Während die Diskussion um die Schutzzäune weitergeht, wird am ehemaligen Militärgelände der Schmalenhofer Bach wieder in seine alte Form gebracht – und renaturiert.

Südlich des Scharpenacker Wegs arbeitet der Wupperverband derzeit an der Renaturierung des Schmalenhofer Bachs.
Südlich des Scharpenacker Wegs arbeitet der Wupperverband derzeit an der Renaturierung des Schmalenhofer Bachs.

Südlich des Scharpenacker Wegs arbeitet der Wupperverband derzeit an der Renaturierung des Schmalenhofer Bachs.

Uwe Schinkel

Südlich des Scharpenacker Wegs arbeitet der Wupperverband derzeit an der Renaturierung des Schmalenhofer Bachs.

Wuppertal. In der nächsten Woche geht die Auseinandersetzung um die Ausgleichsflächen für den JVA-Neubau in die nächste Runde - und beide Seiten wollen die Diskussion versachlichen.

Während die Bürgerinitiative "Freies Scharpenacken" an diesem Sonntagnachmittag erneut Unterschriften gegen die Zäune im Naherholungsgebiet sammelt, wird die Stadt Wuppertal einen Tag später die Pläne in Abstimmung mit dem Land noch einmal im Detail darstellen. Damit will man bei den Wuppertalern um Verständnis dafür werben, dass ein Teil ihres Ausflugsziels nicht mehr in der gewohnten Form zu nutzen ist - und Dampf aus dem Kessel nehmen.

Renaturierung durch den Wupperverband

Vor diesem Hintergrund liest es sich auf den ersten Blick fast schon wie eine Randnotiz, dass südlich des Scharpenacker Wegs seit kurzem am Schmalenhofer Bach gearbeitet wird. Dabei ist die Baustelle gerade aus Sicht des Naturschutzes von Bedeutung: Im Auftrag der Stadt versetzt der Wupperverband das Gewässer wieder in seine ursprüngliche Form, um einen neuen Lebensraum zu schaffen.

Bislang teilte der Schmalenhofer Bach das Schicksal vieler ähnlicher Gewässer im Wuppertaler Stadtgebiet: Um Platz für Nutzflächen zu schaffen - in diesem Fall war es der Truppenübungsplatz der Generaloberst-Hoepner-Kaserne - wurde der Bachlauf vor langer Zeit verrohrt.

"Gleichzeitig musste der Bach Schmutzwasser aus der inzwischen aufgegebenen Kaserne aufnehmen", heißt es von der Stadt. Betroffen waren die beiden Quellen im Oberlauf des Bachs und die ersten 100Meter Fließstrecke.

Dass auf der GOH-Fläche nun Häuser und Gewerbebetriebe errichtet werden, verbessere nicht nur die Abwasser-Situation, sondern ermögliche nun auch eine Renaturierung des Gewässers im Rahmen des Bachentwicklungsprogramms. Vorgesehen ist sie als Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme aus dem Bebauungsplan des Engineering Parks.

Sechs Wochen sind für die Bauarbeiten zur "Befreiung" des Bachlaufs geplant. Dass es nach dem starken Frost jetzt milder ist, habe den Beginn der Arbeiten am Schmalenhofer erleichtert, fügt Bauleiter Stefan Muth auf WZ-Nachfrage hinzu. Zutage trete bei der Öffnung des Gewässers jetzt auch jede Menge Schutt, der einst dort abgeschüttet wurde.

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