Auf 1700 Quadratmetern gibt es an der Grundschule am Nocken Platz für Spiel und Spaß. Rund 600 000 Euro wurden investiert.

Voller Freude testeten Rahim (11, stehend links), Simone und Paul (liegend) die neue Nestschaukel.
Voller Freude testeten Rahim (11, stehend links), Simone und Paul (liegend) die neue Nestschaukel.

Voller Freude testeten Rahim (11, stehend links), Simone und Paul (liegend) die neue Nestschaukel.

Stefan Fries

Voller Freude testeten Rahim (11, stehend links), Simone und Paul (liegend) die neue Nestschaukel.

Vohwinkel. Hier können die Kinder ihrem Bewegungsdrang freien Lauf lassen. Im neuen Schulgarten der Grundschule am Nocken gibt es moderne Spielgeräte und viel Platz zum Austoben. Unter anderem stehen ein großes Klettergerüst, eine Nestschaukel und ein Niedrigseilgarten zur Verfügung. Am vergangenen Donnerstag wurde das Außengelände offiziell eingeweiht. Die Kinder konnten es kaum erwarten, die vielfältigen Spielmöglichkeiten auszuprobieren. Beim Balancieren, Klettern und Schaukeln hatten sie sichtlich riesigen Spaß. Für die Grundschule ist die Fertigstellung der Anlage ein wichtiger Schritt.

„Endlich haben wir den Platz, den wir brauchen“, freut sich Schulleiterin Ursula Proebsting. Die vorherige Beschränkung auf den Schulhof sei eine Herausforderung gewesen. Bereits seit Ende des vergangenen Jahres werden die Kinder in der ehemaligen Hauptschule Nocken unterrichtet. Dafür wurde das Gebäude mit großem Aufwand umgebaut. Rund 200 000 Euro flossen in die Maßnahme. Auch die Gestaltung des Außengeländes sollte den Bedürfnissen der Grundschüler entsprechen. In den Schulgarten wurde mit mehr als 400 000 Euro ebenfalls kräftig investiert. Allerdings verzögerte sich der Abschluss der Arbeiten. „Das Wetter war während der Bauzeit sehr nass, daher musste erst eine Drainage gelegt werden“, erklärt Thomas Lehn vom Gebäudemanagement Wuppertal (GMW). Außerdem habe es Lieferschwierigkeiten bei der ausführenden Schlosserfirma gegeben. „Aus Sicherheitsgründen war die Freigabe nicht vorher möglich“, sagt Lehn.

Kinder hatten bei der Wahl der Spielgeräte Mitspracherecht

Dass der 1700 Quadratmeter große Schulgarten erst kurz vor den großen Ferien eröffnet werden konnte, ist sicherlich ein Wermutstropfen. Möglicherweise soll er aber in die Ferienangebote des Offenen Ganztags der Grundschule eingebunden werden. Bei der offiziellen Einweihung war die Begeisterung bei den kleinen Nutzern groß. Sie durften im Vorfeld bei der Gestaltung selbst mitbestimmen und eigene Vorschläge machen. „Die Schaukel und das Klettergerüst waren uns wichtig“, sagt Linus (10), der auch Mitglied im Schülerparlament ist. „Es ist toll geworden“, findet er. Die gleichaltrige Kiara hätte sich zusammen mit ihren Mitschülern noch eine kleine Seilbahn gewünscht. Die ließ sich aus finanziellen Gründen zwar nicht umsetzen. „Dafür haben wir aber jetzt den Seilgarten“, sagt Olaf (12). Auch er ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Die zehnjährige Eleni und die gleichaltrige Lena-Marie freuen sich außerdem über das „grüne Klassenzimmer“ im Schulgarten. Damit soll bei schönem Wetter Unterricht in der Natur möglich sein.

„Wir wollten Räume für Spiel und Spaß, aber auch Ruhezonen schaffen“, erklärt Landschaftsgärtner Jens Knapp das Konzept. Für letztere sollen auch große Bänke auf dem Schulhof einen Beitrag leisten. Die Gestaltung habe wegen der relativ großen Fläche eine „riesige Chance“ geboten. So wurde der umgebende Zaun ans Ende des Grüngürtels gesetzt, damit das Außengelände noch großzügiger wirkt. Auch die Wahl der Pflanzen wurde sehr bewusst vorgenommen. „Die Kinder haben Obstbäume vorgeschlagen und können demnächst die Früchte ernten“, erzählt Mutter Carla Multhaup. Sie hatte mit den Schülern ein „Wunsch ABC“ erstellt, in das deren Ideen einflossen.

Ganz ohne Regeln geht es auch im Schulgarten nicht. Lehrerin Sabine Mennen bemühte sich, den Kindern das richtige Verhalten auf der Spielfläche nahezubringen. Dazu gehören Sicherheitshinweise wie genügend Abstand zur Schaukel und die Rücksicht auf schwächere Schüler. Die Spielgeräte sollen von allen genutzt werden, weshalb es bestimmte Zeiten für jede Klasse gibt. Die ersten Erfahrungen sind sehr positiv. „Der Schulgarten entspannt die Situation hier unheimlich“, findet Sabine Mennen. Mit der Fertigstellung des Außengeländes ist der Umbau der Grundschule weitgehend abgeschlossen. Lange Zeit befand sie sich an der Yorckstraße, musste aber wegen eines dortigen Schimmelproblems übergangsweise an den Elfenhang umziehen. Das alte Gebäude an der Yorckstraße war zwischenzeitlich eine Flüchtlingsunterkunft und soll langfristig ein Kindergarten werden.

In der Grundschule am Nocken werden über 220 Kinder von etwa 15 Lehrern unterrichtet. Hinzukommt ein offenes Ganztagsangebot mit weiteren 15 Mitarbeitern.

Nach dem Umbau des Schulgebäudes gibt es unter anderem mehr Platz mit einem Differenzierungsraum pro Jahrgangsstufe. Auch die Schulsozialarbeit hat jetzt ein eigenes Büro. Hinzu kommen eine großzügige Bücherei sowie Musik- und Fachräume. Zur Sanierung gehört auch ein Farbkonzept, bei dem jede Klasse mit einer Farbe des Regenbogens gestaltet wurde.

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