Seit der B7-Sperrung sind die meisten Buslinien so verlegt worden, dass es kaum Publikumsverkehr gibt.

Seit der B7-Sperrung sind die meisten Buslinien so verlegt worden, dass es kaum Publikumsverkehr gibt.
Die Geschäfte an der Morianstraße leiden unter der Umleitung des Busverkehrs.

Die Geschäfte an der Morianstraße leiden unter der Umleitung des Busverkehrs.

Stefan Fries

Die Geschäfte an der Morianstraße leiden unter der Umleitung des Busverkehrs.

Elberfeld. Die Sperrung der B 7 und die Bauarbeiten am Döppersberg sorgen auch bei den Einzelhändlern an der Morianstraße für Probleme. Doch während andere Viertel in Elberfeld über zu viel Verkehr und Probleme durch den Rückstau vom Robert-Daum-Platz klagen, fehlt es den Geschäftsleuten an der Morianstraße vor allem am Verkehr: genauer gesagt am Busverkehr.

Durch die Verlegung der meisten Buslinien auf die Strecke über den Wall gebe es jetzt kaum noch Publikumsverkehr, ärgert sich Andreas Trunk, Büroleiter des Derpart-Reisebüros. Die Folge: Die Laufkundschaft fehlt, der Umsatz geht zurück.

Es konzentriere sich „alles auf den Wall“

Die Situation sei „existenzbedrohend“, sagt Trunk, in dessen Reisebüro drei Personen arbeiten. Bis zu „80 Prozent weniger Laufkundschaft“ müsse sein Geschäft derzeit verkraften, schätzt er.

Durch die Verlegung der Buslinien konzentriere sich jetzt „alles auf den Wall“ - die Einzelhändler an der Morianstraße hätten die Konsequenzen zu tragen. Man versuche nun, durch eine verstärkte Ansprache der bereits bekannten Kunden das Geschäft am Laufen zu halten. Dass allerdings spontan noch Leute bei ihm im Reisebüro vorbeikämen und eine Visitenkarte und einen Prospekt mitnähmen, das sei kaum noch der Fall, erzählt Trunk.

Ähnlich ist es im Zeitschriftenhandel von Hülya Kerimoglu. „Wir haben durch den Wegfall des Busverkehrs etwa 60 bis 70 Prozent weniger Kunden“, sagt sie. Die Buskunden, die sich sonst bei ihr versorgt hätten, würden den „Umweg vom Wall“ einfach nicht machen.

Mindestens noch bis Juli 2017 werden die Bauarbeiten am Döppersberg dauern und sich an der Situation der Geschäftsleute wenig ändern. "Der Busbahnhof ist zwar eines der ersten Dinge, die fertig werden. Aber wir werden ihn

Man habe sich bereits im Sommer vergangenen Jahres in einem Brief an die Stadt gewandt. Allerdings sei ihrer Familie durch die Verwaltung lediglich mitgeteilt worden, dass die Situation nicht zu ändern sei.

Einen deutlichen Abschwung bei der Kundenzahl vermeldet auch die Morian-Apotheke. „Bei der Kundschaft ohne Rezept haben wir einen Rückgang von 30 bis 40 Prozent“, erklärt Apotheker Hans-Joachim Lauer. Zum Glück sei man als Apotheke nicht so stark auf die Laufkundschaft angewiesen, betont Lauer, weil viele Leute nach dem Arztbesuch kämen und ihr Rezept einlösten. Festzustellen sei aber: Seit dem Start der Bauarbeiten am Hauptbahnhof und der Verlegung der Buslinien sei der Betrieb vor den Geschäften deutlich zurückgegangen. „Früher war fast oft zu viel auf dem Bürgersteig los, jetzt ist es zu wenig“, sagt er.

Bei den Wuppertaler Stadtwerken (WSW) kann man die Kritik nachvollziehen, an der derzeitigen Situation aber wenig ändern, ohne das sorgfältig austarierte Umleitungssystem aus den Angeln zu heben. „Vor der Verlegung des Busverkehrs auf den Wall hielten 21 Buslinien an der Morianstraße. Jetzt sind es noch sechs“, sagt WSW-Sprecher Rainer Friedrich. Man bedauere, dass die Ladeninhaber Probleme bekämen, habe aber keine Alternative.

Nach Abschluss der Bauarbeiten sollen die alten Busverbindungen wieder über die Morianstraße laufen. Ob das aber in zwei Jahren wieder der Fall sein wird, da ist so mancher Geschäftsmann skeptisch. Er glaube nicht, dass das Problem im Sommer 2017 beendet sei, sagt Reisebüroleiter Trunk. „Ich rechne eher damit, dass wir noch drei weitere Jahre durchhalten müssen.“

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