Die Bürgerinitiativen „Südlicher Boltenberg“ und „L 418 Lärmschutz“ befürchten noch höhere Belastungen.

Protest
Im Garten der Familie Lachenmaier hilft selbst der Schutz der Bäume wenig. Auch im Sommer, wenn die Bäume belaubt sind, ist der vom Sonnborner Kreuz und der L 418 ausgehende Geräuschpegel hoch.

Im Garten der Familie Lachenmaier hilft selbst der Schutz der Bäume wenig. Auch im Sommer, wenn die Bäume belaubt sind, ist der vom Sonnborner Kreuz und der L 418 ausgehende Geräuschpegel hoch.

Andreas Fischer

Im Garten der Familie Lachenmaier hilft selbst der Schutz der Bäume wenig. Auch im Sommer, wenn die Bäume belaubt sind, ist der vom Sonnborner Kreuz und der L 418 ausgehende Geräuschpegel hoch.

Sonnborn. Die Südtangente, also die geplante Verbindung zwischen der A 46 im Sonnborner Kreuz zu der A 1 an der Blombachtalbrücke, ist eines der größten Wuppertaler Verkehrsprojekte der kommenden Jahre. Doch während die Verkehrsplaner darin einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der Stadtautobahn A 46 sehen, sind einige Anwohner skeptisch wegen der Lärmbelastung. Die beiden Bürgerinitiativen „Südlicher Boltenberg und „L 418 Lärmschutz“ wollen daher in Zukunft eng zusammenarbeiten.

Friedrich Krause kämpft seit Jahren am Boltenberg gegen den Lärm, der vom 1974 eröffneten Sonnborner Kreuz ausgeht. Vor vier Jahrzehnten wurde der Verkehrsknotenpunkt als eines der modernsten Autobahnkreuze Europas bezeichnet. Das war bis 2008 ein Etikettenschwindel, denn zu einem Autobahnkreuz hat sich das Sonnborner Kreuz erst 2008 entwickelt, als die Bundesstraße 224 zur A 535 umgewandelt wurde. Mit dem Ausbau der Südtangente würde eine dritte Straße mit Autobahncharakter angeschlossen sein – und weiteren Verkehr auslösen.

So sehen es jedenfalls viele der Anwohner am Boltenberg. „Es gibt bisher keinerlei Lärmschutzmaßnahmen speziell für uns“, sagt Friedrich Krause. Die Anwohner vom Boltenberg fordern daher, dass der Boltenberg zumindest in das Planfeststellungsverfahren zum Ausbau der L 419 einbezogen wird.

„Es geht auch um die Lebensqualität.“

Friedrich Krause, Bürgerinitiative „Südlicher Boltenberg“

„Die Stadt darf beim Bau der Südtangente nicht nur darauf schauen, dass sie trickreich die Finanzierung hinbekommt, sondern sie benötigt ein Gesamtkonzept, um die Lebensqualität der Wuppertaler zu sichern“, fordert Krause. Den Planern wirft er vor, Teile des Verkehrsnetzes einzeln zu betrachten, zu bewerten und zu entwickeln. „Dabei werden die Veränderungen in der Gesamtheit und ihre Folgen außer Acht gelassen.“

Weit auseinandergehen die Prognosen zum Anstieg des Verkehrs nach dem Ausbau der Südtangente. Während das Land bis 2025 einen Zuwachs von nur zehn Prozent erwartet, gehen die Anwohner von weit mehr aus. Das heutige Verkehrsaufkommen auf der L 418 in Richtung Burgholz werde dagegen vom Land zu hoch eingeschätzt. Eigene Zählungen ergaben 40 000 Fahrzeuge täglich, das Land geht von knapp 60 000 aus. Doch schon heute seien die Lärm-Grenzwerte fast erreicht.

Dass die schnelle Verbindung von der A 46 zur A 1 eine Sogwirkung besonders auf den Fern- und Schwerlastverkehr haben werde, befürchtet auch die Bürgerinitiative „L 418 Lärmschutz“. 60 000 und damit bis zu 20 000 Fahrzeuge mehr als heute, so die Schätzungen von Friedrich Krause und dessen Nachbarn Klaus Schilling, könnten nach dem Ausbau pro Tag die Strecke über das Sonnborner Kreuz zum Burgholztunnel und in umgekehrter Richtung befahren.

Zumindest einen Erdwall wünschen sich die Boltenberger

Und welche Lösungen gibt es für den Boltenberg? Friedrich Krause kennt eine Stelle, wo man zumindest einen Wall oder eine Lärmschutzmauer auf einer Länge von 50 Metern bauen könnte. Um aber überhaupt eine Chance auf Schutz zu haben, müsse man im Planfeststellungsverfahren berücksichtigt werden. „Sonst werden wir später keinerlei Ansprüche anmelden können“, sagt Krause. Ansonsten ruhen die Hoffnungen auf Forschungserfolgen bei der Verbesserung lärmdämmender Straßenbeläge.

Ein weiterer Bericht zur Verkehrsplanung auf » S. 16

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