Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zum Unterricht bringen, halten sich häufig nicht an Regeln. Die Polizei kontrolliert täglich.

Ein Bild, dass es so fast täglich am Schulzentrum zu sehen gibt: Autos fahren zwischen großen Schülergruppen.
Ein Bild, dass es so fast täglich am Schulzentrum zu sehen gibt: Autos fahren zwischen großen Schülergruppen.

Ein Bild, dass es so fast täglich am Schulzentrum zu sehen gibt: Autos fahren zwischen großen Schülergruppen.

Stefan Fries

Ein Bild, dass es so fast täglich am Schulzentrum zu sehen gibt: Autos fahren zwischen großen Schülergruppen.

Vohwinkel. Der VW-Transporter hält direkt gegenüber dem Eingang zum Schulhof. Zwei Mädchen steigen aus und rennen über die Straße. In diesem Moment versucht eine Polo-Fahrerin, am Transporter vorbeizuziehen. Nur durch scharfes Bremsen kann ein Unfall gerade noch vermieden werden. Das Ganze passiert innerhalb weniger Sekunden. „Solche Gefahrensituationen sind der Grund, warum wir hier jeden Morgen stehen“, sagt Bezirksdienstbeamter Ralf Pierlings. Sein Kollege nimmt derweil den Fahrer des Transporters ins Gebet. Zwar darf der auf dieser Seite der engen Straße Nocken halten. Doch nur einige Meter weiter oben befinden sich zahlreiche Parkplätze. „Dort könnten die Eltern ihre Kinder ohne Risiko absetzen“, erklärt Pierlings. Doch diese Gelegenheit nutzte auch am gestrigen Morgen kaum jemand.

Der Nachwuchs wird möglichst nah am Schulhof abgesetzt. Direkt vor den Augen der Polizei parkt ein Vater sogar im absoluten Halteverbot auf dem Bürgersteig. Das kostet 15 Euro Bußgeld. Einsicht – Fehlanzeige. „Wir kontrollieren hier nicht, um die Leute zu ärgern, sondern für die Sicherheit der Kinder“, sagt Pierlings. Seit die ehemalige Grundschule Yorckstraße mit über 200 Schülern in die ehemalige Hauptschule am Nocken gezogen ist, hat sich die Verkehrssituation in den Morgenstunden noch einmal verschärft. In direkter Nachbarschaft befinden sich das Gymnasium Vohwinkel und die städtische Kindertagesstätte Ehrenhainstraße. Letztere ist mit rund 100 Plätzen voll belegt. Auch an der Ehrenhainstraße sieht die morgendliche Verkehrssituation nicht viel besser aus. Die meisten Schüler nutzen die enge Stichstraße zum Kindergarten für ihren Weg zum Gymnasium. Gerade wenn Busse ankommen, ist die Anzahl junger Fußgänger hier hoch. Dazwischen rangieren die Autos der Eltern, die ihre Kinder zur Tagesstätte bringen.

Die Einsicht der Eltern hält sich häufig in Grenzen

„Vergangene Woche konnten wir hier einen Zusammenstoß gerade noch verhindern“, berichtet Lehrerin Heidi Franz. Dabei sei eine Mutter mit ihrem Wagen beinahe rückwärts in eine Gruppe Schüler gefahren. Auch hier habe sich die Einsicht in Grenzen gehalten.

„Bei unseren Schülern gibt es aber auch Fehlverhalten“, sagt der stellvertretende Leiter des Gymnasiums, Michael Weber. So verläuft auf einem Teilstück vor dem Kindergarten ein Bürgersteig, der kaum genutzt wird. Michael Weber wünscht sich, dass der Fußweg bis zur Ehrenhainstraße durchgezogen wird. Auch die Einrichtung einer sogenannten „Kiss-and-Go“, Zone hält er für sinnvoll. Dabei handelt es sich um einen Bereich an der Straße, der für das Absetzen und Abholen von Kindern markiert und ausgeschildert ist. Für diese Maßnahmen wäre auch die Leiterin der Grundschule am Nocken, Ursula Proebsting. „Wir fühlen uns sehr wohl im Schulgebäude und der Umzug hat gut geklappt“, berichtet sie. Die alltägliche Verkehrssituation betrachtet die Grundschulleiterin allerdings mit Sorge. Sie hat die Eltern dazu aufgefordert, ihre Kinder nicht mehr an der schmalen Straße Nocken abzusetzen. Sinnvoller wäre es ihrer Meinung nach, den Wendehammer an der nahegelegenen Goerdelerstraße zu einer Haltezone umzubauen. Die Kinder könnten dann etwa durch den Altbau des Gymnasiums zur Grundschule gelangen. Auch ein beidseitiges Halteverbot am Nocken wird diskutiert. Welche Maßnahmen genau umgesetzt werden, ist noch offen. Demnächst soll es Gespräche zwischen den Leitungen der Schulen mit der Stadt geben. Bis es eine Lösung gibt, müssen sich alle Beteiligten mit der Situation arrangieren. „Grundsätzlich wäre mehr Rücksichtnahme wichtig“, betont Kindergarten Leiterin Kirsten Becker.

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