolglos. Im September hatte die Bezirksregierung in Düsseldorf eine Voranfrage der Stadt Wuppertal auf Einrichtung eines Sperrbezirks mit der Begründung abgelehnt, dass die geschilderten Missstände im Umfeld des Bordells "keine konkreten Erkenntnisse" darstellten, die "ein Verbot der Ausübung der Prostitution rechtfertigen würden", wie es im Schreiben der Behörde an die Stadt Wuppertal heißt. Die Gegener des Bordells sind aufgebracht: Schulen und Kindergarten befinden sich in direkter Nachbarschaft, "aber in der Voranfrage der Stadt ist von Jugendschutz keine Rede", reklamieren sie.

Die Bürgerinitiative will weiterhin ein Prostitutionsverbot erreichen. In einem Brief an die Bezirksregierung hat sie ausführlich ihr Anliegen geschildert, Beschwerden und Befürchtungen erläutert. In dem Schreiben weisen die Anwohner vor allem auch auf die unmittelbare Nähe von Schule und Kindergarten hin - und sie haben nun ein Antwort aus Düsseldorf erhalten: "Da mir die Situation vor Ort in diesem Umfang nicht bekannt war, werde ich den Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal hierzu um Stellungnahme bitten", kündigt der zuständige Sachbearbeiter bei der Bezirksregierung den Vohwinkelern in seinem Antwortschreiben an.

Nun sei also Peter Jung gefragt, finden die Bordell-Gegner. Doch ob und was für eine Stellungnahme aus dem Büro des Oberbürgermeisters abgegeben worden ist, ließ sich am Freitag nicht klären.

Prostitution ist in Deutschland grundsätzlich erlaubt.

Im Ausnahmefall, beispielsweise bei Gefährdung des Jugendschutzes, kann die Ausübung der Prostitution verboten werden. In Wuppertal gibt es keinen Sperrbezirk. Veranlassen müsste ihn die Bezirksregierung - die hatte eine erste Voranfrage der Stadt bgelehnt.

Ohne Verbot könnte jederzeit wieder ein Club öffnen.

So oder so: Das Schreiben aus Düsseldorf mache Mut, ist von der Bürgerinitiative zu hören. Man hofft, dass es doch noch zur Einrichtung eines Sperrbezirks in Vohwinkel kommt. Denn so lange es den nicht gebe, könne jederzeit ein neues Bordell öffnen, wie ein Mitglied der Bürgerinitiative betont: "Und egal, was für eines - sobald der Betrieb läuft, haben wir ein Problem damit".

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