Neuntklässler informierten sich bei der Berufsorientierungsbörse.

Neuntklässler informierten sich bei der Berufsorientierungsbörse.
Pierre Gehling stand den Schülerinnen Anna-Lena und Sofie (r.) Rede und Antwort.

Pierre Gehling stand den Schülerinnen Anna-Lena und Sofie (r.) Rede und Antwort.

Anna Schwartz

Pierre Gehling stand den Schülerinnen Anna-Lena und Sofie (r.) Rede und Antwort.

Ronsdorf. Mit dem Collegeblock unter dem Arm laufen Dustin, Tom, Jonathan und Dominik durch die Mensa der Erich-Fried-Gesamtschule, die an diesem Tag eher einer Messe gleicht. Denn insgesamt 29 Unternehmen und Organisationen stellen sich an Ständen den neugierigen Fragen der Schüler, die auf der Suche nach einem Beruf für sich sind.

Die vier Neuntklässler haben eine Frageliste dabei und wollen von den Ansprechpartnern wissen, welche Ausbildungen im jeweiligen Unternehmen möglich sind, welchen Schulabschluss sie jeweils dafür brauchen, was man verdienen kann und was für Arbeitszeiten es gibt. Gestellt haben sie ihre Fragen unter anderem bei der Barmenia, beim Roten Kreuz, bei der Großwäscherei Voss und bei einem Landschaftsbau-Unternehmen. Dort zu arbeiten, kann sich zum Beispiel Jonathan vorstellen: „Ich möchte eine Ausbildung zu einem Beruf machen, bei dem ich auch draußen arbeiten kann.“

Über Garten- und Landschaftsbau haben sich auch Anna-Lena (14) und Sofie (15) beim Unternehmen Leonhards informiert. „Ich fand das sehr gut“, berichtet Sofie. Denn Pierre Gehling, Ausbildungsleiter von Leonhards, habe von sich erzählt. „Man merkt, dass er nichts auswendig gelernt hat.“ Noch spannender als Pflanzen finden beide Mädchen aber Tiere, daher werden sie ihr Schulpraktikum demnächst in einem Tierpark und bei einem Tierarzt absolvieren.

„Man merkt, dass er nichts auswendig gelernt hat.“

Sofie (15) über den Leonhards-Ausbildungsleiter

Dafür hat Leonie (14) ihr Praktikum auf der Berufsorientierungsbörse gefunden. Sie hat sich mit Lea (15) bei der Berufsgenossenschaft Bau die Arbeit bei einer Versicherung erklären lassen. „30 bis 40 Akten fasst man pro Tag an“, gibt Lea ihr neues Wissen weiter. „Man muss klären, was passiert ist, ob derjenige versichert ist, man hat viel mit anderen Menschen zu tun.“

Die Börse ist Teil des Schulprogramms zur Berufsorientierung der Schüler, für das die Schule mehrfach das Siegel „Schule mit vorbildlicher Berufsorientierung“ in einem Wettbewerb der Arbeitgeberverbände erhalten hat. Für die neunten Klassen ist die Teilnahme an der Börse verpflichtend, sie haben sich mit einer Projektwoche darauf vorbereitet. Die älteren Schüler sind ebenfalls eingeladen. „Ich hoffe, sie nutzen die Chance“, sagt Markus Köcke, Lehrer und Berufskoordinator der Schule.

Viele Informationen über das Berufsleben erhalten die Schüler auch bei der „Talent Company“, so heißt der Fachraum zur Berufsorientierung. Hier stehen Computer für die Recherche und das Schreiben von Bewerbungen, hier gibt es Info-Material des Berufsinformationszentrums der Arbeitsagentur und der Partner-Firmen der Schule. Diese organisieren zudem wöchentlich Workshops zu Berufsthemen.

Dass die Arbeit erfolgreich ist, war auch bei der Berufsbildungsbörse zu erleben, denn zahlreiche Ansprechpartner an den Info-Ständen waren einst selbst Schüler an der Erich-Fried-Gesamtschule und können heute für Nachwuchs in ihrer Firma werben.

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