Bürger beschweren sich über das Image ihrer Wohngegend. Sie wollen wieder mehr leben im Stadtteil.

Uellendahl. Leerstände säumen den Weg durch das kleine Einkaufszentrum am Röttgen. Dazu die großen Wohnkomplexe, Dreck und Müll an jeder Ecke. Einladend ist das nicht gerade. Die Anwohner sind enttäuscht über ihren Stadtteil. Viele leben seit langen Jahren hier und haben den Verfall miterlebt.

"Als ich hierher gezogen bin, war es schon anders als in den siebziger Jahren. Aber es war noch immer wohnenswert und dank der kleinen Geschäfte für alles gesorgt," sagt Hilde Reich. Die Mieten seien gestiegen, die Einkaufsmöglichkeiten geringer geworden. "Die jungen Leute fahren lieber in die Stadt, da gibt es alles. Früher musste man ewig mit dem Fahrrad dorthin und hat seine Einkäufe lieber hier erledigt," berichtet Martha Karos.

"Ich bin hier aufgewachsen, aber es ist traurig wie es hier mittlerweile aussieht", ergänzt die ältere Dame. Reinhold und Christel Rabich wohnen seit sieben Jahren am Uellendahl: "Wir würden uns wieder mehr Geschäfte wünschen, die zu Fuß zu erreichen sind", sagt Christel Rabich. Immerhin: "Ich freue mich, dass die Anbindungen mit den öffentlichen Verkehrmitteln in die Stadt so gut funktionieren."

Auch die Sicherheit im Straßenverkehr ist ein Anliegen

Lore Klein hat zumindest eine Idee, wie man das soziale Miteinander im Stadtteil verbessern könnte. Ihr schwebt vor, bestehende Häuser teilweise in Mehrgenerationenhäuser umzubauen: "Es wäre toll, wenn man sich gegenseitig helfen könnte, aber auch seine Rückzugsmöglichkeiten behielte." Daneben ist für viele Anwohner auch die Sicherheit im Straßenverkehr wichtig.

"Es braucht nur ein Lastwagen am Straßenrand zu parken, das ist für die zweispurigen Straßen schon eine Zumutung," beschwert sich Gerd Eichholz. Herbert Piechowiak pflichtet ihm bei: "Die Lkw sind schon anstrengend, dazu noch die, die grundsätzlich zu schnell fahren. Hier müssen viel mehr Kontrollen her."

Für Samstag, 14-18 Uhr, lädt die Stadt alle Uellendahler ins evangelische Gemeindezentrum am Röttgen 102 ein. Es soll darum gehen, den Stadtteil zukunftsfest zu machen, insbesondere für eine alternde Bevölkerung. Gebraucht werden Ideen und Anregungen, aber auch Menschen, die sich ehrenamtlich für den Stadtteil engagieren.

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