Kaiserstraße: Clees, Kaufland und noch keine Entscheidung: Stadt und Investor verhandeln weiter.

Vohwinkel. "Man kann dieses Thema nicht an einem Stammtisch erörtern." Unmissverständlich reagierte Bezirksbürgermeister Heiner Fragemann bei der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung (BV) Vohwinkel auf Vorwürfe der Bürgergruppe "Wir tun Was" (WTW). Sie hatte zuvor kritisiert, über die Entwicklung des Stadtteilzentrums an Kaiserstraße und Lienhardplatz nicht ausreichend auf dem Laufenden gehalten zu werden. "Man hat das Gefühl, da tut sich überhaupt nichts", sagte Andreas Struve für WTW. "Wir fühlen uns falsch und schlecht informiert."

Das aber sei ganz und gar nicht der Fall, betonte Heiner Fragemann: "Es ist eine Politik der kleinen Schritte." Und die vollziehe sich zurzeit "vor allem in Gesprächen und Verhandlungen im Hintergrund".

Der Gespräche sind viele. Vor allem aber gibt es zwei Seiten, die zueinander finden müssen: Das ist zum einen der Wülfrather Investor Uwe Clees, "dem mittlerweile halb Vohwinkel gehört", wie im Stadtteil schon gescherzt wurde. Tatsächlich hat Clees bereits vor einiger Zeit den Gebäudekomplex der ehemaligen Eishalle an der Kaiserstraße erworben. Und er ist sich mit der Stadt im Grunde auch einig über den Kauf der städtischen Fläche am Lienhardplatz.

Knackpunkt und Grund für das zähe Ringen um die Entwicklung des Stadtteilzentrums ist die Diskussion um den in Frage kommenden künftigen Einzelhandel. Seit Bekanntwerden der Clees’schen Pläne, an der Kaiserstraße einen Supermarkt der Kaufland-Kette einrichten zu wollen, wird kontrovers diskutiert.

Viele Vohwinkeler und ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten zum Einzelhandelsstandort Vohwinkel sehen ein deutliches Überangebot an Nahrungsmitteln im Stadtteil für den Fall, dass das Vorhaben verwirklicht würde. Ein zweites, von Investor Clees initiiertes Gutachten kommt hingegen zu ganz anderen Ergebnissen.

Der Bergische Einzelhandelsverband hat seinen Standpunkt in der vergangenen Woche klar gemacht. Er hat Bedenken gegen einen weiteren großen Supermarkt im Zentrum. "Vohwinkel sollte nicht zum Lebensmittellager werden", sagte der Vorsitzende Georg-Eicke Dalchow, im Gespräch mit dem V-Express, "sondern ein Stadtteil mit attraktiven Einkaufsmöglichkeiten." Man werde empfehlen, sich nach dem Gutachten zu richten, das vor allem auch die städtebauliche Entwicklung Vohwinkels berücksichtige - und nicht nur absatzwirtschaftlichen Argumenten folge.

Ungeklärt ist nach Auffassung vieler Vohwinkeler, auch aus der Lokalpolitik, weiterhin die Frage nach der Verkehrsanbindung eines künftigen Markts.

Das Thema wird beim nächsten Treffen des Arbeitskreises Regionales Einzelhandelskonzept diskutiert. Termin ist am Montag, 14.September.

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