Die Erzbischöfliche Tagesschule Dönberg wird in diesem Jahr 90 – und blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück.

Die Erzbischöfliche Tagesschule Dönberg wird in diesem Jahr 90 – und blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück.
500 Schüler besuchen die Einrichtung auf dem Dönberg.

500 Schüler besuchen die Einrichtung auf dem Dönberg.

Ein Foto aus der Festschrift: Die Schwestern vor ihrem alten Kloster an der Höhenstraße 56.

Anna Schwartz, Bild 1 von 2

500 Schüler besuchen die Einrichtung auf dem Dönberg.

Dönberg. „Möge die Schule das werden, was sie verspricht: Ein Hort der Kinder, eine religiöse Pflanzstätte und ein Ort, da es heißt: Nicht nur für die Schule, sondern für das Leben.“ Diese Hoffnung sprach die Nevigeser-Hardenberger Volkszeitung im April 1927 anlässlich der Eröffnung der Privaten Katholischen Volksschule aus. Der „Orden der Armen Schulschwestern unserer Lieben Frau“ hatte die die Schule gegründet, die somit in diesem Jahr 90 Jahre alt wird.

„Wir gehen jeden Tag gern in die Schule und haben das Gefühl, dass es den Schülerinnen und Schülern ebenso geht. Eltern und Schüler sollen bei uns das Gefühl haben, wertgeschätzt zu werden“, sagt Peter Schmoll, Leiter der Erzbischöflichen Tagesschule Dönberg. Die beherbergt inzwischen eine Grundschule, eine Haupt- und eine Realschule beherbergt und bietet zudem auch eine Betreuung für die Grundschulkinder an.

Auch evangelische und konfessionslose Schüler

Die Erzbischöfliche Tagesschule Dönberg wird in diesem Jahr 90 – und blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück.
500 Schüler besuchen die Einrichtung auf dem Dönberg.

500 Schüler besuchen die Einrichtung auf dem Dönberg.

Ein Foto aus der Festschrift: Die Schwestern vor ihrem alten Kloster an der Höhenstraße 56.

Schule, Bild 1 von 2

Ein Foto aus der Festschrift: Die Schwestern vor ihrem alten Kloster an der Höhenstraße 56.

Die fühlen sich offensichtlich dort besonders wohl, wie sich die Besucher überzeugen konnten. Erzbischöflich, das bedeutet, dass den insgesamt mehr als 500 Schülerinnen und Schülern neben dem reinen Lehrstoff vom 34-köpfigen Kollegium und den sechs Kräften für die Betreuung christliche Werte nahe gebracht werden. „Das wissen die Eltern und melden ihre Kinder bewusst bei uns an“, erklärt Peter Schmoll. Wobei zwar der überwiegende Teil der Kinder katholisch ist, doch Peter Schmoll fügt an, dass auch Kinder evangelischen, orthodoxen Glaubens oder konfessionslose Kinder unterrichtet werden. Allerdings ausschließlich von katholischen Lehrkräften. „Das ist seitens des Erzbistums so vorgesehen“, berichtet Konrektor Thomas Drees.

Waren es in den Anfangsjahren überwiegend katholische Schwestern, die die Kinder aus Wuppertal, Velbert und Sprockhövel im Lehrstoff unterweisen, so ist in diesem Jahr Elvira Meyer die einzige Ordensschwester, die Wissen in Deutsch, Mathematik und katholischer Religion vermittelt. Schwester Elvira unterrichtet seit 1976 in Ordenstracht auf dem Dönberg und hat im Laufe der vier Jahrzehnte Unterschiede im Lebensumfeld der Kinder ausgemacht, lebt ihren Schülerinnen und Schülern aber gegenseitigen Respekt vor und gesteht: „Ich komme nach wie vor gern“, lächelt sie und fügt lächelnd hinzu: „und früh.“

„Damals waren auch viele Kinder von Schaustellern, die von Kirmes zu Kirmes zogen, bei uns untergebracht“

Peter Schmoll erinnert an die Internats-Zeit der Schule

Sie wird jedoch in diesem Jahr im Sommer in den Ruhestand gehen und ins Mutterhaus des Ordens nach Brakel bei Höxter ziehen. „Der Orden hat Nachwuchsmangel“, erklärt die liebenswürdige Lehrerin, dass ihr keine Ordensschwester nachfolgen wird.

Die Geschichte der Schule beginnt schon 1919 mit der Errichtung eines Waisenhauses durch die Schulschwestern „Unserer Lieben Frau“, in das 1920 zwei Schwestern der St.-Anna-Schule in Elberfeld zogen, um dort eine „Filiale“ einzurichten. Den Anfang machte eine Handarbeitsschule, die von 20 Schülerinnen besucht wurde. 1926 wurde die Genehmigung einer privaten Volksschule erteilt. Seit einigen Jahren nterstützt die Erzbischöfliche Tagesschule Dönberg auch ein Schulprojekt in Albanien.

„Privat, das vermittelt den Eindruck, dass hier Schulgeld gezahlt werden muss. Aber das ist nicht so“, stellt Thomas Drees fest und weist auch darauf hin, dass in der Erzbischöflichen Tageschule alle Prüfungen absolviert werden können. „Externe Prüfungen sind also nicht erforderlich.“

Die Schule auf dem Dönberg hat eine wechselvolle Geschichte, wurde 1938 während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft geschlossen und das Gebäude am 26. März 1944 durch Brandbomben weitgehend zerstört. Dann aber provisorisch wieder aufgebaut, sodass die Wehrmacht das Haus im März 1945 nutzen konnte. Am 6. Mai 1945 konnte der Schulbetrieb wieder aufgenommen werden.

Fast 30 Jahre lang war de Schule auch ein Internat

Und von 1956 bis 1985 diente die Schule auch als Internat. „Damals waren auch viele Kinder von Schaustellern, die von Kirmes zu Kirmes zogen, bei uns untergebracht“, erinnert sich Peter Schmoll und erzählt ein Anekdötchen: „Ein Kind von schwerreichen Schaustellern wurde von seinen Eltern mit dem Hubschrauber abgeholt. Das ist allen, die dabei waren, in lebhafter Erinnerung geblieben.“

1985/86 ein gravierendes Ereignis: Die Schule wurde vom Erzbistum Köln in „Administration“, nämlich in Trägerschaft übernommen und mit fünf neuen Klassenräumen erweitert. 2011 wurde die Realschule gegründet, wobei das Lehrer-Kollegium befähigt ist, in allen drei Schulformen zu unterrichten. Außerdem wurden die Betreuungsräume der Ganztagsschule ausgebaut und erweitert, und wer auf dem Dönberg unterrichtet wird, arbeitet oder zu Gast ist, der spürt die positive Lern-Atmosphäre dieser besonderen Schulform.

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