Rund um die Talsperre lassen Hundebesitzer immer wieder ihre Tiere frei laufen. Das stößt bei Naturschützern auf Kritik.

Ronsdorf
Im Naturschutzgebiet eigentlich unzulässig: zwei Hunde, die im Teich hinter der Ronsdorfer Talsperre baden. Naturschützer monieren, dass dadurch Krebse gefährdet werden.

Im Naturschutzgebiet eigentlich unzulässig: zwei Hunde, die im Teich hinter der Ronsdorfer Talsperre baden. Naturschützer monieren, dass dadurch Krebse gefährdet werden.

Uwe Schinkel

Im Naturschutzgebiet eigentlich unzulässig: zwei Hunde, die im Teich hinter der Ronsdorfer Talsperre baden. Naturschützer monieren, dass dadurch Krebse gefährdet werden.

Ronsdorf. „Ich habe nichts gegen Hunde und Hundehalter.“ Jörg Werbeck vom Deutschen Alpenverein will von Beginn an keine Missverständnisse aufkommen lassen. Vorurteile hat er keine – aber er will auf massive Probleme an der Ronsdorfer Talsperre aufmerksam machen. Und die haben nun mal auch mit Hunden zu tun. „Wir sind hier in einem Naturschutzgebiet“, sagt Werbeck. Und dort gelten verschärfte Regeln – zum Beispiel, dass die Wege nicht verlassen werden dürfen. Auch nicht von Hunden.

Doch schon bei einer Ortsbegehung am Mittwochmorgen ergibt sich folgendes Bild: An die 20 Hundehalter samt Vierbeiner sind in dem Waldgebiet rund um den See unterwegs. Angeleint sind die wenigsten Tiere. Vom Parkplatz aus läuft man über einen Weg, der mit Hundekot geradezu gespickt ist. Werbecks Kommentar: „Hier sieht es beschissen aus.“ Und bei schönem Wetter kommt eine merkliche Geruchsbelästigung dazu.

Vor allem badende Hunde sind ein Problem im Naturschutzgebiet

An den Schildern, die auf das Naturschutzgebiet und die Anleinpflicht hinweisen, flitzen die Hunde nur so vorbei, die Halter greifen nicht ein. Doch das für Werbeck weitaus größte Problem findet man an einem kleinen Teich, der vom Saalbach gespeist wird und sich kurz oberhalb der Talsperre befindet. Auch dieser gehört zum Schutzgebiet.

Doch scheint er auch ein idealer Platz zu sein, um Hunde baden zu lassen. Enten werden gejagt, Wildtiere verschreckt und auf dem Boden des Sees kann sich kaum Vegetation ansiedeln. Der so aufgewirbelte Schlamm gelangt über den Saalbach in die Talsperre – für den dort lebenden Europäischen Edelkrebs sind das keine optimalen Bedingungen. „Ich weise die Hundehalter dann oft darauf hin“, sagt Werbeck. Doch er stößt damit meist auf Gegenwehr. Das berichten auch Anwohner, die sich nicht nur durch Lärm und Geruch belästigt fühlen. Auch der fehlende Respekt der Hundehalter wird moniert.

Die Argumente auf deren Seite: Ein Hund braucht Auslauf. Ein Hund muss auch mal frei laufen und spielen können. Und dafür sind die offiziellen Flächen in Wuppertal leider rar gesät. Am Scharpenacken ist das möglich, auf der Hardt oder auch im Nordpark. Doch bedeutet das für Hundehalter mitunter lange Anfahrten.

Naturschützer fordert Diskussion über Auslaufgebiete für Hunde

Den Flyer zum Verhalten mit Hunden findet man auf der Homepage der Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt unter: www.lnu.wtal.de

Fürs erste soll nun ein Flugblatt mit „Informationen zum richtigen Verhalten mit Hunden in der Landschaft“ die Hundehalter dazu bringen, sich selbst und auch sich untereinander zu informieren. Langfristig müssen aber in Wuppertal neue Lösungen her, findet Werbeck: „Es muss eine Diskussion stattfinden, wo man mit Hunden heute noch gehen kann.“ Denn letztlich würden alle profitieren – der Naturschutz, die Zwei- und Vierbeiner und auch der Europäische Edelkrebs.

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