Die evangelische Gemeinde und das Jugendzentrum wollen den Uellendahl vernetzen – mit Gärtnern als Startschuss.

Die evangelische Gemeinde und das Jugendzentrum wollen den Uellendahl vernetzen – mit Gärtnern als Startschuss.
Volker Vogeler (Jugendzentrum), Pfarrer Holger Pyka und Lena Bökenheide (Jugendzentrum).

Volker Vogeler (Jugendzentrum), Pfarrer Holger Pyka und Lena Bökenheide (Jugendzentrum).

Andreas Fischer

Volker Vogeler (Jugendzentrum), Pfarrer Holger Pyka und Lena Bökenheide (Jugendzentrum).

Uellendahl. Die beiden Damen auf dem Weg zum Strickkurs gucken zufrieden. „Die Beete sehen sehr schön aus“, loben die Seniorinnen, und fügen hinzu: „Eine super Idee. Aber die machen ja sowieso sehr viel.“ Mit „die“ sind Pfarrer Holger Pyka und die Leiter des Jugendzentrums, Volker Vogeler (Ev. Gemeinde) und Lena Bökenheide (Stadt), samt ihren Mitstreitern gemeint. Sie haben rund um das Gemeindezentrum am Röttgen bereits einige Hochbeete angelegt. Doch es soll mehr sein, als „Urban Gardening“: „Wir wollen den ganzen Stadtteil beteiligen.“

Die Hochbeete sollen sich als Gemeinschaftsgarten durch den gesamten Uellendahl ziehen. Ein bisschen wie die Pinguine bei der Pinguinale. „Nur natürlich etwas kleiner“, sagt Vogeler, kündigt aber ehrgeizig an: „100 Beete sollen es in drei bis fünf Jahren schon sein.“ Der Anfang ist bereits gemacht, knapp 20 gibt es schon seit dem vergangenen Sommer. Doch das Gärtnern soll nur der Startschuss sein. „Wir wollen Ideen sammeln, Leute zusammenbringen“, sagt Pyka. Das Motto: „Da wächst was.“ Eine eigene Karte soll künftig die Standorte der Beete auflisten.

Ziel ist es, dezentral tätig zu werden

Der Uellendahl sei nicht ganz so einfach als Stadtteil, räumlich eher zerfasert, sagt Vogeler. Ein richtiges Zentrum gebe es eigentlich nicht, auch nicht so wirklich ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Veranstaltungen sollen zwar im Gemeindezentrum stattfinden, „weil wir einfach die Räume dort haben“. Ziel ist es aber, auch „dezentral“ tätig zu werden. Dazu sollen Initiativen, Vereine und Organisationen eingebunden werden – und natürlich die Bürger. „Jeder kann seine Ideen einbringen“, betont Bökenheide und Pyka ergänzt: „Wir wollen nur der Motor sein.“ Die Kindergärten sind schon mit gutem Beispiel vorangegangen. „Da machen einige mit.“ Und auch die jugendlichen Besucher des Zentrums seien sehr engagiert und kümmerten sich um ihre Beete. Und dann gibt es auch die heimlichen Helfer. Vornehmlich ältere, offenbar mit einem besonders grünen Daumen ausgestattete Damen, die hin und wieder nach dem Rechten schauen und die Pflanzen im Auge behalten – und auch mal selbst etwas dazusetzen. „Auch eine Form von ,Guerilla-Gardening’“, sagt Pyka und schmunzelt.

„Das Ganze soll eine Form von Quartierentwicklung werden“, betont Vogeler. Über das Gärtnern komme man mit Menschen ins Gespräch, könne über andere Ideen reden. Die Stadt unterstütze natürlich Initiativen wie die von Pyka und Vogeler, sagt Bökenheide und lobt die „Öffnung in die Stadtteile“. Kinder würden so zum Beispiel schon früh an Umweltthemen herangeführt. Jetzt hoffe man, dass auch die Bürger noch mehr mitmachen, erklärt Vogeler.

Bezirksbürgermeisterin Gabriela Ebert freut sich über das Engagement rund um das Gemeindezentrum. „Ich finde es toll, dass sich dort ein Mittelpunkt entwickelt, ein kleines eigenes Quartier.“

» Wer Ideen für den Stadtteil hat oder bei den Gärtnern mitmachen möchte, kann sich an Volker Vogeler (Telefon 70 72 61) oder Holger Pyka (Telefon 70 54 925) wenden.

holger.pyka@ekir.de

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