Kinder der Grundschule sind durch wild parkende Autos gefährdet.

Nützenberg
Kinder auf dem Weg zur Gemeinschaftsgrundschule: Oft ist der Gehweg zugeparkt, was die i-Dötzchen zu einem Hindernislauf zwingt.

Kinder auf dem Weg zur Gemeinschaftsgrundschule: Oft ist der Gehweg zugeparkt, was die i-Dötzchen zu einem Hindernislauf zwingt.

Fischer

Kinder auf dem Weg zur Gemeinschaftsgrundschule: Oft ist der Gehweg zugeparkt, was die i-Dötzchen zu einem Hindernislauf zwingt.

Nützenberg. Dass sich einige Eltern über die Knöllchen ärgern, versteht Schulleiterin Ulla Bluhm durchaus. Aber, betont sie: „Es geht doch um die Sicherheit der Kinder.“ Öfter hatten in jüngster Vergangenheit Polizei und Ordnungsamt morgens an der Kyffhäuser Straße, der Rückseite der Schule, das Parkverhalten der Eltern an der Gemeinschaftsgrundschule kontrolliert – und im Zweifelsfall auch geahndet, woraufhin sich Betroffene an die WZ wandten. Doch Bluhm verteidigt die Kontrollen. „Es ging nicht mehr anders.“ Die Initiative sei sogar aus der Elternschaft gekommen.

Das bestätigt auch Schulvereinsvorsitzender Tilo Neef, der die allmorgendlichen Probleme anschaulich beschreibt. Um ihrem Nachwuchs längere Wege zu ersparen, wird möglichst nah an der Schule geparkt. „Auf dem Bürgersteig, oft mit Warnblinkanlage an.“ Und ohne Rücksicht darauf, dass andere Eltern auf die gleiche Idee kommen, was Kinder, die zu Fuß etwa aus dem Rabenweg kommen, zum Hindernislauf zwischen den geparkten Autos zwingt. „Die Kinder sind aber oft noch so klein, dass man sie zwischen den Autos gar nicht sehen kann, was sehr gefährlich ist“, warnt Neef. Zudem werde auch oft eben nicht nur kurz angehalten, wie einige Eltern argumentieren würden, sondern länger geparkt.

Das Verkehrsaufkommen hat sich deutlich erhöht

Ein Problem, das nicht neu und auch an anderen Schulen bekannt ist. „Aber es hat zugenommen“, sagt Neef, der einst selbst noch die Grundschule besucht hat. „Früher kamen die meisten Kinder zu Fuß vom Nützenberg oder per Bus aus dem Briller Viertel.“ Seit der Aufhebung der Schulbezirksgrenzen kämen die i-Dötzchen aber auch aus anderen Stadtteilen und würden eben oft mit dem Auto gebracht.

„Das Verkehrsaufkommen hat sich erhöht“, sagt Neef. Das erfordere Rücksicht, eben die habe aber nachgelassen. „Früher haben Ansprachen an die Eltern ausgereicht.“ Ulla Bluhm hat in Infobriefen an die Eltern mehrfach auf die Problematik hingewiesen. „Zuletzt noch im Dezember.“

Auch Bezirksdienstbeamter Harald Gröteke sah nur noch den Ausweg, das Ordnungsamt einzuschalten. „Immer wieder haben wir den Eltern erklärt, dass sie nicht auf dem Gehweg halten sollen.“ Stattdessen, so der Vorschlag, sollte doch etwas weiter weg geparkt werden, so Gröteke, den Schülern durchaus ein paar Meter Fußweg zugemutet werden. „Schließlich trainiere ich zu Schulbeginn mit allen Erstklässlern regelmäßig das richtige Verhalten im Verkehr.“

Der Haupteingang der Schule befindet sich eigentlich an der Nützenberger Straße. Die meisten Eltern setzen ihre Kinder aber an der Kyffhäuserstraße ab. Dort führt ein kleiner Stichweg auf den Schulhof.

In der Nähe der Gemeinschaftsgrundschule gibt es mehrere Parkmöglichkeiten. Von Eltern wurden allerdings auch regelmäßig Privatstellplätze eines angrenzenden Hauses genutzt, was ebenfalls verboten ist.

Auch in der benachbarten Sophienschule sind „wild parkende“ Eltern ein Problem. „Das kann ich nur bestätigen“, sagt Schulleiterin Brita Schülke. Auch dort würden Eltern kaum auf Bitten der Schule reagieren.

Das Ordnungsamt kontrolliert regelmäßig an den Schulen im Stadtgebiet. Auch von der Stadt kommt deshalb der Appell an die Eltern, den Bereich direkt vor Schulen frei zu halten.

Das sieht Tilo Neef ähnlich. „Vom Parkplatz aus ein paar Meter laufen, das ist doch in Ordnung.“ Alternativ müssten die Eltern auch gar nicht unbedingt an der Kyffhäuserstraße halten, sondern könnten ihren Nachwuchs auch an der Nützenberger Straße rauslassen. „Dort befinden sich auch noch Parkplätze.“