Die Wahl Heiner Fragemanns zum Bezirksbürgermeister ärgert die CDU nach wie vor.

Sechs Sitze für die CDU, fünf für die SPD, zwei Sitze für die Grünen und je einen für FDP und Linke - so setzt sich die neue BV Vohwinkel zusammen.
Sechs Sitze für die CDU, fünf für die SPD, zwei Sitze für die Grünen und je einen für FDP und Linke - so setzt sich die neue BV Vohwinkel zusammen.

Sechs Sitze für die CDU, fünf für die SPD, zwei Sitze für die Grünen und je einen für FDP und Linke - so setzt sich die neue BV Vohwinkel zusammen.

Uwe Schinkel

Sechs Sitze für die CDU, fünf für die SPD, zwei Sitze für die Grünen und je einen für FDP und Linke - so setzt sich die neue BV Vohwinkel zusammen.

Vohwinkel. Die Wogen haben sich mittlerweile zwar ein wenig geglättet - doch von der vielbeschworenen Harmonie in Vohwinkels Lokalpolitik ist derzeit nur wenig zu bemerken. Das Klima wirkt auch knapp zwei Wochen nach der Bezirksbürgermeisterwahl unterkühlt. Die beiden großen Parteien blieben - entgegen sonstiger Gewohnheiten - bei öffentlichen Veranstaltungen zuletzt weitgehend unter sich, und nicht nur hinter vorgehaltener Hand gab es teils starke Anschuldigungen.

Die CDU-Fraktion ist nach wie vor sauer über den Wahlausgang: Ihr Kandidat Mathias Conrads unterlag Amtsinhaber Heiner Fragemann (SPD), der mit den 8 Stimmen von SPD, Grünen und dem Vertreter der Linken gegen 7 von CDU und FDP gewählt wurde.

Nach der Wahl hatte es von den Christdemokraten heftige Kritik gehagelt: "Das Ergebnis entspricht nicht dem Wählerwillen. Immerhin ist die CDU stärkste Fraktion", so Fraktionssprecher Moritz Iseke. Die Wut ist mittlerweile verraucht, "es bleibt aber ein frustrierendes Gefühl", so Iseke. Mathias Conrads zeigt sich enttäuscht. "Als Sportler lernt man aber, Niederlagen wegzustecken", sagt der Vorsitzende des VSTV.

Deutliche Worte fand der langjährige CDU-Politiker Horst Hombrecher: "Ich spreche Herrn Fragemann die demokratische Legitimation ab, das Amt des Bezirksbürgermeisters in Vohwinkel zu besetzen."

Das sehen die Sozialdemokraten anders. Sie sind zufrieden mit dem Ausgang der Bezirksbürgermeisterwahl. Heiner Fragemann hat sein Ziel erreicht, er sieht sich und seine Arbeit der vergangenen Jahre bestätigt. Vom Vertreter der Linken gewählt worden zu sein, "ist für mich überhaupt kein Problem", sagte er. "Ich stehe dazu."

Dass vor der Bezirksbürgermeisterwahl jeder mit jedem geredet hat - dem Vernehmen nach sehr wohl auch die CDU mit den Grünen und dem Vertreter der Linken - ist ein offenes Geheimnis. Gerüchte sprechen von durchaus interessanten "lagerübergreifenden" Telefonaten.

Entscheidender als das Votum Karl Hundsdörfers von der Fraktion Die Linke waren für den Wahlausgang freilich die Stimmen der beiden Grünen-Mitglieder. Das sieht Gerhard Schäfer (Bündnis 90/ Die Grünen) auch so. "Da sich die großen Parteien nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen konnten, waren wir in der Verantwortung", so Schäfer, der wieder 2. stellvertretender Bezirksbürgermeister ist. Das stieß zusätzlich zum Ausgang der Bezirksbürgermeisterwahl auf die Kritik von CDU und FDP: Sie hatten sich "aus Kostengründen" gegen das Amt ausgesprochen.

Gerhard Schäfer hält dieses Argument für vorgeschoben. "Es war eine politische Entscheidung", so der Grünen-Politiker. Den Ausschlag hätten inhaltliche Argumente gegeben. Das Amt des 2. Stellvertreters sei keine Grünen-Forderung gewesen.

Interessante Konstellationen bei der Wahl der Bezirksbürgermeister gab es übrigens auch in anderen Wuppertaler Stadtteilen: zum Beispiel "Jamaika"- in Elberfeld. 

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