In drei Monaten endet die Elberfelder Geschichte des Juweliers Möller an der Friedrich-Ebert-Straße.

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Juwelier Michael Möller vor seinem Geschäft an der Friedrich-Ebert-Straße.

Juwelier Michael Möller vor seinem Geschäft an der Friedrich-Ebert-Straße.

Andreas Fischer

Juwelier Michael Möller vor seinem Geschäft an der Friedrich-Ebert-Straße.

Elberfeld. Seit fast 160 Jahren besteht Juwelier Möller, seit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg mit Standort an der Friedrich-Ebert-Straße. Doch in drei Monaten endet diese Traditionsgeschichte. Michael Möller zieht einen Schlussstrich, nachdem er die Angelegenheit auch mit einem Unternehmensberater der Branche „lange und gut überlegt“ hat.

„Wie können nicht billig. Wir stehen für etwas Anderes.“

Michael Möller Eine andere Gesellschaft und ein anderes Kaufverhalten als noch vor einigen Jahren sind zwei Gründe für den Schritt. Ein weiterer ist, dass die Lieferanten verstärkt auf größere Städte mit einem härteren Wettbewerb in seiner Branche setzen. Selbst jahrzehntelange geschäftliche Bindungen seien darüber zerbrochen. Denn die Mindestabnahmemengen zu erfüllen, sei in Wuppertal, in der das Luxus-Umfeld fehle, nun einmal nicht so einfach. Dazu komme das ganze Thema Beratungsklau, weil Kunden sich im Fachgeschäft informieren, aber im Internet kaufen. Zudem sinke der Bedarf nach individuellem Schmuck. Michael Möller: „Wir können nicht billig. Wir stehen für etwas Anderes.“ Genau deshalb wird er seine Dienste wohl auch nach Abwicklung des Geschäfts in irgendeiner Weise in einem anderen Geschäftsmodell für einen bestimmten Kundenkreis weiter anbieten. Aber eben nicht in dem regulären Betrieb wie bisher. Dennoch bleibt Möller dabei: „Friedrich-Ebert-Straße und Luisenviertel sind mit das Beste, was die Stadt zu bieten hat.“ Auch deshalb ist er nicht sonderlich gut auf die Stadt zu sprechen, weil die so tue, als müsse man Elberfeld während der B 7-Sperrung nur besuchen, wenn man unbedingt müsse. „Dabei gibt es jede Menge Parkplätze“, sagt Möller: „Was die Stadt macht, ist für viele Menschen ganz gefährlich.“ Das gelte auch für die großen Projekte. Möller: „Jede Stadt kriegt den Handel, den sie verdient. Wuppertal an prägender Stelle Primark, Düsseldorf an prägender Stelle Breuninger.“ Die Sperrung der B 7 habe ihn darin bestätigt, das Risiko weiterzumachen, nicht einzugehen. Juwelier Möller sei nun einmal kein Nahversorger. Trotz dieser Kritik: Möller klagt nicht. Seine Entscheidung fußt auch auf einer weiteren Erkenntnis. Neben dem Beruf und dem Ehrenamt in der IG Friedrich-Ebert-Straße müsse „es noch was anderes geben“.

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