Die katholische Ruhestätte an der Gräfrather Straße wurde um 350 Quadratmeter erweitert.

Die katholische Ruhestätte an der Gräfrather Straße wurde um 350 Quadratmeter erweitert.
Nikolaus Holschbach (v.l.), Friedhofsgärtner Michael Krisan und Wolfgang Schumann begutachten den neuen Teil der Ruhestätte.

Nikolaus Holschbach (v.l.), Friedhofsgärtner Michael Krisan und Wolfgang Schumann begutachten den neuen Teil der Ruhestätte.

Stefan Fries

Nikolaus Holschbach (v.l.), Friedhofsgärtner Michael Krisan und Wolfgang Schumann begutachten den neuen Teil der Ruhestätte.

Vohwinkel. Die katholische Ruhestätte an der Gräfrather Straße hat seit einigen Monaten einen „Memoriam-Garten“. Auf der 350 Quadratmeter großen Fläche sollen 24 Sarg- und 37 Urnenbeisetzungen möglich sein. Die Gemeinschaftsgrabanlage ist in eine liebevoll gestaltete Parklandschaft eingebunden. Für die Pflege ist die beauftragte Friedhofsgärtnerei zuständig. Das soll die Angehörigen entlasten. Ein ähnliches Prinzip wird am Evangelischen Friedhof an der Ehrenhainstraße verfolgt. Wie berichtet laufen auch hier gerade Erweiterungsarbeiten für eine pflegefreie Grabanlage. Die Gemeinden wollen damit auf die neuen Anforderungen an die Bestattungskultur reagieren. Rund 20 000 Euro wurden für die neue Anlage investiert.

„Wir müssen uns an die Zeit anpassen“, sagt Friedhofsbeauftragter Wolfgang Schumann vom katholischen Kirchenvorstand. „Angehörige haben heute oft nicht mehr die Zeit für eine aufwendige Grabpflege oder wohnen weiter weg“, erläutert sein Kollege Nikolaus Holschbach. Aus diesem Grund wurde der Friedhof an der Gräfrather Straße bereits vor einem Jahr durch ein Rasenfeld mit 100 Gräbern erweitert. „Das Interesse für pflegefreie Gräber wächst immer mehr“, berichtet Wolfgang Schumann. Deshalb entschied sich der Kirchenvorstand zum Bau des neuen Memoriam-Gartens. Dieser ist als parkähnliche Anlage mit einer harmonischen Auswahl von Gehölzen, Bodendeckern, Stauden und Blumen angelegt. Der durch eine Hecke eingegrenzte Garten bleibt während des gesamten Jahres bepflanzt und gepflegt. Den idyllischen Eindruck unterstreichen ein Wasserspiel, Kunststehlen und Rasenflächen. Bänke laden zum Verweilen ein. Erschlossen ist die Anlage durch Kieswege.

Die Laufzeit der neuen Grabstätten beträgt 20 Jahre

„Wir möchten hier ein schönes Umfeld bieten“, sagt Friedhofsgärtner Michael Krisam. Er hat die aufwendigen Arbeiten zusammen mit seinem Team durchgeführt und übernimmt auch die Pflege der Grabstätten. Deren Laufzeit beträgt 20 Jahre. Durch die einbegriffene Pflege müssen Angehörige allerdings tiefer in die Tasche greifen. Eine Urnenbeisetzung kostet inklusive aller Friedhofsleistungen rund 3000 Euro, eine Erdbestattung etwas mehr als das Doppelte. Derzeit geht der „Trend“ weiter in Richtung Urne. Das bestätigt auch Michael Krisam. „2016 hatten wir aber zeitweise sogar mehr Erdbestattungen“, berichtet er.

Bedenken müssten die Hinterblieben bei einer Urnenbeisetzung etwa die Kosten für die Kremierung. Dafür sei in jedem Fall auch der Erwerb eines Sarges erforderlich. Bei der Entscheidung für die Urne spiele neben dem finanziellen Aspekt noch die kleinere Grabfläche eine Rolle. Dadurch ist die Pflege weniger aufwendig. Diese Arbeit fällt beim Memoriam-Garten weg. Für eine individuelle Gestaltung können aber kleinere Pflanzengestecke an den Gräbern abgelegt werden. Eine anonyme Bestattung ist auf der neuen Anlage nicht vorgesehen. Jeder Verstorbene wird mit Namen, Geburts- und Sterbedatum auf einem von einem Steinmetz gestalteten Denkmal genannt. „Das ist uns wichtig“, sagt Holschbach.

Der neue Garten fügt sich harmonisch in den katholischen Friedhof ein. Dieser ist etwa zwei Hektar groß und hat mehr als 2300 Grabstätten. Zwar ist die Anlage nicht so groß wie der evangelische Friedhof mit elf Hektar Fläche. Doch auch an der Gräfrather Straße laden die von Büschen und Bäumen gesäumten Wege zu einem Spaziergang ein. „Das ist eine grüne Lunge für den Stadtteil“, betont Wolfgang Schumann.

1896 wurde die neugegründete Ludgerusgemeinde, die bis dahin noch von St. Remigius abhängig war, selbstständige Rektoratsgemeinde. Im gleichen Jahr wurde ein eigener Friedhof „auf dem Halbenberg“ feierlich eingeweiht. Von 2003 bis 2010 gab es viele Verschönerungsarbeiten. Grabfelder wurden umgestaltet und Hauptwege neu gepflastert. Die Kapelle wurde vergrößert und im Innenraum neu gestaltet. Auch ein Glockenturm wurde neben der Kapelle aufgestellt. Seit einiger Zeit sind hier auch Messfeiern möglich, so dass im Anschluss an die Exequien die Beerdigung stattfinden kann.

Kath. Friedhofsverwaltung, Auer Schulstraße 15, 42103 Wuppertal, Telefon 310025, E-Mail: barbara.slomsek@
erzbistum-koeln.de

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer