Schüler der Gesamtschule bekommen künftig Hilfe bei der Berufsorientierung.

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Im neuen Büro: Oberstufenschüler Daniel mit Schul-Sozialarbeiter Claudius Kopietz.

Im neuen Büro: Oberstufenschüler Daniel mit Schul-Sozialarbeiter Claudius Kopietz.

Uwe Schinkel

Im neuen Büro: Oberstufenschüler Daniel mit Schul-Sozialarbeiter Claudius Kopietz.

Ronsdorf. "Wir wollen unseren Schülern Lebenschancen vermitteln", sagt Reinhart Herfort, Schulleiter der Erich-Fried-Gesamtschule in Ronsdorf. Genau das ist heute nicht einfach. Zu wenige Ausbildungsplätze, ein verwirrend vielfältiges Angebot an Studienplätzen und gestiegene Anforderungen der Arbeitgeber machen es Schülern schwer, ihren Weg in die Berufswelt zu finden. In NRW soll nun ein neues Konzept Abhilfe schaffen, unter anderem in Ronsdorf: In der Erich-Fried-Schule wurde ein Berufsorientierungsbüro (BOB) eingerichtet. Dort gibt es Hilfe bei allen Problemen und Fragen rund um die Berufswahl.

Bei annähernd 300 möglichen Berufen ist Orientierung schwierig

Im BOB liegen nicht nur zahlreiche Informationsblätter rund um Studium und Beruf aus - an drei nagelneuen Computern können die Schüler im Internet nach Angeboten und Möglichkeiten suchen. Die Beratungslehrer, der Sozialpädagoge der Schule, Claudius Kopietz, und auch ein Mitarbeiter der Bundesagentur für Arbeit helfen, sich im Dschungel der Informationen zurechtzufinden. "Wir wollen Lotsen im Gewirr sein", erklärt die Beratungslehrerin Barbara Heinrich. Mädchen wollten oft Krankenschwester oder Friseurin werden, Jungen "was mit Autos oder Computer" machen - Ziele, die angesichts von über 300 verschiedene vorhandenen Ausbildungsberufen nicht wirklich weiterhelten, zumal manche davon noch relativ neu und unbekannt sind, wie etwa der Werksfeuerwehrmann oder der Industrieelektriker.

Doch selbst nach der Wahl des Wunschberufs wird es für die Jugendlichen nicht einfacher: Nur wer aussagekräftige und korrekte Bewerbungen verschickt, hat überhaupt eine Chance auf dem Ausbildungsmarkt. Im BOB können die Schüler deswegen Bewerbungen verfassen, die anschließend von den Fachkräften optimiert und auf Rechtschreibfehler hin untersucht werden.

"Auch Eltern kommen, weil sie Hilfe bei den Bewerbungen ihrer Kinder brauchen", sagt Sozialpädagoge Claudius Kopietz. Denn Lebensläufe und Anschreiben sollten möglichst eine individuelle Note haben, damit sie aus der Masse der eingehenden Bewerbungen herausragen.

Wenn die Bewerbung dann klappt und ein Vorstellungsgespräch naht, können die Schüler im BOB mit einer Kamera überprüfen, wie selbstsicher sie in simulierten Gesprächen auftreten. Also alles da - damit der Weg in die Zukunft ein wenig einfacher zu gehen ist.

8000 Euro hat das Projekt gekostet. Finanziert wurde es von der Agentur für Arbeit. Die Stiftung Partner für Schule NRW, hinter der sich das Schulministerium und Unternehmen verbergen, organisiert das Projekt.

So können im Jahr 2009 an insgesamt acht Wuppertaler Schulen BOBs eingerichtet werden.

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