Die Jahrgangsstufe 13 der Gesamtschule führt an der Blutfinke „Tauben im Gras“ auf.

Die Schauspielerbegeisterten bei der Premiere mit Einsatz und Ideen.
Die Schauspielerbegeisterten bei der Premiere mit Einsatz und Ideen.

Die Schauspielerbegeisterten bei der Premiere mit Einsatz und Ideen.

Uwe Schinkel

Die Schauspielerbegeisterten bei der Premiere mit Einsatz und Ideen.

Ronsdorf. Was ist der Sinn des Lebens? Frag doch einfach Siri – die computergenerierte Spracherkennung des iPhones kann einem doch heute sonst fast alles beantworten. Mit diesen und weiteren originellen Ideen inszenierte die 13. Jahrgangsstufe der Erich-Fried-Gesamtschule ein Stück nach der Romanvorlage von Wolfgang Koeppens „Tauben im Gras“. Ziel war es „widerborstige“ Schullektüre erlebbar zu machen, so der Schulleiter Reinhart Herfort.

230 Zuschauer belohnten Schüler mit lauten Lachern und Applaus

Widerborstig im wahrsten Sinne des Wortes: Koeppens Nachkriegsroman von 1951 steht im Lehrplan als Stellvertreter für moderne Literatur. Statt linearer Erzählstränge und Helden werden 30 Figuren mit ihren Problemen und Denkmustern in 106 Episoden collagenhaft eingefangen. Auf paradoxe Weise eröffnet sich ein kritisches Kaleidoskop der Nachkriegsgesellschaft, die nur eins gemeinsam hat: Die Suche nach dem Sinn des Lebens – oder der nüchterne Vergleich menschlicher Existenz mit dem eher planlosen Umherpicken von Tauben im Gras. Umso wichtiger war das Projekt für Spielleiterin Susanne Meier: „Ich wollte zeigen, dass Literatur, die vielleicht anstrengend zu lesen ist, auch unheimlich Spaß machen kann.“

Stück wurde eineinhalb Jahre lang vorbereitet

Anderthalb Jahre dauerte es vom Lesen der Lektüre im Schulunterricht über die Auswahl der Szenen und die Inszenierung bis zur bühnenreifen Fassung. Unter anderem waren Jasmin Ducherow (19) und Kay Lara Geeven (18) von Anfang an dabei: „Manchmal haben wir uns auch an Wochenenden für Proben getroffen. Es war anstrengend, wir haben uns aber die lockere Stimmung bewahrt und hatten sehr viel Spaß.“

Spaß hatte auch das stattliche Publikum von rund 230 Zuschauern, darunter Schüler, Lehrer, Familienmitglieder und Freunde. Immer wieder wurden die Schüler für ihre harte Arbeit mit lauten Lachern und Applaus belohnt, wenn etwa zu kleinen Vorstadt-Gangstern aus der Nachkriegszeit moderne Rap-Musik ertönte, eine Selbsthilfegruppe sich mit Schreibblockaden, Hyperaktivität und Cholerikern auseinandersetzte oder Siri plötzlich Schokolade zum Sinn des Lebens erklärte.

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