Obwohl es in Vohwinkel soziale Spannungen gibt, will die Stadt Geld nach Wichlinghausen leiten.

Die soziale Lage im Wohnquartier Höhe/Dasnöckel ist nach wie vor schwierig.
Die soziale Lage im Wohnquartier Höhe/Dasnöckel ist nach wie vor schwierig.

Die soziale Lage im Wohnquartier Höhe/Dasnöckel ist nach wie vor schwierig.

Andreas Fischer

Die soziale Lage im Wohnquartier Höhe/Dasnöckel ist nach wie vor schwierig.

Vohwinkel. Im Zusammenhang mit den geplanten Kürzungen bei der Kinder- und Jugendarbeit im Vohwinkeler Süden war er bereits Thema. Der neue Situationsbericht zum Quartier Höhe/Dasnöckel verdeutlicht die nach wie vor schwierige Lage in diesem Bereich. Zwar haben sich laut dem von der Stadt herausgegebenen Papier Aspekte wie die Wohnqualität teilweise leicht verbessert. Eine hohe Armutsquote sorgt aber weiterhin für soziale Spannungen.

Engagierte Institutionen sichern Frieden im Quartier

Nach Aussage des Berichts handelt es sich insgesamt um ein „hoch belastetes Quartier“. Hier ist außerdem der Anteil von Kindern und Jugendlichen im stadtweiten Vergleich am höchsten. Bei der Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund belegt der Wohnbereich mit über 50 Prozent den dritten Platz in Wuppertal. Dass die verschiedenen Nationen trotz aller Probleme zum größten Teil friedlich zusammenleben, ist für den Situationsbericht vor allem der engagierten Arbeit in den vorhandenen Institutionen zu verdanken. Dazu gehören unter anderem Schulen, Jugendeinrichtungen oder Kindergärten.

Vor sieben Jahren drohten die Spannungen dagegen zu eskalieren. Damals wurde ein Bus der Wuppertaler Stadtwerke mit Brandsätzen beworfen. Regelmäßige Polizeieinsätze gehörten zum Alltag. Durch verschiedene Projekte beruhigte sich die Lage wieder.

„Wir müssen die Wohnungsbaugesellschaften noch mehr ins Boot holen.“

Ulrich Fischer, Leiter des Vohwinkeler Bezirksozialdienstes

Besonders der Einsatz des Arbeitskreises Höhe/Dasnöckel ist im Quartier ein wichtiger Faktor. Hier sind zahlreiche Gruppen, Vereine und Einrichtungen organisiert. Höhepunkt der Arbeit ist das jährliche Miteinanderfest. „Es gibt viele Lichtblicke“, sagt der Leiter des Vohwinkeler Bezirkssozialdienstes (BSD), Ulrich Fischer. Er hat am Situationsbericht mitgearbeitet und bewertet etwa die jüngsten Investitionen in Wohnraum äußerst positiv. „Wir müssen die Wohnungsgesellschaften noch mehr ins Boot holen, da sie ebenfalls ein Interesse an einer Aufwertung des Quartiers haben“, schlägt Fischer vor.

Bezirksvertretung sieht Erfolge der Jugendarbeit gefährdet

Im Bericht werden als weitere mögliche Maßnahmen außerdem mehr Sprachförderung für Eltern und die Entwicklung von Angeboten für Senioren genannt. Nach Ansicht des BSD Leiters im Stadtteil ist die Lage im Quartier aber weiterhin schwierig und werde es auch bleiben. Die Politiker in der Vohwinkeler Bezirksvertretung haben sich daher gegen die geplanten Kürzungen beim Diakoniezentrum Dasnöckel ausgesprochen.

Die Stadt möchte konkret 80 000 Euro nach Wichlinghausen verlagern. Sie argumentiert damit, dass die Angebote für Kinder und Jugendliche hier noch schlechter seien. Politiker und Bürger sehen dagegen die Erfolge der Jugendarbeit in Vohwinkel in Gefahr.

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