Der Bergische PHV lädt zum Jubiläum zu einem Tag der offenen Tür ein.

elberfeld/Remscheid
Heinz Mewes (2. v. l.) und der Bergische PHV laden am Sonntag zum Tag der offenen Tür.

Heinz Mewes (2. v. l.) und der Bergische PHV laden am Sonntag zum Tag der offenen Tür.

Gerhard Bartsch

Heinz Mewes (2. v. l.) und der Bergische PHV laden am Sonntag zum Tag der offenen Tür.

Elberfeld. 1913 ist ein Jahr, in dem so manches begann. In Berlin wurde ein Patent auf den Nummernschalter für Selbstwähl-Telephone angemeldet. Der Bäcker Karl Albrecht machte sich als Brothändler selbstständig – da ahnte noch niemand etwas von Aldi. Und in Elberfeld wurde ein Polizeihunde-Verein gegründet, der PHV Elberfeld.

Die Dogge Cäsar war der erste Polizeihund

Die „Erfindung“ des Polizeihundes lag da schon gut über zehn Jahre zurück. 1901 war es gewesen, als der Schwelmer Polizei-Kommissar Franz Friedrich Laufer den ersten Erfolg seines neuen Projektes erleben durfte: Die Dogge Cäsar, der erste Polizeihund überhaupt, beeindruckte die Gaffer bei einem Brand so nachhaltig, dass die Feuerwehr endlich zum Löschen schreiten konnte. Die ersten Polizeihunde-Vereine wurden gegründet.

Hier bildeten Polizisten, aber auch andere Bürger Hunde für den Polizeieinsatz aus. Bei Bedarf stellten sie die Tiere zur Verfügung. Nach dem Zweiten Weltkrieg gingen die PHV im Deutschen Verband der Gebrauchshund-Sportvereine (DVG) auf. Man betrieb Schutzhundsport, die Polizei bildete ihre Diensthunde inzwischen selbst aus.

1985 zog der PHV Elberfeld vom Gelände An der Böhle zum heutigen Standort im Morsbachtal. Und weil das auf Remscheider Gebiet liegt, benannte sich der Verein jüngst um in Bergischer Polizeihunde-Verein. Um 2000, so Heinz Mewes, verließen die letzten Schutzhund-Führer den Verein.

Heute wird Turnierhundesportangeboten. Rund 60 Mitglieder hat der Verein, etwa 45 davon aktive. Dazu kommen Kurse für Nichtmitglieder wie Welpenspiel-Gruppen oder Grunderziehung. „Früher hatte der Metzger einen Rottweiler, der Jäger einen Jagdhund und der Polizist einen Schäferhund“, sagt Mewes. „Heute wird mancher Hund unüberlegt angeschafft. Und dann wundern sich die Leute, wenn der Hütehund alles hütet und der Jagdhund jagt. Dafür sind die über Generationen gezüchtet worden. Und zu uns sagen die Leute dann: ,Gewöhnt ihm das ab’.“

Am kommenden Sonntag, 25. August, gibt es auf der Platzanlage Morsbach 27a (Remscheid) einen Tag der offenen Tür.
 

Es wird gefeiert, dazu gibt es Vorführungen von Hundesportarten. DRK-Rettungshunde präsentieren sich. Und es gibt eine große Hundquadrille.
 

Um so wichtiger seien dann die Kurse, in denen Hunde zu mit Mensch und Tier verträglichen Zeitgenossen ausgebildet werden – damit ihre Halter stressfrei mit ihnen durchs Leben gehen können. Richtige Problemhunde hingegen, so Mewes, vermittele man weiter. Auch das Vereinsleben habe sich im Lauf der Jahre geändert.

„Früher haben wir uns mit fünf Mann und drei Hunden in ein Auto gequetscht, um zu Veranstaltungen zu fahren. Haben Ausflüge unternommen. Heute steht mehr der Dienstleistungsgedanke im Vordergrund.“

Mewes sitzt vor dem in Eigenarbeit gemauerten Grill, der ist überdacht, innen gekachelt, mit Spüle und Stromanschluss ausgestattet. Auf der großen Wiese üben die Hundehalter.

„Fritz Nerlich Weg, Ehrenvorsitzender“ steht auf einem Schild am Weg zum Vereinsheim. „Er war Anfang der 1950er bis Mitte der 1980er Jahre unser Vorsitzender“, sagt Mewes. Zu seinen Füßen hat sich Mogli zusammengerollt. Ein schwarzer Belgischer Schäferhund-Welpe – 2013 geboren, ein echter Jubiläums-Welpe.

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