Von der asbestverseuchten Fassade eines Hauses geht Gefahr aus. Eine Lösung steht aus.

wza_1500x1051_427005.jpeg
Schandfleck mit Asbest-Fassade: das Haus Vogelsaue Nummer 45 (Bildmitte).

Schandfleck mit Asbest-Fassade: das Haus Vogelsaue Nummer 45 (Bildmitte).

Andreas Fischer

Schandfleck mit Asbest-Fassade: das Haus Vogelsaue Nummer 45 (Bildmitte).

Elberfeld. Schön und modern fanden Immobilienbesitzer noch in den 1980er Jahren einen Verbundstoff, der unter dem Handelsnamen Eternit bekannt wurde. Dieser preiswerte Faserzement kam in Verruf, weil er Asbest enthält. Die gesundheitsschädlichen Fasern werden freigesetzt, wenn sich Eternit durch Alterung zersetzt oder die Platten beschädigt werden. Für beide Zustände ist das Haus Vogelsaue 45 ein Paradebeispiel. Alle Wohnungen dort stehen leer. Eternitplatten bröckeln ab, Bruchstücke sind im gesamten Umkreis verteilt. Über den Verbreitungsradius der gefährlichen Mikrofasern lassen sich nur Vermutungen anstellen.

Hausbesitzer kann nicht zur Sanierung gezwungen werden

Zum wiederholten Mal wies Wilfried Franz Goeke-Hartbrich (Die Grünen) die Bezirksvertretung (BV) Elberfeld-West auf die Gefährdung hin und bat um einen Sachstandbericht durch die Verwaltung. Indessen war die Runde überzeugt, man könne die Hauseigentümer nicht dazu bewegen, eine Sanierung durchzuführen, zumal sie durch das Haus keine Mieteinnahmen mehr erwirtschaften. Einzige Handlungsmöglichkeit bestehe in einer Ersatzvornahme.

Dabei beauftragt das zuständige Stadtressort Bauen und Wohnen einen Dritten mit Sicherungsmaßnahmen. Die Kosten werden dem Eigentümer in Rechnung gestellt, wobei jeweils nur das billigste Mittel zulässig ist. In dem Fall handelt es sich um einen Bauzaun, der bestenfalls gegen Verletzungen durch herabfallende Eternitplatten schützt. Es bleibt der hässliche Anblick ebenso wie die vermutete Gefährdung der Gesundheit von Anwohnern und Passanten.

Zu klären wäre freilich, ob die langfristig günstigste Maßnahme nicht etwa darin besteht, die gefährliche Isolierverkleidung von der Fassade zu entfernen - scheint doch hinter dem Eternit intakter Putz durch. Resignation dürfte zumindest nach Ansicht der Bezirkspolitker nicht geraten sein. Gerade der Fall Deweerthstraße 47 und 49, auf den die BV verwies, gibt nämlich Anlass zur Hoffnung. Dort hatte eine Bürgerinitiative 650 Unterschriften gesammelt und so eine Sicherung der verkommenen Fassade herbeigeführt.

Die Häuser Deweerthstraße 47 und 49 rotteten jahrelang unsaniert vor sich hin, so dass die Stadt im Jahr 2005 den Bürgersteig vor den Häusern absperren musste: Herabfallende Fassadenteile gefährdeten die Passanten.

Erst der Druck einer Anwohnerinitiative führte im Frühjahr 2008 dazu, dass die Stadt mit Sicherungsmaßnahmen die Gefahr bereinigen konnte.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer