Die Bezirksvertretung Ronsdorf hat Einbahnstraßen in Gegenrichtung freigegeben.

Die Kocherstraße ist für Radfahrer bald wieder teilweise in beide Richtungen zu befahren.
Die Kocherstraße ist für Radfahrer bald wieder teilweise in beide Richtungen zu befahren.

Die Kocherstraße ist für Radfahrer bald wieder teilweise in beide Richtungen zu befahren.

Stefan Fries

Die Kocherstraße ist für Radfahrer bald wieder teilweise in beide Richtungen zu befahren.

Ronsdorf. Radfahrer dürfen demnächst drei weitere Einbahnstraßen in Ronsdorf auch in Gegenrichtung befahren. Die Bezirksvertretung (BV) beschloss in ihrer letzten Sitzung, die Astilbenstraße sowie die Einbahn-Teilstücke von Kocherstraße und der Straße Zandershöfe für Radfahrer zu öffnen, wenn es auch einige Gegenstimmen gab. Die Astilbenstraße ist ohnehin nur eine sogenannte unechte Einbahnstraße: Die Einfahrt ist von der Lüttringhauser Straße aus verboten, doch innerhalb der Straße können auch Autos in beide Richtung fahren. Nun wird die Straße für Radler vollständig geöffnet. Dem stimmten alle Bezirksvertreter zu, auch wenn unter anderem Jana Hornung für die CDU zunächst Bedenken anmeldete. „Aber es fahren dort ohnehin nicht so viele Radler“, schwächte sie diese ab. Von daher sei es in Ordnung, die Straße zu öffnen.

Mehrere Einwände gegen einzelne Öfnnungen

Die Anregung dazu war ein Bürgerverschlag. „Wir haben das vor Ort geprüft und uns gleich weitere Straßen in der Umgebung angesehen“, so Norina Peinelt, die Fahrradbeauftragte der Stadt. Als Ergebnis hat die Verwaltung vorgeschlagen, auch das Stück Kocherstraße zwischen Lüttringhauser Straße und Hausnummer 12 der Kocherstraße für Radfahrer freizugeben, sowie das Stück der Straße Zandershöfe zwischen Lüttringhauser Straße und Hausnummer 9.

Bei beiden Straßenabschnitten waren die nötigen Voraussetzungen vorhanden: Auf ihnen muss Tempo 30 gefahren werden, die Sicht ist gut und es ist Platz dafür, dass Radfahrer und Autos einander im Gegenverkehr ausweichen können. Bei diesen Stücken gab es jedoch mehrere Einwände. Stefan Schmitz (fraktionslos) hielt die Straße Zandershöfe für zu eng und daher für zu gefährlich, um sie für Radfahrer freizugeben. Und er kritisierte, dass die Öffnung der Kocherstraße völlig unnötig sei, parallel verlaufe ja mit dem Gerhard-Dürslen-Weg ein Rad- und Fußweg. Diesen Einwand hatte auch Stadtverordneter Alexander Schmitz (FDP) als beratendes Mitglied der BV. Jürgen Köster (Linke) hatte grundsätzliche Zweifel an der Öffnung von Einbahnstraßen: „Die Unfallgefahr wächst.“ Heinz-Walter Heinemann (CDU) fragte nach der Breiten Straße, die die BV vor einiger Zeit freigegeben hat. Nach Auskunft der Polizei ist die völlig unauffällig. Paul Yves Ramette (Grüne) plädierte für die Öffnung aller drei Straßen, im Luisenviertel werde das seit 25 Jahren praktiziert, dort habe es nie einen Unfall gegeben. Und Axel Stuhlreiter (SPD) argumentierte, viele Radfahrer nutzten die Straßen bereits in Gegenrichtung. Durch eine entsprechende Beschilderung würden die Autofahrer wenigstens sensibilisiert.

In der Abstimmung gab es jeweils vier Gegenstimmen, die Mehrheit beschloss aber eine Freigabe. Damit gibt es nun mit der Breiten Straße vier für Radler freigegebene Einbahnstraßen in Ronsdorf – noch vergleichsweise wenig. Insgesamt dürfen Radler in Wuppertal bereits 190 von rund 400 Einbahnstraßen in beide Richtungen nutzen.

Die Fahrradbeauftragte Norina Peinelt erläutert, dass die Stadt meistens auf Bürgeranregungen reagieren, die Verwaltung aber auch selbst Vorschläge mache. Dabei werde jede Straße vor Ort von Verwaltungsfachleuten und der Polizei geprüft: „Wir entscheiden das keinesfalls vom Schreibtisch aus.“ Bei 57 Straßen hat die Verwaltung die Freigabe für Radfahrer auch abgelehnt. Und zu zwölf Straßen wurde die Entscheidung zurückgestellt, zum Beispiel um die Entwicklung der Döppersberg-Baustelle abzuwarten. Seit 2013 gilt die neue Regelung der Straßenverkehrsordnung, dass Einbahnstraßen geöffnet werden müssen, wenn dadurch keine Gefahr entsteht. „Wir haben damit grundsätzlich gute Erfahrungen gemacht“, betont Peinelt. „In den vier Jahren hat es keine Unfälle und auch keine Beschwerden gegeben.“

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