Das Wuppertaler Urgestein unterhielt sein Publikum in der Kleinen Schlosserei.

Das Wuppertaler Urgestein unterhielt sein Publikum in der Kleinen Schlosserei.
Künstlerin Lore Duwe war am Mittwoch Gast beim Ostersbaumer Lagerfeuer und brachte viel gute Laune mit.

Künstlerin Lore Duwe war am Mittwoch Gast beim Ostersbaumer Lagerfeuer und brachte viel gute Laune mit.

Andreas Fischer

Künstlerin Lore Duwe war am Mittwoch Gast beim Ostersbaumer Lagerfeuer und brachte viel gute Laune mit.

Ostersbaum. Rappelvoll war es in der Kleinen Schlosserei in der ehemaligen Huppertsbergfabrik. Wie immer am letzten Mittwoch im Monat hatte der Bürgerverein Zukunft Ostersbaum auch dieses Mal wieder zum Lagerfeuer eingeladen und ein zweistündiges Programm mit Musik und Literatur geboten. Die Veranstaltung ist längst eine Erfolgsgeschichte. „Vor drei Jahren haben wir mit der Reihe angefangen“, erzählt Egbert Fröse vom Verein. Viele verschiedene Akteuren konnten seitdem ihr Können zeigen.

Diesmal unterhielt ein Wuppertaler Urgestein die Besucher. Allroundkünstlerin Lore Duwe hatte sich Verstärkung mitgebracht. Frau Schnatterbüll, Frau Rübenstrunk und Frau Mischnik saßen neben ihr – drei Puppen. Duwe schlüpfte in ihrem Programm „Treppenhausgeflüster“ geschickt in ihre Rollen, verpasste Frau Mischnik etwa einen ostpreußischen Dialekt, Frau Schnatterbüll kommt urbergisch daher: „Also meine Oma ihren Doktor“, sagt sie und Frau Rübenstrunk hat einen überheblich-vornehmen Touch. Immer wieder treffen die drei Damen im Treppenhaus zusammen, betratschen ihre Alltagsprobleme und bekommen Besuch von der kölschen Frau Blitz. Und hier schlägt Duwes Erfahrungen als Schauspielerin und Radiomacherin voll durch. Herrlich ihre Interaktion mit den Besuchern. Bitte nicht das Licht ausmachen, sie möchte ihr Publikum sehen. Immer wieder bezieht sie es mit ein.

Sie hat sich auf den Abend vorbereitet, erzählt von der Geschichte des Stadtteils, erklärt wo der Name herkommt und unterhält zusätzlich musikalisch. Begleitet von Dirk Hahne am Keyboard, singt sie ein selbst geschriebenes Lied vom „Ostersbaum als Lebenstraum“. „Wusstet ihr, dass es auf dem Platz der Republik früher Hochseilartistik gab?“, lautete ihre Frage. Und ja, einige wussten das. „Oh mein Papa“ passte hier musikalisch und wieder wurde mitgesungen.

„Wusstet ihr, dass es auf dem Platz der Republik früher Hochseilartistik gab?“

Lore Duwe am Ostersbaumer Lagerfeer

„Euch jungen Leuten muss ich das erklären“, wendet sich Duwe an das jüngere Publikum und zitiert den Spruch „Aus Ruinen Trümmerstätten kann nur Einheit Aufbau retten“ der bis vor kurzem an einer Fabrik zu lesen war. Dass Duwe diese Plänkeleien mit dem Publikum liebt, ist unübersehbar. „Das ist eine Konifere auf seinem Gebiet.“ Duwe linst über ihre Brille und grinst. „Ihr wisst, was ne‘ Konifere ist, oder?“ Klar weiß es das Publikum, ein Nadelbaum und eigentlich ist ja die Koryphäre gemeint. Auch was das Lied über die „affengeilen langen Unterhosen“ mit Duwes persönlichen Erfahrungen zu tun hat, erfuhr man an in dieser unterhaltsamen Stunde. „Ich habe viele lachende Gesichter gesehen“, lautete ihr Resümee zum Schluss. Und da hatte sie recht.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer