Zum 50-jährigen Bestehen des Bades gibt es ein Festwochenende. Radsportler Maik Kaufmann will dann 24 Stunden lang unter Wasser auf einem Ergometer strampeln.

Zum 50-jährigen Bestehen des Bades gibt es ein Festwochenende. Radsportler Maik Kaufmann will dann 24 Stunden lang unter Wasser auf einem Ergometer strampeln.
Hans-Walter Westebbe und Harald Kroll freuen sich auf das Festwochenende. Archiv

Hans-Walter Westebbe und Harald Kroll freuen sich auf das Festwochenende. Archiv

Gerhard Bartsch

Hans-Walter Westebbe und Harald Kroll freuen sich auf das Festwochenende. Archiv

Ronsdorf. „Das wird der Hammer“, sind sich Hans-Walter Westebbe und Harald Kroll, Geschäftsführer von „BaRon- Schwimmen in Ronsdorf“, sicher. Gemeint ist der „verrückte“ Rekordversuch von Maik Kaufmann anlässlich der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen des Ronsdorfer Hallenbades am 14. Und 15 Oktober, das seit 2011 als „Bandwirker-Bad“ mit Unterstützung des Fördervereins in Eigenregie betrieben wird.

Radsportler Maik Kaufmann von der Aktion „Sportlerhelfen“ will nämlich zusammen mit einer handfesten Truppe auf dem Grund des rund drei Meter tiefen Schwimmbeckens 24 Stunden an einem aus dem Rehasport bekannten Fahrrad-Ergometer auf die Pedale treten. Dabei müssen 120 Kilometer zurück gelegt werden, um als Rekord zu gelten. Acht konditionsstarke Unterwasser-Cyclisten hat er um sich versammelt und will mit ihnen abwechselnd „auf der Stelle treten“, ist aber für weitere Mitfahrer offen.

Der Respekt vor der psychischen Belastung ist groß

„So etwas ist bisher noch nie gewagt worden“, sagt Kaufmann, der die Bandwirker-Bad-Betreiber von seiner Idee überzeugte und sie dafür begeisterte. Allerdings, so ganz einfach gestaltet sich die Sache nicht: Keiner von den Sportlern ist Taucher, und wie sie sich mit Atemmaske, Sauerstoffflasche und im Neopren-Anzug mit zwei Metern Wasser über sich fühlen werden, ist noch ungewiss. „Da lastet natürlich auf allen auch einer enormer psychischer Druck“, ist sich Kaufmann sicher, zumal der Rekordversuch ja auch während der Nachtstunden ununterbrochen fortgesetzt wird. „Die Nacht ist am härtesten“, weiß Kaufmann von anderen 24-Stunden-Aktionen.

Allerdings werden die Radler auf dem Beckengrund nicht allein sein, sondern von einem Arzt, einem Sanitäter und einem geübten Taucher der Tauchschule Martin Fehd (trainiert im Bandwirker-Bad) beaufsichtigt. „Sicherheit hat natürlich oberste Priorität“, stellt Kaufmann unmissverständlich fest.

„Ich bin sicher, dass dieser Versuch allgemeine Aufmerksamkeit erregen wird“, so Finanz-Geschäftsführer Harald Kroll über das spektakulärste Ereignis während der zweitätigen Jubiläumsveranstaltung. Obendrein besteht mit dem 24-Stunden-Radeln noch Hoffnung auf einen Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde.

Am 15 Uhr am Samstag wird Einlass sein, wobei kein Eintritt erhoben wird. Um 16 Uhr steigt der erste Aqua-Cyclist ins Wasser und radelt los. „In welchem Rhythmus wir uns abwechseln werden, muss sich noch ergeben.“

Schnuppertauchen, Karaoke-Singen am 20 Uhr und Pool-Party stehen am Samstag auf dem Programm, und um 9.30 Uhr am Sonntag startet das Kids-Projekt der DLRG. Und während sich auf dem Beckenboden die Unterwasser-Radler abstrampeln, ohne von der Stelle zu kommen, gibt es oben ein heiteres Luftmatratzen-Rennen. Um 13.30 Uhr ehrt OB Andreas Mucke Martin Cieklinski von „sportlerhelfen“ für sein erfolgreiches „Finishen“ des Charity-Barcelona-Iron-Mans, was gleichzeitig mit einer hohen vierstelligen Spende für das Kinderhospiz Burgholz verbunden ist.

Und dann darf um 16 Uhr der letzte Fahrrad-Taucher an die Oberfläche und dort wieder frische Luft holen. Vor 50 Jahren, am 30. September 1967, wurde das Ronsdorfer Schwimmbad mit einem 25 mal zehn Meter großen Schwimmbecken und neun Wannenbädern als Nachfolger der zwei Jahre vorher geschlossenen Ronsdorfer Badeanstalt eröffnet. Die Wannenbäder erfreuten sich jedoch keiner großen Beliebtheit und wurden bald durch Solarien ersetzt.

Bitter für die Ronsdorfer Schwimm- und Badefreunde war dann die Nacht zum 13. Mai 2004, als ein Brandstifter bei einem Einbruch Feuer legte, das zwar schnell gelöscht wurde, den Badebetrieb aber wegen Russverschmutzungen und Brandgeruch für längere Zeit lahmlegte.

2010 kam dann im Rahmen des Haushaltsicherungsgesetzes das „Aus“ für das Stadtbad. Ein Umstand, mit dem sich die Ronsdorfer nicht abfinden wollten. Am 28. Oktober 2010 rief der Heimat- und Bürgerverein zu einer Bürgerversammlung im Gemeindezentrum St. Joseph auf, auf der beschlossen wurde, einen Förderverein zum Erhalt des „Bandwirker-Bades“ zu gründen.

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