Eigentümer GWG und ehemalige Mieter einigen sich vor Gericht.

August von der Heydt gefiel das Holzhaus so gut, dass er es einst von Paris nach Wuppertal verfrachtete. Doch der Zahn der Zeit und vor allem Schimmel haben daran genagt.
August von der Heydt gefiel das Holzhaus so gut, dass er es einst von Paris nach Wuppertal verfrachtete. Doch der Zahn der Zeit und vor allem Schimmel haben daran genagt.

August von der Heydt gefiel das Holzhaus so gut, dass er es einst von Paris nach Wuppertal verfrachtete. Doch der Zahn der Zeit und vor allem Schimmel haben daran genagt.

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August von der Heydt gefiel das Holzhaus so gut, dass er es einst von Paris nach Wuppertal verfrachtete. Doch der Zahn der Zeit und vor allem Schimmel haben daran genagt.

UIellendahl. Essen serviert wurde schon lange nicht mehr im „Old Woodhouse“. 2006 hatte das Ehepaar Kohleick im oftmals als erstem Fertighaus Deutschlands bezeichneten Holzhaus an der Kohlstraße sein Restaurant eröffnet. Doch seit 2008 blieb die Küche kalt. Schimmel hatte sich im Haus ausgebreitet. Die GWG als Eigentümer startete die Sanierung, doch zum Schimmel kam dann auch noch ein Wasserrohrbruch. Eröffnet hat das Restaurant seitdem nicht mehr. Kohleicks verklagten die GWG auf Schadensersatz und warfen ihr vor, das Haus verkommen zu lassen.

Zum Gütetermin trafen sich beide Parteien Ende November vor dem Wuppertaler Landgericht. Das Ergebnis nach dem Vergleich: Das Mietverhältnis ist jetzt beendet, aber die Entschädigung fällt deutlich niedriger aus. Rund 40.000 Euro hatten Kohleicks gefordert, sie bekommen gut ein Drittel.

Unterschiedliche Einschätzungen der Gutachter

Beide Parteien hatten Gutachter beauftragt – die zu unterschiedlichen Ergebnissen kamen, weshalb es am Ende auf den Vergleich hinauslief. „Wir sind abgefunden worden“, so Gunnar Kohleick. „Aber wir sind froh, aus der Sache raus zu sein. Warten wir mal ab, was mit dem Haus passiert.“

Das will die GWG jetzt wieder an einen Interessenten bringen. Die Sanierung im Außenbereich sei abgeschlossen, der Innenausbau noch nicht. „Das soll in Abstimmung mit einem neuen Vermieter passierten“, erklärt Sprecherin Gerhild Gössing. Auch der Schimmel sei kein Problem mehr.

Bereits nach dem ersten WZ-Artikel im Sommer hatten sich Interessenten gemeldet, wie Gössing bestätigt. Mehr als Gespräche habe es aber noch nicht gegeben. Ob ein möglicher neuer Pächter das Gebäude wieder als Gastronomiebetrieb nutzen wird, sei offen.

August Freiherr von der Heydt hatte das norwegische Holzhaus 1900 auf der Weltausstellung in Paris gekauft und ein Jahr später nach Elberfeld transportiert. In den 50er Jahren schenkte er das Gebäude der Stadt Wuppertal. Aufgrund auch der Nähe zum Mirker Hain wurde das Haus als Ausflugslokal genutzt. Auf alten Plänen ist auch noch eine große überdachte Bühne oder ein Festzelt eingezeichnet. Mittlerweile existiert aber nur noch das Holzhaus. Seit 1992 steht es unter Denkmalschutz, bevor es 1996 in den Besitz der GWG überging. est

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