Zwei Vereine am Katernberg und am Eckbusch kämpfen für Nahversorgung – doch die Realisierung gestaltet sich schwierig.

Zwei Vereine am Katernberg und am Eckbusch kämpfen für Nahversorgung – doch die Realisierung gestaltet sich schwierig.
Am Eckbusch fehlt die Nahversorgung. Horst und Annemarie Hassel (links) müssen mit dem Auto zum Einkauf. Der Eckbuscher Markt ist schon lange geschlossen. Petra Rohrlack vor dem Ladenlokal an der Nevigeser Straße (rechts). Sie findet es schade, dass ihre Mutter keine Einkaufsmöglichkeit wie früher hat.

Am Eckbusch fehlt die Nahversorgung. Horst und Annemarie Hassel (links) müssen mit dem Auto zum Einkauf. Der Eckbuscher Markt ist schon lange geschlossen. Petra Rohrlack vor dem Ladenlokal an der Nevigeser Straße (rechts). Sie findet es schade, dass ihre Mutter keine Einkaufsmöglichkeit wie früher hat.

Am Eckbusch fehlt die Nahversorgung. Horst und Annemarie Hassel (links) müssen mit dem Auto zum Einkauf. Der Eckbuscher Markt ist schon lange geschlossen. Petra Rohrlack vor dem Ladenlokal an der Nevigeser Straße (rechts). Sie findet es schade, dass ihre Mutter keine Einkaufsmöglichkeit wie früher hat.

Andreas Fischer, Bild 1 von 2

Am Eckbusch fehlt die Nahversorgung. Horst und Annemarie Hassel (links) müssen mit dem Auto zum Einkauf. Der Eckbuscher Markt ist schon lange geschlossen. Petra Rohrlack vor dem Ladenlokal an der Nevigeser Straße (rechts). Sie findet es schade, dass ihre Mutter keine Einkaufsmöglichkeit wie früher hat.

Eckbusch/Katernberg. Elisabeth Ahlrichs gibt sich kämpferisch. „Wir geben nicht auf“, sagt die Vorsitzende des Vereins Bürgerladen Katernberg. Doch das Ziel, die Einrichtung eines Supermarktes im Quartier Siebeneick, ist in weitere Ferne gerückt. Der ehemalige Rewe-Markt an der Ecke Nevigeser Straße/Am Elisabethheim, den sich der Verein schon länger als Standort ausgeguckt hatte, steht nicht mehr zur Verfügung.

Das Eigentümerpaar, das vor einigen Monaten das komplette Gebäude kaufte, in dem es bereits seit vielen Jahren im Obergeschoss eine Krankengymnastikpraxis betreibt, hat eigene Pläne: eine Art medizinisches Zentrum. „Zum Beispiel in Verbindung mit einer Tagespflege oder einer Ergotherapie“, erklärt Henryka Stec. Einen Zeitplan gebe es noch nicht. Für das Konzept eines Bürgerladens, da ist die Besitzerin ehrlich, sah man auch keine große Zukunft. Problematisch wäre zudem die Parkplatzsituation geworden, vermutet Stec. „Und Lagerräume hätte der Markt auch nicht gehabt.“ Die Räume, die Rewe in der Vergangenheit oben genutzt hätte, ständen jetzt der Praxis zur Verfügung.

„Das ist ein Rückschlag für uns“, räumt Ahlrichs ein. Die Gründe der Eigentümer seien zwar nachvollziehbar. „Trotzdem sind wir enttäuscht. Wir hätten uns schon gewünscht, dass man uns eine Chance gibt.“

Einen alternativen Standort für den Bürgerladen gebe es derzeit nicht. Man sei wieder auf Anfang, sagt Ahlrich. „Aber wir brauchen hier die Möglichkeit, Lebensmittel zu kaufen.“

Ähnlich problematisch gestaltet sich die Situation einen Kilometer weiter am Eckbusch. Auch dort will der Bürgerverein Eckbusch wieder einen Supermarkt etablieren, im leeren Ladenlokal an der Straße Ringelbusch, „weil hier die Einkaufsmöglichkeiten, gerade für die älteren Bewohner, fehlen“, betont Ilse Köster. Die Idee ist die Einrichtung eines Cap-Marktes. Bei diesem Konzept arbeiten Mitarbeiter mit Behinderung im Markt. Dafür gibt es öffentliche Zuschüsse. Ansonsten gibt sich das Vorstandsmitglied aber zugeknöpft. „Derzeit gibt es nichts Neues dazu.“

Man warte auf das Ergebnis eines Gutachtens zum Cap-Markt, erklärt Quartiersentwicklerin Isabell Spahn. „Das zieht sich offenbar.“ Kürzlich habe es mit Bürgern sowie Vertretern der Vereine und der Politik Begehungen durch die Quartiere Eckbusch und Siebeneick gegeben. „Das Thema ,Fehlende Nahversorgung’ war natürlich ein Schwerpunkt.“ Bezirksbürgermeisterin Gabriela Ebert (SPD) war mit dabei. Die Problematik sei nicht neu. „Die Infrastruktur fehlt einfach.“

Auch Thomas Schulte, bei der Stadt für das Thema Einzelhandel und Nahversorgung zuständig, kann die Probleme der Anwohner nachvollziehen. Bei der Vorstellung des Einzelhandelskonzeptes vor einigen Monaten sprach er noch selbst von Katernberg als „weißem Fleck“. Jede Initiative sei deshalb begrüßenswert. „Wir unterstützen das natürlich“, so Thomas Schulte. Der Einfluss der Stadt sei aber begrenzt, insbesondere wenn es darum gehe, viele verschiedene Beteiligte unter einen Hut zu bekommen.

Leserkommentare (7)


() Registrierte Nutzer