Die Gesamtschule Vohwinkel bereitet Jugendliche mit einem Info-Tag auf den Karriereweg vor.

Sabine Müller von der Firma Muckenhaupt und Nusselt zeigt den interessierten jungen Leuten, wie die Maschinen in dem Kabelwerk funktionieren.
Sabine Müller von der Firma Muckenhaupt und Nusselt zeigt den interessierten jungen Leuten, wie die Maschinen in dem Kabelwerk funktionieren.

Sabine Müller von der Firma Muckenhaupt und Nusselt zeigt den interessierten jungen Leuten, wie die Maschinen in dem Kabelwerk funktionieren.

Stefan Fries

Sabine Müller von der Firma Muckenhaupt und Nusselt zeigt den interessierten jungen Leuten, wie die Maschinen in dem Kabelwerk funktionieren.

Vohwinkel. Die heutige Vielfalt des Ausbildungsmarktes bietet jungen Menschen eine große Chance. Während der vergangenen Jahre sind zahlreiche neue Berufsfelder entstanden. In Zeiten des Wirtschaftswachstums haben Jugendliche die Möglichkeit, ein genau auf ihre Fähigkeiten zugeschnittenes Angebot zu finden. Andererseits kann das breite Spektrum auch verwirren. Falsche Vorstellungen von der künftigen Tätigkeit gehören ebenfalls zu den Fallstricken des Berufslebens.

„Die jungen Menschen müssen wissen, was sie erwartet“

In der Gesamtschule Vohwinkel sollen die Schüler daher möglichst früh auf das Thema vorbereitet werden. Bei einem Berufe-Info-Tag gab es für die 125 Teilnehmer der neunten und zehnten Klassen einen ganz praktischen Einblick in die Arbeitsweise von unterschiedlichen Unternehmen. Dazu waren Wirtschaftsvertreter und ausbildungsrelevante Institutionen eingeladen. So entstand ein lebendiger Austausch, der manches Missverständnis ausräumte. Schließlich kann auch die Kabelherstellung ein durchaus spannendes Berufsfeld sein. „Wir erklären den Jugendlichen ganz genau, wie die Produktion läuft“, sagt Personalleiterin Sabine Müller vom Kabelwerk Muckenhaupt und Nusselt.

Der Betrieb hatte für den Info-Tag mehrere Maschinen bereitgestellt. Deren Funktionsweise stieß auf großes Interesse. „Die jungen Menschen müssen wissen, was sie erwartet und was der Beruf wirklich bedeutet“, betont Sabine Muckenhaupt. Das sei eine Entscheidung, die das ganze Leben beeinflusse. Im Unternehmen ist daher ein mehrwöchiges Praktikum vor der Ausbildung Pflicht. „Leider machen sich viele junge Menschen zu wenig Gedanken bei der Berufswahl“, berichtet Sabine Müller. Daher sei die Wirtschaft gefragt.

Dieser aktive Ansatz kam bei den beteiligten Schülern gut an. Meikel hat etwa schon ein Praktikum als technischer Programmierer absolviert. „Das war nicht so meine Sache“, räumt er ein. Jetzt orientiert sich der 15-Jährige in Richtung Elektroniker oder Mechatroniker.

Der gleichaltrige Issa konnte durch den Info-Tag einen Einblick in den Werkzeugbau bekommen. „Das ist viel interessanter, als ich gedacht habe“, sagt er. Vanessa (17) konnte schon von der weiteren Berufsorientierung an der Schule profitieren und hat einen Ausbildungsplatz als zahnmedizinische Angestellte in der Tasche. Davor lag ein Praktikum in diesem Bereich. „Das war für mich total wichtig, um zu wissen, ob die Arbeit etwas für mich ist“, sagt sie.

Schulleiter Jörg Merbecks freut die Resonanz der Aktion. „Wir möchten, dass sich die Jugendlichen frühzeitig Gedanken machen“, betont er. Gerade der Austausch in kleinen Gruppen bringe viel. „Außerdem stellen wir fest, dass es glaubwürdiger und authentischer ist, wenn die Unternehmen selbst informieren“, erklärt Merbecks. Auch die Lehrer sollten bei der Veranstaltung mit den Wirtschaftsvertretern ins Gespräch kommen. „Damit können sie als Multiplikatoren wirken und ihren Schülern besser deren berufliche Perspektiven aufzeigen“, erläutert der Schulleiter.

Berufseinstiegsbegleiter Jürgen Amend vom privaten Bildungsträger Erfolg durch Bildung (EDB) ist ebenfalls zufrieden mit dem Info-Tag. „Für uns ist es wichtig, dass alle Berufsgruppen vertreten sind, die eine Ausbildung anbieten“, sagt Amend. Am Info-Tag beteiligten sich auch die Agentur für Arbeit, der Landschaftsverband NRW und das Berufskolleg Bleibergquelle

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