Gäste des Sommerfests der Bürgerinitiative gegen eine Forensik auf Lichtscheid senden Karten an Barbara Steffens..

Gäste des Sommerfests der Bürgerinitiative gegen eine Forensik auf Lichtscheid senden Karten an Barbara Steffens..
Peter Jung, Georg Weber und Andreas Mucke machen bei der Herzkampagne mit.

Peter Jung, Georg Weber und Andreas Mucke machen bei der Herzkampagne mit.

Gerhard Bartsch

Peter Jung, Georg Weber und Andreas Mucke machen bei der Herzkampagne mit.

Lichtscheid. Live-Musik, Grillstand, Eiswagen und Hüpfburg – das Sommerfest der Bürgerinitiative gegen den Bau einer Forensik auf Lichtscheid kam wie eine klassische Nachbarschaftsfeier daher.

Doch der Anlass war ein ernster: Unter dem Motto „Wir li(e)ben Lichtscheid“ wollte die Initiative noch einmal für ihren Widerstand gegen die Pläne zum Bau einer Klinik für psychisch kranke Straftäter auf dem Gelände der Bereitschaftspolizei trommeln. Und so rief die Bürgerinitiative sie die Besucher auf, Protest-Postkarten an Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Gesundheitsministerin Barbara Steffens zu schicken. Zugleich startete eine Aktion, bei der rote Herzen zu beschriften waren und an Steffens geschickt werden können.

Gesundheitsministerin Steffens lehnte die Einladung ab

Viele waren auf das Gelände der Kfz-Zulassungsstelle an der Müngstener Straße gekommen. „Ich bin überwältigt von der Anzahl an Menschen hier“, sagte BI-Sprecher Georg Weber. Es gehe jetzt darum, bei dem Thema den Druck hochzuhalten und „langen Atem“ zu beweisen.

Gerne hätte die BI auch mit Barbara Steffens diskutiert. Die hatte jedoch dankend abgelehnt – mit dem Hinweis, dass dem Ministerium die „Anliegen und Argumente“ bekannt seien und in dem Verfahren zur Entscheidung des Standortes „berücksichtigt würden“, wie Weber aus einem Brief des Ministeriums verlas.

Unterstützung kam aus der Lokalpolitik

Georg Weber hat da aber so seine Zweifel. In ganz Nordrhein-Westfalen gebe es keinen potentiellen Standort, an dem so viele Häuser vom Bau einer forensischen Klinik betroffen wären wie auf Lichtscheid. Ein Filetstück für die städtische Entwicklung würde damit aus der Erschließung als Wohngebiet herausgenommen.

Aus der Lokalpolitik erhielten die Anwohner und Bürgerbewegten Unterstützung. So erteilten sowohl Oberbürgermeister Peter Jung (CDU) wie auch sein SPD-Herausforderer bei der anstehenden Oberbürgermeister-Wahl, Andreas Mucke, den Plänen des Landes für den Bau einer Klinik für Maßregelvollzug eine klare Absage. Lichtscheid sei ein „hochattraktives Wohngebiet“, erklärte Jung. Sollte das Land an seinen Plänen festhalten, auf Lichtscheid eine Forensik errichten zu wollen, werde es „massivsten Widerstand“ durch die Stadt geben.

Zu den Besuchern, die am Samstag eine Protestkarte an die Landesregierung schrieben, gehörten auch Angelika und Reinhard Raffler. „Das ist doch so ein tolles Wohngebiet hier. Hier leben so viele Familien mit Kindern. Da kann man keine Forensik errichten“, sagte Reinhard Raffler. Das Ehepaar wohnt zwar in Heckinghausen, aber ihr Schwiegersohn, Tochter und zwei Kinder leben auf Lichtscheid. Deshalb sei es für die beiden klar, den Protest zu unterstützen.

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