In Düsseldorf ging eine vierköpfige Rip-Deal-Bande der Kripo ins Netz. Das Quartett befindet sich in U-Haft. Seine Masche passt auf einen Sonnborner Fall.

Sonnborn. Kriminelle, die per Auto-Inserat im Internet ihre Opfer suchen: Anfang Januar dieses Jahres gab es einen solchen Fall in Wuppertal. Einen günstigen Audi A6 wollte ein 39-Jähriger kaufen. Wie berichtet, gab es am Abend des 5. Januar ein vorab per Telefon vereinbartes Treffen an der Ecke Alte Dorfstraße/Am Thun in Sonnborn. Dort begann für den 39-Jährigen ein wahr gewordener Alptraum.

Opfer aus Wuppertal verprügelt und beraubt

Drei Männer zerrten ihn in einen weißen Transporter, prügelten, schlugen und würgten ihn während der Fahrt. Die war schließlich in der Nähe des Golfclubs Haan-Düsseltal, westlich der Stadtgrenze zu Ende.

Die brutalen Räuber warfen ihr Opfer aus dem Auto und entkamen unerkannt. Die Beute: ein vierstelliger Euro-Betrag. Der 39-Jährige erlitt mehrere Blutergüsse und einen schweren Schock.

Doch möglicherweise wird der Fall jetzt gelöst. In Düsseldorf hat die Kripo jetzt ein Auto-Rip-Deal-Bande - Rip-Deal: betrügerischer Raub - auf frischer Tat gefasst. Das Quartett im Alter von 16 bis 31 Jahren sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft. Die Tatverdächtigen waren auf einen von den Fahndern organisierten Scheinkauf in Düsseldorf eingegangen. Kurios: Ein Rechtschreibfehler brachte die Kripo auf ihre Fährte. Die Bande soll in ihren Internet- Inseraten die Farbe Schwarz konsequent falsch mit "tz" geschrieben haben.

In Düsseldorf erbeutete die
Bande mehrere tausend Euro

Laut Kripo ging die Bande wenig zimperlich vor. So wurden am 10. Januar zwei Nürnberger (33 und 37) nach Düsseldorf gelockt, um sich einen zum Verkauf stehenden VW Golf anzuschauen. Der Interessent wurde am Treffpunkt mit einem Baseballschläger zusammengeschlagen. Die Beute: 7500 Euro. Am 18. Januar bot das Quartett einem Braunschweiger(43) einen VW New Beetle an. Statt des Autos gab es Schläge mit einer Holzlatte. Beute: 9500 Euro.

Groß angelegte Trickdiebstähle, die in einem Raub enden werden im Polizei-Jargon Rip-Deal genannt: englisch to rip = entreißen, deal = Geschäft.

Bei den so genannten Rip-Deals werden die Opfer mit günstigen Angeboten im Internet geködert. Das können Autos, aber auch Antiquitäten, Schmuck oder sogar Immobilien sein. Der Kontakt läuft meist über Mobilfunknummern, die schwer zurückzuverfolgen sind. Die Opfer werden dann samt Kaufpreis in bar abends zu einsamen Orten bestellt und dort ausgeraubt.

Die Düsseldorfer Fälle passen von der Zeit und der brutalen Vorgehensweise her zum bislang ungelösten Wuppertaler Fall. "Wir überprüfen das natürlich auch", hieß es gestern seitens der Düsseldorfer Polizei. Fakt ist: Die vier verhafteten Männer sind bereits polizeilich bekannt. Die Ermittlungen dauern an.

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