VEM modernisiert ihr Tagungszentrum für 4,5 Millionen. Rheinische Kirche investiert weitere rund drei Millionen in Nebengebäude.

Hardt
Der bisher ungenutzte Innenhof des Gebäudes an der Missionsstraße wird komplett überdacht und großzügig gestaltet. (Zwei Fotos)

Der bisher ungenutzte Innenhof des Gebäudes an der Missionsstraße wird komplett überdacht und großzügig gestaltet. (Zwei Fotos)

Der Grundcharakter soll aber bestehen bleiben. Der Zugang in das Gebäude erfolgt nach dem Umbau direkt gegenüber von Audimax und Kapelle.

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Der bisher ungenutzte Innenhof des Gebäudes an der Missionsstraße wird komplett überdacht und großzügig gestaltet. (Zwei Fotos)

Hardt. Der Heilige Berg mit seinen kirchlichen Einrichtungen und der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) bekommt ein neues Gesicht: Am Montag beginnen die umfangreichen Modernisierungsarbeiten rund um das Tagungszentrum an der Missionsstraße. Dort entsteht ein moderner Komplex mit einem großen Tagungssaal, einem ansprechenden Foyer und 104 Betten in 75 Zimmern (auch Familienzimmer sind dabei), die alle ein eigenes Bad haben. Das Projekt kostet die VEM 4,5 Millionen Euro. Im März 2013 – pünktlich zu einer großen interkulturellen Tagung – soll alles fertig sein.

Weil der Eingangsbereich von der Rückseite des Gebäudes nach vorne verlegt wird und der Zugang dann direkt gegenüber von Audimax und Kapelle der kirchlichen Hochschule liegt, erfährt das Gelände eine grundsätzliche Umgestaltung. Ein weiteres Gebäude, in dem der Speisesaal untergebracht ist, wird von der Rheinischen Kirche abgerissen und für rund drei Millionen Euro neu aufgebaut.

Schon lange habe das Gebäude zeitgemäßen Standards nicht mehr genügt, so die VEM, beispielsweise Anforderungen an den Brandschutz. Auch die vielen Doppelzimmer und die Ausstattung der Tagungsräume waren veraltet. „Es gab keine Alternative“, sagt Matthias Börner, Leiter des Zentrums. „Das Haus hat jedes Jahr Defizite eingefahren.“

Wuppertal ist die Weltzentrale der Vereinten Evangelischen Mission

Die VEM habe sich für Wuppertal als „Weltzentrale der VEM“ ausgesprochen und will damit ihre über 100-jährige Tradition der Bildungsarbeit fortsetzen. Früher war der Heilige Berg nicht nur Ausbildungsstätte für Missionare, sondern sie kehrten auch für ihren Heimaturlaub nach Wuppertal zurück.

Voraussichtlich im Mai rückt der Kran an, vorher wird vor allem im Innenbereich gearbeitet. „Die Architekten wollen Charme und Charakter des Gebäudes bewahren“, sagt Börner. Der Entwurf von Lepel & Lepel aus Köln ergänzt das historische Gebäude um einen großzügigen Empfang mit viel Glas. Der bisher ungenutzte Innenhof wird überdacht.

Die Vereinte Evangelische Mission ist eine internationale Gemeinschaft von 34 Kirchen in Afrika, Asien und Deutschland und den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. Die Geschäftsstelle ist in Wuppertal, daneben gibt es regionale Büros in Afrika (Daressalam) und Asien (Medan).

2012 bleibt das VEM-Tagungszentrum geschlossen. 2013 wird es wieder eröffnet. Auch das Völkerkundemuseum muss ausziehen, um dann ein Jahr spätr in neu gestalteten Räumen wiederzueröffnen. Für einige Exponate werden andere Ausstellungsorte gesucht. Andere werden eingelagert. Das museumspädagogische Programm steht Kindertagesstätten und Schulen weiter zur Verfügung.

Den Tagungsbetrieb führt die VEM in einer GmbH mit der Evangelischen Kirche im Rheinland. Der Seminarbetrieb geht trotz Umbaus weiter, u.a. im Tagungszentrum der Bahn und bei der CVJM auf der Bundeshöhe.
www.vemission.org

Außerdem bekommt das Tagungszentrum einen Empfangsbereich, einen Treffpunkt mit Sitzmöglichkeiten und ein Bistro. Das historisch gestaltete Treppenhaus wird erhalten und stärker in den Blick gerückt. „Eine zentrale Anlaufstelle hat uns gefehlt. Die Teilnehmer hatten keine Möglichkeit, sich auszutauschen“, sagt Matthias Börner. Für die einzelnen Arbeiten will die VEM vor allem Wuppertaler Unternehmen einsetzen.

Im Tagungszentrum der VEM übernachten rund 10 000 Gäste jährlich. Rund ein Drittel von ihnen nimmt auch am Bildungsangebot vor Ort teil. Das Zentrum bietet unter anderem Kurse für Vikare und Absolventen des Freiwilligendienstes an sowie zahlreiche interkulturelle Angebote für Pfarrer und Ehrenamtliche und ist damit vor allem für die Kirche eine zentrale Anlaufstelle.

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