Was aus dem Stahlbetonbau über das Blombachtal nach dem Ausbau der L419 wird, steht nicht fest.

Wer sich nach dem Ausbau der L419 um die Blombachtalbrücke kümmert, steht noch nicht fest.
Wer sich nach dem Ausbau der L419 um die Blombachtalbrücke kümmert, steht noch nicht fest.

Wer sich nach dem Ausbau der L419 um die Blombachtalbrücke kümmert, steht noch nicht fest.

Stefan Fries

Wer sich nach dem Ausbau der L419 um die Blombachtalbrücke kümmert, steht noch nicht fest.

Ronsdorf. Seit 1959 spannt sie ihren Bogen über das Blombachtal, Über 20 000 Fahrzeuge rollen jeden Tag über sie. Doch was wird aus der Brücke, wenn eines Tages der Ausbau der L419 abgeschlossen ist und Fahrzeuge aus Wuppertal schon vor der Brücke auf die Autobahn A1 fahren können? Die Bedeutung der Brücke wird dann wesentlich geringer sein - Straßen NRW schätzt, dass dann nur noch 8000 Fahrzeuge täglich die Brücke nutzen. Damit stellt sich die Frage, wer dann für ihren Unterhalt zuständig ist.

Bisher kümmert sich Straßen NRW um die Brücke, weil sie als Teil der L419 eine Landesstraße ist. Möglicherweise wird der Straßenabschnitt nach dem Ausbau herunterklassifiziert – dann wäre die Stadt zuständig. Das wäre sicher ein teures Vergnügen. Sabrina Kieback, Sprecherin von Straßen NRW, erklärt aber: „Das ist noch nicht entschieden.“ So lang im Voraus sei eine Festlegung nicht sinnvoll.

Das sagt auch der Landtagsabgeordnete Dietmar Bell (SPD): „Darüber wird man vielleicht 2024 diskutieren. Jetzt will ich nicht spekulieren.“ Und Baudezernent Frank Meyer sagt: „Wir werden mit dem Land darüber im Zuge des Planfeststellungsverfahrens für den zweiten Teil der L419 sprechen.“ Für ihn ist klar: Für die Stadt wäre der Unterhalt der Brücke „finanziell und personell nicht zu stemmen. Klar ist, wir müssen eine Lösung finden.“

Wie nützlich die direkte Verbindung übers Tal ist, weiß Lothar Nägelkrämer, langjähriger Bezirksbürgermeister in Ronsdorf. Er erinnert sich, dass sie früher mit dem öffentlichen Nahverkehr von Linde über Elberfeld nach Ronsdorf fuhren: „Das dauerte zweieinhalb Stunden.“

Ex-Lokalpolitiker Günter Urspruch kann auch etwas zur Entstehung der Brücke berichten. Sie und die Autobahn seien schon ab 1933 geplant worden. Die Autobahnschneise wurde freigelegt, der Fahrweg planiert. Er erinnert sich, dass er (Jahrgang 1945) da, wo jetzt die Auffahrt Wuppertal-Süd ist, auf einem Schotterplatz Fußball spielte. Für die Brücke „gab es schon Verschalungen und die Widerlager, die Baukräne standen schon.“ Im Krieg hörten die Bauarbeiten auf. „Und nach dem Krieg gab es von den Holzverschalungen nichts mehr.“

Erst 1957 begann der Brückenbau erneut. Er erinnert sich, dass er als Kind ins Innere der Brücke gekrabbelt ist. Und er weiß auch, dass die Arbeiter wütend waren, als es kein Richtfest gab. Deshalb hätten sie einen Galgen mit einer Strohpuppe befestigt. „Die hing länger.“ Und habe die Autofahrer irritiert, die auf der kurz zuvor eröffneten Autobahn fuhren.

1959 wurde die Brücke eröffnet. Günter Urspruch weiß noch, dass es lange hieß, man könne die Brücke verbreitern, denn ein Ausbau der L419 wird schon lange diskutiert – die in ihrem Verlauf übrigens dem alten Weg folgt, den die Bauern von Lichtscheid zum Kloster Beyenburg nahmen, wenn sie Abgaben dorthin brachten.

Bei der Diskussion um den Ausbau der Landstraße sei es auch immer um die Frage gegangen, wer sich dann um die Brücke kümmert: „Wenn die Stadt sie unterhalten müsste, wäre das tödlich“, warnt er.

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