Die Bürgerinitiative hatte zuvor Peter Jung etwa 3200 Unterschriften gegen die geplante „Agrarfabrik“ überreicht.

Paul, Katharina und Felix (von links) überreichen die Unterschriften an Oberbürgermeister Peter Jung.
Paul, Katharina und Felix (von links) überreichen die Unterschriften an Oberbürgermeister Peter Jung.

Paul, Katharina und Felix (von links) überreichen die Unterschriften an Oberbürgermeister Peter Jung.

Andreas Fischer

Paul, Katharina und Felix (von links) überreichen die Unterschriften an Oberbürgermeister Peter Jung.

Dönberg. Mikrofonanlage und gedruckte Poster – am Stürmannsweg auf dem Dönberg versammelte sich am Freitag die fast professionell organisierte und agierende „Bürgerinitiative für Landwirtschaft und gesunden Lebensraum“, um Oberbürgermeister Peter Jung eine Liste mit 3212 Unterschriften zu übergeben.

Das kommt hier nicht hin.“

Oberbürgermeister Peter Jung zu der geplanten Legehennen-Anlage

Die Initiative richte sich im Unterschied zu vergleichbaren Kreisen nicht gegen etwas, sondern fordere ein Für, sagte Ernst-Andreas Ziegler, Sprecher der besorgten Bürger. Für eine traditionelle Landwirtschaft, für den Erhalt des nahezu dörflichen Charakters am Dönberg, für einen gesunden Lebensraum. Das beinhalte allerdings unweigerlich ein Gegen. Was man nicht wolle, sei eine „Horroragrarfabrik mit bis zu 35 000 Hühnern“.

Wenn es denn so etwas überhaupt geben müsse, dann allenfalls in einem Industriegebiet und nicht mitten in der Natur. Freilich sprach Ziegler bei den drohenden Gefahren im Konjunktiv, der eine bereits erfolgte Absprache mit Politik und Verwaltung vermuten ließ. „Herr Oberbürgermeister, geben Sie uns heute ein klares Wort“, schloss Ziegler.

Genau das tat Peter Jung. „Das kommt hier nicht hin“, sagte er zu der Legehennen-Anlage und ließ damit keinen Fluchtweg mehr offen. Das Thema werde in der Verwaltung nicht minder kritisch gesehen als in der Bürgerschaft. „So etwas hat nichts mit traditioneller Landwirtschaft zu tun.“

Er halte das Projekt für nicht genehmigungsfähig Bereits in den Anfängen habe die Anlage einer Prüfung der Umweltverträglichkeit nicht standhalten können. Zudem sei eines Erschließung des Geländes in keiner Weise gesichert.

Kaum hatte Peter Jung die Liste der Unterschriften aus der Hand von drei Jugendlichen empfangen, da betonte er, dass es einer solchen Aktion gar nicht bedurft habe. „Wir hätten auch von uns aus so gehandelt“, versicherte er. Zudem habe man über Wochen nichts mehr von der Investorseite gehört.

Abschließend mahnte Jung an, dass das Kaufverhalten nun mal seinen bedeutenden Einfluss auf die Landwirtschaft habe. Wer zum Spottpreis kaufe, dürfe nicht erwarten, dass Massentierhaltung samt ihren negativen Auswirkungen verhindert werden könne. Den Dönbergern versicherte er derweil aus Sicht von Politik und Verwaltung: „Wir sind hier auf Ihrer Seite.“

Ziegler dankte Jung, zumal der Oberbürgermeister bereits zum zweiten Mal vor Ort erschienen war, um das Problem mit den Bürgern zu diskutieren. Von allen Parteien hätten die Bürger Unterstützung erfahren, nur nicht von derjenigen, „die sowieso seit Sonntag viel zu leiden hat, fügte Ernst-Andreas Ziegler an.

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