Jugendliche probierten Boccia, Tischtennis, „Keulerei“ und „Die Wand“ auf dem Gutenbergplatz aus.

Arrenberg
Die Jugendlichen probieren bei den Wuppergames auf dem Gutenbergplatz am Arrenberg ein ungewöhnliches Ballspiel aus: die Wand.

Die Jugendlichen probieren bei den Wuppergames auf dem Gutenbergplatz am Arrenberg ein ungewöhnliches Ballspiel aus: die Wand.

Andreas Fischer

Die Jugendlichen probieren bei den Wuppergames auf dem Gutenbergplatz am Arrenberg ein ungewöhnliches Ballspiel aus: die Wand.

Arrenberg. Maurice (11) hat sich schon entschieden. „Ich werde bald in einen Tischtennisverein gehen“, sagt er, nachdem er sich gut eine Stunde lang über bekannte und weniger bekannte Sportarten informiert und auch mal mitgespielt hat. Mehrere Dutzend Kinder und Jugendliche haben am Samstag auf dem Gutenbergplatz bei den ersten Wuppergames mitgemacht. Sie konnten sowohl Tischtennis oder Boccia spielen, als auch ungewöhnliche Ballspiele wie „Keulerei“, „Mesoamerikanisches Ballspiel“ oder schlicht „Die Wand“ ausprobieren.

14 Sportstudenten und zwei Dozenten der Bergischen Uni haben die Spiele vorgestellt. Entweder haben sie die im Studienprojekt „Sportspiele“ entwickelt oder wie im Falle des „Mesoamerikanischen Ballspiels“ wiederentdeckt und zeitgemäß aufbereitet. Mit im Boot ist das Stadtteilprojekt „Gobox“, das den Nachwuchs im Quartier Anregungen für eine aktive Freizeitgestaltung gibt.

„Wir wollen Kinder und Jugendliche an den Sport heranführen und ihnen Ideen vermitteln, wie sie Dinge selbst gestalten können“, sagt Torsten Kleine von der Bergischen Uni. Gobox-Initiator Tim Bindel: „Es geht darum, dass die Kinder einen Impuls bekommen und aus ihrer vorgefertigten Position kommen.“

Dabei sollen sie gar nicht unbedingt, wie etwa Maurice, in einen Verein gehen. Hauptsache, die Jungen und Mädchen haben Spaß am Spiel und können ihre Freizeit kreativ gestalten. Schließlich gibt es immer wieder Studien, die jungen Menschen bedenkliche Koordinationsprobleme und gravierende Fitnessdefizite attestieren.

„Ich mache gerne Sachen, bei denen man mit einem Ball spielen kann.“

Senidor (12)

Die Spiele der Uni-Projektgruppe sind vergleichsweise einfach zu erklären und schnell auf den Rasen gebracht. In allen Fällen treten zwei Mannschaften gegeneinander an, immer ist ein Ball im Spiel. So geht es bei „Die Wand“ darum, dass ein Spieler den Ball einem Mitspieler zuwirft, der ihn mit einem Schläger wiederum einem Mitspieler zuspielt. Gelingt dieser Spielzug, gibt es einen Punkt.

Bei dem „Mesoamerikanischen Ballspiel“, auch kurz „Meso“ genannt, geht es darum, das Spielgerät durch einen Ring zu befördern. Das erinnert etwas an Basketball, nur dass der Ring hier senkrecht steht und auch kein Netz hat.

Den Jungen und Mädchen kommt es auf jeden Fall sehr gelegen, dass die Spiele nicht zu kompliziert sind. Auch Senidor ist mit Eifer dabei: Zunächst spielt er etwa „Meso“, dann wechselt er zur „Wand“ und anschließend spielt er sich mit Cousin Leo ein paar lockere Bälle an der Tischtennisplatte zu. „Ich mache gerne Sachen, bei denen ich mit einem Ball spielen kann“, sagt der Zwölfjährige. Da hat er an diesem Tag ja reichlich Auswahl.

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