Die letzte Mieterin in dem Gebäude hatte genau das befürchtet.

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Fatma Bingöl in ihrer durchnässten Wohnung am Arrenberg.

Fatma Bingöl in ihrer durchnässten Wohnung am Arrenberg.

Wolfgang Westerholz

Fatma Bingöl in ihrer durchnässten Wohnung am Arrenberg.

Elberfeld. Fatma Bingöl hat der Anblick ihrer Mietwohnung an der Friedrich-Ebert-Straße den Rest gegeben. Weinend steht sie am Vormittag in auf dem durchnässten Teppichboden im Wohnzimmer. "Es sah so aus, als habe sich das Wasser jeden nur erdenklichen Weg gesucht. Es kam sogar aus den Steckdosen", berichtet der Anwalt der 70-Jährigen, Christian Hörning, gegenüber der WZ. Ein Eindruck, den Nachbar Frank Ehlert bestätigt. An ihn wendet sich die völlig verzweifelte ältere Frau in ihrer Not, er informiert umgehend die Feuerwehr. Als die wenig später anrückt, ist die Wohnung im ersten Stock kaum noch zu retten. Jetzt müsse da kräftig renoviert werden, vorher seien die Räume nicht mehr beziehbar, schätzt Anwalt Hörning.

Das Ungemach war absehbar. Wie berichtet, musste Fatma Bingöl bereits vor Jahreswechsel die ehemalige Werkswohnung der Firma Elba verlassen, weil ihr laut Anwalt Hörning die Heizung abgestellt worden war. Sie kam bei Verwandten unter, schaute in ihrem Zuhause aber regelmäßig nach dem Rechten. Anfang Januar kam auch kein Wasser mehr, dicke Eiszapfen hingen an den Hähnen.

Das Tauwetter hat nun für die nächste Eskalationsstufe in einem bizarren Mietstreit gesorgt. Fatma Bingöl ist die letzte Bewohnerin des Hinterhauses auf dem Areal, das Arrenberg-Investor Bodo Küpper gehört. Der Hausbesitzer wehrt sich über seine Anwälte gerade gegen zwei einstweilige Verfügungensverfahren, mit denen Bingöls Anwalt erreichen will, dass Heizung und Wasser in der Mietwohnung wieder angestellt werden. Schließlich habe die 70-Jährige regelmäßig ihre Miete gezahlt.

Die gegnerische Seite erklärte unterdessen schriftlich, man habe aufgrund defekter Rohre die Hauptzuleitungen für das gesamte Gebäude gesperrt.
Die Feuerwehr bestätigte gegenüber der WZ allerdings, dass die Einsatzkräfte den Haupthahn im Vordergebäude abgedreht hätten. Ein Widerspruch, der wohl vor Gericht geklärt werden muss. Verhandelt wird am 21. Januar. Fatma Bingöl wohnt derweil weiter bei Verwandten.

Geplatze Rohrleitungen sind bei einsetzendem Tauwetter nach jeder längeren Frostphase immer wieder ein Problem. Bis zum Mittwoch zählte die Feuerwehr mehr als zwei Dutzend Einsätze, bei denen es um zugefrorene und nun geborstene Wasserleitungen ging. Betroffen sind meist ungeheizte oder leer stehende Häuser, aber auch Rohre im Außenbereich.

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