Johanniter planen Senioren-Service-Wohnen an der Sonnborner Straße und wollen sieben Millionen Euro investieren.

Johanniter planen Senioren-Service-Wohnen an der Sonnborner Straße und wollen sieben Millionen Euro investieren.
Für die hässliche Brache neben der Kirche an der Sonnborner Straße scheint sich endlich eine Lösung abzuzeichnen.

Für die hässliche Brache neben der Kirche an der Sonnborner Straße scheint sich endlich eine Lösung abzuzeichnen.

Andreas Fischer

Für die hässliche Brache neben der Kirche an der Sonnborner Straße scheint sich endlich eine Lösung abzuzeichnen.

Sonnborn. Es ist das Eingangstor zu Sonnborn. Ein ziemlich schäbiges, worüber sich viele Sonnborner ärgern. Noch. Denn für die städtische Brachfläche an der Sonnborner Straße neben der Kirche gibt es endlich konkrete Pläne. Die Johanniter wollen dort bauen und sogenanntes Senioren-Service-Wohnen anbieten.

Barrierefreie Miet- und Eigentumswohnungen, in denen Menschen „bis zu ihrem Lebensende wohnen können“, erklärt Herwarth von Baum, Mitglied des Johanniterordens und ehrenamtlich Beauftragter für das Projekt. Zusätzlich können die Bewohner weitere Leistungen von den Johannitern wählen, zum Beispiel Essen auf Rädern oder Pflegeservice. Die Nachfrage nach solchen Wohnungen sei groß, sagt von Baum.

Die Johanniter betreiben bereits in Vohwinkel eine Pflegeeinrichtung, das Johanniter-Stift. Auch dort gibt es einige Plätze für betreutes Wohnen – und eine lange Warteliste. Der Johanniterorden, der sozusagen als Kuratorium hinter den Einrichtungen der Johanniter steht, will deshalb neu investieren – und kam auf die Brachfläche an der Sonnborner Straße, die derzeit nur als buckliger Parkplatz genutzt wird.

„Der Standort ist ideal“, sagt von Baum. Die Anbindung mit der Schwebebahn um die Ecke sei gut. „Man kann hier einkaufen, es gibt genug Geschäfte“, so der Unternehmer, der für die Planung mit dem renommierten Architekturbüro Goedeking und Niedworok zusammenarbeitet.

„Der Standort ist ideal.“

Herwarth von Baum, Mitglied des Johanniterordens

Marktübliche Mietpreise wollen die Johanniter ansetzen. Die Serviceleistungen würden dann extra berechnet. „Aber die Leistungen sind ja frei wählbar“, so von Baum.

Drei Gebäudeteile, so eine erste Idee, soll es geben. 45 bis 50 Servicewohnungen sollen entstehen, „alle mit Balkon oder Loggia“. Dazu unter Umständen auch noch „normale“ Eigentumswohnungen sowie Arztpraxen und eine Tageseinrichtung für Senioren.

Gespräche führt von Baum zudem mit der Evangelischen Gemeinde Sonnborn (siehe Kasten), die mit ihrem Gemeindezentrum dort einziehen könnte. Eine Tiefgarage wird ebenfalls errichtet. Eine Auflage für Neubauten, sagt von Baum und zeigt Unverständnis: „Jede Wohnung muss einen Stellplatz bekommen. Dabei werden viele der Bewohner gar kein Auto mehr haben.“

Sieben Millionen Euro wollen die Johanniter investieren. „Die Finanzierung ist praktisch gesichert“, sagt von Baum. Einen Zeitplan gebe es aber noch nicht. „Es gibt ja auch noch keine Baugenehmigung.“ Bei der Stadt und bei Baudezernent Frank Meyer habe er das Projekt aber bereits vorgestellt. Für das Vorhaben sei ein Bebauungsplan notwendig.

In Sonnborn ist die Freude groß, dass sich auf der Brache endlich etwas tut. „Ich freue mich sehr darüber“, erklärt Bernd Udo Hindrichs, Vorsitzender des Bürgervereins Sonnborn-Zoo-Varresbeck und für die SPD Mitglied der Bezirksvertretung. Er hatte immer wieder angeprangert, dass ein „an ein Trümmergrundstück erinnerndes Areal“ nicht zu Sonnborn passe. Seit Jahrzehnten gammele das Grundstück vor sich hin.

Über die Jahre hat es verschiedene Ideen gegeben. Zuletzt wollte ein Projektentwickler die Klimaschutzsiedlung „Sonnborner Höfe“ realisieren. Trotz langer Suche fand er aber keine Investoren.

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