Ronsdorf: Die Zukunft der Kamm-Molche auf der JVA-Baustelle sorgt nach wie vor für Diskussionen. Unterdessen nehmen die Arbeiten auf den Südhöhen Form an.

Blick auf das Amphibien-Gebiet und den zukünftigen Standort der JVA dahinter.
Blick auf das Amphibien-Gebiet und den zukünftigen Standort der JVA dahinter.

Blick auf das Amphibien-Gebiet und den zukünftigen Standort der JVA dahinter.

Uwe Schinkel

Blick auf das Amphibien-Gebiet und den zukünftigen Standort der JVA dahinter.

Wuppertal-Ronsdorf. An der Baustelle für das neue Jugendgefängnis scheiden sich nach wie vor die Geister: Während Naturschützer und Umweltgruppen auf Dauer eine Vernichtung der Kamm-Molch-Bestände auf dem alten Militärgelände befürchten, hält der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes NRW (BLB) die geplanten Schutzmaßnahmen für ausreichend. Beide Seiten stützen sich auf Gutachten.

Schutzradius von 80 Metern - zu klein oder ausreichend?

Zurzeit sei am Baufeld lediglich "ein Gebiet mit einem Radius von rund 80 Metern um die Laichgewässer geschützt", berichtet Tim Schmitz von Sielmanns Naturrangern. Erforderlich sei allerdings ein 200-mal so großes Gebiet für die Amphibien, "um bis zur Laichzeit vor der direkten Vernichtung durch die Baumaßnahmen sicher zu sein." Vor diesem Hintergrund müsse beim Artenschutz dringend nachgebessert werden.

Beim BLB weist man die Kritik hingegen zurück: Der 80-MeterRadius werde - wie alle anderen Maßnahmen zum Schutz des Kamm-Molches - "als in jeder Hinsicht ausreichend erachtet." Das erklärt Ulrike Stoppert, Projektleiterin beim BLB, mit Blick auf die beteiligten Fachbehörden und das Gutachterbüro, das sich mit dem Artenschutz beim Bebauungsplan befasst hat. Bei einem WZ-Ortstermin wurde seitens des BLB gestern zudem betont, dass noch vor dem Schutzzaun für Amphibien auf ganzer Länge eine zusätzliche Holz-Absperrung installiert wird, um zu verhindern, dass Baufahrzeuge in das Schutzgebiet gelangen. Entgegen anderer Meldungen seien die neu angelegten Laichgewässer auch nicht ausgetrocknet. In zwei bis drei Wochen soll die gut 2,5Hektar große Fläche endgültig eingezäunt sein.

JVA-Rohbau soll Ende 2009 stehen - Gesamtbauzeit von gut fünf Jahren

Jenseits dessen nimmt die Großbaustelle für die JVA Form an: Nach Abschluss aller Rodungen beginnen die Erdarbeiten voraussichtlich im April. Der Rohbau soll bereits Ende 2009 stehen und der Innenausbau der JVA Ende 2010 abgeschlossen sein. Mit dem Baustart für die Landesschulen rechnet man dagegen im Herbst 2010. Ob dazu parallel auch die neuen Gebäude der Bereitschaftspolizei errichtet werden, ist derzeit noch offen.

Beim BLB gehe man von einer Gesamtbauzeit von vier bis fünf Jahren für die Landeseinrichtungen aus, fügt Hans-Gerd Böhme, BLB-Niederlassungsleiter in Düsseldorf, hinzu.

Schneller Lückenschluss zur A1 im Sinne der Landeseinrichtungen

Im Rahmen der ersten Bauarbeiten habe man in den vergangenen drei Wochen etwa 10 000 Kubikmeter Erde abgefahren, berichtet Projektleiterin Ulrike Stoppert: "Wir wissen, dass das für die betroffenen Anwohner eine Zumutung war." Entsprechend bemühe man sich um Straßenreinigungen, Bürgerinformationen und Hilfen - auch in Form von Gutscheinen für die Reinigung in Waschstraßen. Ab Mai soll die Straße Erbschlö nicht mehr unmittelbar vom Baustellenverkehr betroffen sein.

Nach wie vor ist unklar, welchen Hintergrund die hohen Kauf-Angebote für Grundstücke am Erbschlö haben (die WZ berichtete). Auch gestern erklärte der BLB, damit nichts zu tun zu haben.

Auch seitens des BLB wünsche man sich natürlich einen möglichst schnellen Lückenschluss zur A 1, unterstreichen Böhme und Stoppert auf WZ-Nachfrage. Nicht zuletzt der neue Standort der Bereitschaftspolizei erfordere eine gute Anbindung an die Autobahn. Dass parallel zu den Landeseinrichtungen auch am Lückenschluss gearbeitet werde, sei aus Sicht des BLB jedenfalls kein Problem.

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