Eine Spezialfirma suchte am Donnerstagmittag den Boden über dem neuen Riesenkanal nach Hohlräumen ab. Bis Klarheit herrscht, werden Gasleitungen im Straßenzug täglich überprüft.

Vohwinkel
Spezialanhänger: Sven Froese von der Firma Entrys macht das Geo-Radar startklar.

Spezialanhänger: Sven Froese von der Firma Entrys macht das Geo-Radar startklar.

Das Loch in der Herderstraße. Es wurde erst einmal provisorisch verfüllt.

Uwe Schinkel, Bild 1 von 2

Spezialanhänger: Sven Froese von der Firma Entrys macht das Geo-Radar startklar.

Vohwinkel. Alles deutet darauf hin, dass das eingebrochene Stück Fahrbahn auf der Herderstraße auf das Konto des neuen Regenwasserkanals geht: Wie die Stadtwerke am Donnerstag beim Ortstermin mit der WZ berichteten, wurden die Wasserleitungen in der Straße ergebnislos nach einem Leck abgesucht. Das schließt aus, dass die Fahrbahn unterspült worden ist. Gleichzeitig werden jetzt regelmäßig die Gasleitungen in der Herderstraße überprüft, bis Klarheit herrscht, ob es noch weitere Hohlräume gibt. Mitte nächster Woche soll das der Fall sein.

Das „Boden-Echolot“ macht 40 Aufnahmen pro Straßenmeter

Dann liegen den WSW die Untersuchungsergebnisse des Geo-Radar-Einsatzes vor. Der ging am Donnerstagmittag auf der Herderstraße über die Bühne: Eine Spezialfirma brachte auf der Fahrbahn über dem Kanalsystem ein Mess-Instrument in Stellung, das ähnlich wie ein Echolot arbeitet und Signal-Wellen in die Tiefe schickt, um den Untergrund abzusuchen.

Kontrolliert wurde ein drei Meter breiter Streifen, wobei pro Straßenmeter 40 Scan-Aufnahmen zusammenkamen. Sie werden jetzt auf mögliche Risiken im Boden hin ausgewertet und geben den WSW Aufschluss darüber, wo das Erdreich über dem neuen Kanalsystem – es wurde im bergmännischen Vortrieb abgelegt – näher untersucht werden muss.

Die Zeichen verdichten sich, dass beim Rohrvortrieb jener Hohlraum unter der Fahrbahn der Herderstraße entstanden ist, der zu Silvester unter dem Gewicht eines Autos nachgab. So etwas sei bei Erdarbeiten dieser Art nie ganz auszuschließen, erklärt Udo Lauersdorf, als Abteilungsleiter bei den WSW für die Stadtentwässerung zuständig. Sofern die Radar-Aufnahmen weitere Gefahrenstellen zeigen, werde man diese umgehend beseitigen.

Vor Beginn des Kanalbaus habe man – wie vorgeschrieben – auch an der Herderstraße ein Beweissicherungsverfahren durchgeführt, um Schäden durch die Vortriebsarbeiten als Versicherungsfall dokumentieren zu können. Bislang habe es aber keine Schadensmeldungen gegeben.

Die Firma Entrys aus Norddeutschland arbeitet unter anderem an elektronischen Prüfgeräten, mit denen sich die Umgebung von Kanälen untersuchen lässt, ohne im Boden zu bohren. Ursprünglich kamen Geo-Radargeräte beim Gleisbau zum Einsatz. Die Radar-Aufnahmen aus der Herderstraße werden geologisch ausgewertet.

Sobald die Radargramme ausgewertet sind, wird das Loch in der Straße abschließend verfüllt. Das neue Regenkanal-System soll im Frühjahr 2012 komplett betriebsbereit sein.

Leserkommentare (3)


() Registrierte Nutzer