Vier Kirchengemeinden haben ihre Archive gesichtet und Findbücher angelegt.

Barmen
Benedikt Schmetz mit Reimund Haas vom Historischen Archiv.

Benedikt Schmetz mit Reimund Haas vom Historischen Archiv.

Schinkel

Benedikt Schmetz mit Reimund Haas vom Historischen Archiv.

Barmen. Pfarrarchive sind die Datenspeicher für die Pfarr- und Ortsgeschichte, sagt Reimund Haas vom Historischen Archiv des Erzbistum Köln. Diese Einsicht war für ihn ein Argument, die Archive Wuppertaler Kirchengemeinden zu sichten: St. Maria Magdalena, St. Raphael, St. Elisabeth und St. Petrus.

Dass in den Archiven keineswegs preußische Ordnung herrschte, zeigen Fotos, die der ehemalige Schulrektor Hans-Joachim Ossé vor Jahren aufgenommen hat. Sein Verdienst war es, ein im Erzbistum Köln völlig neuartiges Projekt durchgeführt zu haben, als er ein erstes Findbuch für die Wuppertaler Pfarrarchive anlegte.

Findbücher sind wie Schlüssel zu den Archiven. Nach Themen geordnet, führen sie auf, wo die jeweils relevanten Akten lagern. Solche Findbücher hat Haas am Sonntag im Rahmen der Heiligen Messe der Langerfelder Gemeinde St.Raphael übergeben.

Haas sieht seine Leistung als Feinarbeit auf der Grundlage, die Ossé geschaffen hat. Allein war er bei seinem Unternehmen nicht. Vielmehr konnte er sich bei Sichtung der rund 1000 Akten auf die Mitwirkung von „History Today“, eines Kölner Büros für Geschichtsforschung, stützen. Doch trotz vereinter Kräfte zog sich die Arbeit über ein Vierteljahr hin.

Ohne Archiv sind die Findbücher „wie ein Schlüssel ohne Tresor“

Ergebnis des Aufwands sind unscheinbare Bücher mit einem Umfang von je rund 150 Seiten, die sich keineswegs als Lektüre eignen. „Wer sie unabhängig von den Archiven in Händen hielte, würde einen Schlüssel ohne den dazugehörigen Tresor besitzen“, sagt Haas. Doch indem die Findbücher den Weg zu den relevanten Akten aufzeigen, öffnen sie Kapitel zur Ortsgeschichte. Haas sieht sie deshalb auch als zukunftsweisend, denn: „Archive sind die Erinnerungsstätten der christlichen Gemeinden und Kulturfaktoren für die Neuevangelisierung.“

In dieser Hinsicht zeigte sich die Pfarreiengemeinschaft Wupperbogen-Ost besonders fortschrittlich, indem sie als Erste in Wuppertal ihre Archivbestände ordnen ließ. Unterstützt wurde diese Arbeit durch einen Zuschuss des Landschaftsverbands Rheinland in fünfstelliger Höhe.

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