Die Arbeiten an den Außenanlagen ruhen wetterbedingt – der Innenausbau läuft.

Wird aller Voraussicht nach im Juni der Justiz übergeben: die JVA Ronsdorf.
Wird aller Voraussicht nach im Juni der Justiz übergeben: die JVA Ronsdorf.

Wird aller Voraussicht nach im Juni der Justiz übergeben: die JVA Ronsdorf.

Andreas Fischer

Wird aller Voraussicht nach im Juni der Justiz übergeben: die JVA Ronsdorf.

Ronsdorf. Während der Gefängnisneubau auf den Südhöhen in Wuppertal nach wie vor für Diskussionen sorgt, nimmt der Komplex selbst Form an. „Wir können den Terminplan einhalten“, berichtet Ulrike Stoppert vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW in Düsseldorf auf WZ-Nachfrage. „Die JVA wird zum 1. Juni an die Justiz übergeben.“

Nach dem Winter kommt der neue Kunstrasenplatz

Dass man die Gebäude vor dem Wintereinbruch wind- und regendicht abgeschlossen habe und beheizen könne, ermögliche nun einen uneingeschränkten Innenausbau. Draußen hingegen könne man bei den winterlichen Temperaturen nichts erledigen.

Das betrifft unter anderem Bepflanzungen und die Kunstrasen-Oberflächen der Gefängnissportplätze, deren Unterbau allerdings noch vor dem Winter fertig wurde. Für die Sportplätze brauche man längere Zeit Temperaturen über zehn Grad „und einigermaßen trockenes Wetter“, wie Stoppert berichtet. Dem Zeitplan folgend, müssten diese Außenarbeiten spätestens im April starten. „Dann wird der Winter hoffentlich vorbei sein.“

Sicherheitsprüfung parallel zum Innenausbau

„Bis auf Restleistungen sind auch die Dach- und Fassadenarbeiten abgeschlossen“, heißt es von der Bauleitung. Auch die grundsätzlichen Arbeiten an Zufahrten, Wegen sowie an den sogenannten Freistundenhöfen und Zaun-Anlagen habe man weitgehend vor dem Winter abschließen können. Parallel zum Innenausbau wird bereits die Sicherheitstechnik im Gebäudekomplex überprüft, um die Anlage aller Voraussicht nach im dritten Quartal ganz in Betrieb zu nehmen und die Gefangenen einziehen zu lassen.

250 Mitarbeiter: Personalplanung läuft auf Hochtouren

Wie berichtet, werden 250 Mitarbeiter im neuen Jugendgefängnis beschäftigt sein. Derzeit führe man Bewerbungsgespräche und arbeite an der Personalplanung, bevor auf den Südhöhen mit insgesamt 510 Haftplätzen der Betrieb aufgenommen wird.

Insgesamt werden gut 124 Millionen Euro in das neue Jugendgefängnis auf den Südhöhen investiert.

Das Richtfest wurde am 18. März vergangenen Jahres auf der gut zehn Fußballfelder großen Fläche gefeiert – begleitet von Protesten: Der Neubau im Naherholungsgebiet ist umstritten – nicht zuletzt auch mit Blick auf die Verkehrsanbindung: Nach wie vor ist offen, ob und wann an der Parkstraße der Lückenschluss zur A 1 kommt. Anwohner befürchten ein Verkehrschaos.

Zwölf Gebäudeteile umfasst die neue JVA – mit einer Bruttogeschossfläche von 56 000 Quadratmetern. Im Zentrum stehen die zwei Haftgebäude, an die Bildungs-, Freizeit- und medizinische Einrichtungen angeschlossen sind. Hinzu kommen eine Werk-, Sport- und Kfz-Halle sowie ein Verwaltungs- und ein Wirtschaftsgebäude – während es ein eigenes Haus für die Aufnahme von Gefangenen und deren Besucher gibt.

Platz für 200 junge Leute in Untersuchungshaft

Vorgesehen ist in der JVA auf den Südhöhen außerdem ein Kulturzentrum und ein Haus der Begegnung – ergänzt durch Frei- und Sportanlagen. 200 der 510 Plätze des neuen Jugendgefängnisses sind für die Untersuchungshaft bestimmt.

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