Die frühere Geschäftsführerin und Besitzerin des Hauses an der Spitzwegstraße sowie fünf weitere Angeklagte stehen ab Mitte Februar in Stuttgart vor Gericht.

Razzia in Vohwinkel: Am 26. Juli 2009 nahmen Fahnder aus Baden-Württemberg den umstrittenen „Pussy-Club“ an der Spitzwegstraße in Vohwinkel ins Visier. Jetzt steht der damaligen Geschäftsführerin und mutmaßlichen Komplizen in Stuttgart ein Strafprozess bevor.
Razzia in Vohwinkel: Am 26. Juli 2009 nahmen Fahnder aus Baden-Württemberg den umstrittenen „Pussy-Club“ an der Spitzwegstraße in Vohwinkel ins Visier. Jetzt steht der damaligen Geschäftsführerin und mutmaßlichen Komplizen in Stuttgart ein Strafprozess bevor.

Razzia in Vohwinkel: Am 26. Juli 2009 nahmen Fahnder aus Baden-Württemberg den umstrittenen „Pussy-Club“ an der Spitzwegstraße in Vohwinkel ins Visier. Jetzt steht der damaligen Geschäftsführerin und mutmaßlichen Komplizen in Stuttgart ein Strafprozess bevor.

Mathias Kehren

Razzia in Vohwinkel: Am 26. Juli 2009 nahmen Fahnder aus Baden-Württemberg den umstrittenen „Pussy-Club“ an der Spitzwegstraße in Vohwinkel ins Visier. Jetzt steht der damaligen Geschäftsführerin und mutmaßlichen Komplizen in Stuttgart ein Strafprozess bevor.

Vohwinkel. Als am 26. Juli 2009 die Mannschaftswagen der Polizei vor dem Pussy-Club an der Spitzwegstraße vorfuhren, fühlten sich viele Nachbarn in ihrem Argwohn bestätigt. Mit sogenannten Flatrate-Angeboten hatten die Betreiber des Bordells zuvor viel Kundschaft und somit für viel Ärger im Wohnviertel gesorgt. Die Ernüchterung folgte auf dem Fuß. Es gab keine Handhabe, das Etablissement zu schließen.

Laut Anklage beläuft sich der Schaden auf 2,3 Millionen Euro

Doch das Bordell änderte den Namen und und machte zunächst weiter. Offenbar aber mit neuer Leitung. Kein Wunder: Die damalige Chefin - eine 26 Jahre alte Frau mit rumänischen Wurzeln - wurde nach der Razzia in U-Haft genommen. Dort befindet sie sich weiterhin. Und jetzt wird der Frau und fünf mutmaßlichen Komplizen ab Mitte Februar in Stuttgart der Prozess gemacht.

In ihrem Verdacht, dass es im Pussy-Club nicht mit rechten Dingen zuging, dürfen sich die Vohwinkeler bestätigt fühlen. Laut Anklage haben die Pussy-Club-Betreiber in Wuppertal, Stuttgart, Heidelberg und Berlin im großen Stil Sozialversicherungsbeiträge hinterzogen. Die Fahnder haben eine Summe von 2,3Millionen Euro ausgerechnet.

Laut Staatsanwaltschaft Anklage haben die damalige Chefin drei Frauen und zwei Männer bis zur Razzia eine Vielzahl von jungen Frauen illegal im Bordell arbeiten lassen. Die Angeklagten sollen die Prostituierten bewusst in ihrer Buchhaltung als "Selbstständige" abgerechnet haben, um zu verhindern, dass die Sozialversicherungsbeiträge eingefordert werden. Laut Anklage stammen die Frauen überwiegend aus Rumänien, waren teilweise noch keine 21Jahre alt und hätten eigentlich eine EU-Arbeitsgenehmigung benötigt, um legal in Deutschland arbeiten zu dürfen.

Als Hauptangeklagte gilt jene Ex-Geschäftsführerin aller Pussy-Club-Etablissements. Und: Nach WZ-Informationen soll sie immer noch Besitzerin der umstrittenen Immobilie sein.

Keiner der sechs Angeklagten ist älter als 30 Jahre. Vier befinden sich in U-Haft. Derzeit läuft am Oberlandesgericht Stuttgart die turnusmäßige Haftprüfung. Insgesamt sind bislang 13 Verhandlunstage geplant.

Laut Anklage haben die Betreiber der Pussy-Clubs mit einer Flatrate geworben: Zu einem Pauschal-Preis zwischen 70 und 100 Euro wurden den Kunden unbegrenzt sexuelle Dienstleistungen, Speisen und Getränke angeboten. Das Flatrate-Angebot ist jedoch nicht Gegenstand der Vorwürfe.

Zwar hat an der Spitzwegstraße mittlerweile auch der zweite Nachfolgebetrieb des "Pussy-Clubs" aufgegeben. Offen ist aber immer noch die Sperrbezirk-Frage. Wie berichtet, fordern die Anwohner mit Blick auf einen Kindergarten und eine Schule in der Nähe ein generelles Prostitutions-Verbot. Eine Entscheidung der Bezirksregierung Düsseldorf steht noch aus.

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