Schreiben auf den Containern sorgte für Abholung.

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Michael Spitzer ging gegen illegale Altkleider-Container vor.

Michael Spitzer ging gegen illegale Altkleider-Container vor.

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Michael Spitzer ging gegen illegale Altkleider-Container vor.

Vohwinkel. Alte Kleider für einen guten Zweck zu spenden, anstatt sie wegzuwerfen, das erscheint so einfach wie sinnvoll. Doch nicht nur Sammelcontainer gemeinnütziger Institutionen stehen an Straßen und Plätzen. Längst haben professionelle Textilverwerter die Nische entdeckt und allerorten Container aufgestellt. Brauchbare Kleidung verkaufen sie in die Entwicklungsländer weiter, unbrauchbare Reste werden wieder verwertet. Das Geschäft mit alter Kleidung boomt.

Egal, ob es sich um gemeinnützige oder kommerzielle Sammler handelt, seit dem Inkrafttreten des neuen Kreislaufwirtschafts-Gesetzes müssen alle Sammel-Container bei der Stadt angemeldet werden. So soll vermieden werden, dass kreuz und quer verteilt Altkleider-Container wie Pilze aus dem Boden schießen.

Ziel: Ein attraktiveres Bild der Stadt

Ein Ärgernis sind illegal aufgestellte Sammel-Container auch für Michael Spitzer, Vorsitzender der Vohwinkeler Werbegemeinschaft Aktion V. Der Zusammenschluss lokaler Händler bemüht sich darum, den Vohwinkeler Einzelhandel zu beleben und das Stadtbild attraktiver zu gestalten. Auch für Sauberkeit will die Werbegemeinschaft sorgen und ging deshalb mit einer ungewöhnlichen Aktion gegen illegale Altkleider-Container auf Privatgrundstücken vor. An 16 Containern in Vohwinkel befestigte die Aktion V Schreiben, in denen die Betreiber aufgefordert wurden, den Container zu entfernen. Geschehe dies nicht, so drohte die Aktion V, werde man den Container kostenpflichtig entfernen.

Tatsächlich, so Spitzer, sind alle 16 Container von den Betreibern abgeholt worden. Was die Eigentümer davon halten, dass Spitzer auf ihren Grundstücken für Ordnung sorgt, dazu kann er wenig sagen. Mit lediglich fünf der 16 Grundstückseigentümern hatte er Kontakt. Die eigenwillige Aktion hält er trotzdem für einen vollen Erfolg. Zuletzt habe man weitere 13 Container mit einem Schreiben versehen, erzählt Spitzer. Auch arbeite er inzwischen mit der Stadt zusammen und beabsichtige, die Aktion auf andere Stadtteile auszuweiten.

Bei der Stadt heißt es, man sei Spitzer für die Infos zu offenbar illegal aufgestellten Containern dankbar und werde prüfen, ob eine Genehmigung vorliege. Sei dies nicht der Fall, könne die Stadt eine Anhörung anordnen und ein Bußgeld gegen den Betreiber verhängen. Allerdings habe man Spitzer darauf hingewiesen, dass er rechtlich für die Aktion allein verantwortlich sei.

Spitzers Motiv für sein Engagement: Sauberkeit und Ordnung im öffentlichen Stadtbild. Der Anstoß für die Initiative sei von der Firma Eco Tex ausgegangen. Diese ist Mitglied der Aktion V und habe ihn darauf aufmerksam gemacht, dass es in Vohwinkel eine Vielzahl illegaler Container gebe. Die Firma Eco Tex ist selbst ein Unternehmen für Textil-Recycling, als Urheber der Aktion sieht sie sich jedoch nicht unbedingt.

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