Neue Gastronomie eröffnet.

Mit dem „Orchestre du Pain“ feierte das Café Alte Feuerwache die Eröffnung – und die neuen Ziele.
Mit dem „Orchestre du Pain“ feierte das Café Alte Feuerwache die Eröffnung – und die neuen Ziele.

Mit dem „Orchestre du Pain“ feierte das Café Alte Feuerwache die Eröffnung – und die neuen Ziele.

Uwe Schinkel

Mit dem „Orchestre du Pain“ feierte das Café Alte Feuerwache die Eröffnung – und die neuen Ziele.

Elberfeld. Rojan und Sila - mit den beiden Namen könnte ein Märchen aus 1001 Nacht beginnen. Tatsächlich aber sind es Stationen einer nur teilweise glücklichen Gastronomie-Geschichte an der Gathe. Denn die beiden türkischen Restaurants in der ehemaligen Wagenhalle der Alten Feuerwache hatten mit zwei Tücken zu kämpfen.

Ein Sterne-Restaurant wäre nichts für die Gathe

Einerseits war den extremen Schwankungen im Publikumsaufkommen personell schwer zu begegnen, andererseits kamen sich die Gäste in dem enorm großen Saal oft sehr verloren vor.

"Mit 220 Quadratmetern ist es einer der größten Restaurantbetriebe der Stadt. Hinzu kommen 400 Quadratmeter Außenfläche", sagt Joachim Heiß, Gesamtleiter der Alten Feuerwache. Obwohl er um die Schwierigkeiten weiß, haben er und sein Team jetzt das "Café Alte Feuerwache" mit dem Konzert des "Orchestre du Pain" eröffnet. Statt rein türkisch-kurdischer Küche wird es im Haus künftig von 17.30 bis 23 Uhr mediterrane und schnelle Gerichte geben. "Wir streben kein Sterne-Restaurant an. Das würde auch nicht zur Gathe passen."

Nun handelt es sich keineswegs nur um einen weiteren Gastro-Betrieb in der Stadt. Vielmehr möchte das multikulturelle, generationenübergreifende Begegnungszentrum Alte Feuerwache einer drohenden Misere vorgreifen. "Die Kommune ist nun mal pleite", sagt Heiß. "Die Mittel reichen nicht mehr, um unseren Normalbetrieb zu finanzieren." Das Restaurant, das auch Bühne für Kleinkunst, Musik und eine Talkshow mit Iris Panknin sein wird, soll die nahenden Kürzungen im Rahmen des Haushaltssicherungskonzepts auffangen. Erste Gewinne erhofft sich Heiß für das Jahr 2011.

Die Ökonomisierung des Sozialen

"Wir planen so etwas wie die Ökonomisierung des Sozialen", erläutert er. Das erwirtschaftete Geld soll nämlich in die soziale Arbeit zurückfließen, die das Nachbarschaftsheim seit Jahren in der Alten Feuerwache leistet. Um die Kosten niedrig zu halten, wird die dargebotene Kultur teils aus Aktivitäten des Hauses selbst heraus bestritten. Sparsam, aber effizient war auch der Umbau durch die Innenarchitektin Katja Gabe, die beispielsweise einen Vorhang einzog, um den Raum bei Bedarf teilen zu können und ihm so den Wartehallencharakter zu nehmen.

Eine große überdachte Spielfläche, der Ausbau des Tagungshauses, eine Akademie mit wissenschaftlichen Beiträgen und die intensive Nutzung des Innenhofs (Open Air-Kino, WM-Übertragungen) sollen in der Feuerwache weiteren Anreiz bieten. Damit seien die Ideen aber noch keineswegs erschöpft, sagt Heiß, der allen Elan daran setzen will, die Begegnungsstätte zu erhalten.

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