Bezirksvertretung folgt dem Vorschlag der Verwaltung. Die Umsetzung soll in den kommenden Wochen erfolgen.

Bezirksvertretung folgt dem Vorschlag der Verwaltung. Die Umsetzung soll in den kommenden Wochen erfolgen.
Dies soll bald kein seltener Anblick mehr sein: Radler können dann auch gegen die Einbahnstraße fahren. Archiv

Dies soll bald kein seltener Anblick mehr sein: Radler können dann auch gegen die Einbahnstraße fahren. Archiv

Stefan Fries

Dies soll bald kein seltener Anblick mehr sein: Radler können dann auch gegen die Einbahnstraße fahren. Archiv

Elberfeld. Die Fahrradlobby fordert sie schon seit langem: Die Öffnung von Einbahnstraßen für den gegenläufigen Radverkehr. „Und Wuppertal ist da wirklich auf einem guten Weg“, lobt Christoph Grothe von der IG Fahrradstadt. Gut 400 Einbahnstraßen gibt es im Stadtgebiet. An die 200 dürften bald freigegeben sein. Zuletzt gab die Bezirksvertretung Elberfeld grünes Licht für weitere Straßen vor allem am Ölberg – und folgte damit dem Beschlussvorschlag der Verwaltung. „Diskussionen darüber hat es nicht gegeben“, so Bezirksbürgermeister Hans-Jürgen Vitenius (SPD).

Fahren in Gegenrichtung dürfen die Radler bald unter anderem auf Teilstücken der Marienstraße oder Schusterstraße, auch die Auer Schulstraße am Laurentiusplatz wird freigegeben. „Die Umsetzung erfolgt in den nächsten Wochen“, erklärt Norina Peinelt, Fahrrad- und Fußgängerbeauftragte der Stadt Wuppertal. Viel Aufwand sei dafür gar nicht nötig, lediglich neue Markierungen und neue Schilder. Auch der Kostenaufwand halte sich in Grenzen.

Grundsätzlich, so betonte die Verwaltung stets, wolle man alle 400 Einbahnstraßen unter die Lupe nehmen. Alle kommen für eine Öffnung allerdings nicht in Frage, das haben schon erste Überprüfungen gezeigt.

„Wuppertal ist da auf einem guten Weg.

Christoph Grothe, IG Fahrradstadt

Voraussetzung ist unter anderem, dass die zulässige Höchstgeschwindigkeit in dem Bereich nicht mehr als 30 km/h beträgt und eine eine ausreichende Begegnungsbreite vorhanden ist – ausgenommen an kurzen Engstellen. Bei Linienbusverkehr oder bei stärkerem Verkehr mit Lastkraftwagen muss diese mindestens 3,5 Meter betragen, heißt es in den Vorgaben der Stadt. Ein Grund zum Beispiel, warum die Straße Hombüchel für Radler in Gegenrichtung tabu bleibt. „Dort fahren Busse und die erforderliche Breite ist auf keinen Fall gegeben“, so Peinelt.

Aufgeschoben, aber nicht aufgehoben heißt es bei der Sophienstraße. „Durch die Sperrung der B 7 herrscht in dem Straßenabschnitt zwischen Friedrich-Ebert-Straße und Aue viel mehr Durchgangsverkehr“, erklärt Peinelt. Der Einmündungsbereich Sophienstraße/Friedrich-Ebert-Straße sei ohnehin nicht ohne, gab es in den vergangenen Jahren doch schon mehrfach Unfälle zwischen Kfz-Verkehr und Fußgängern. Deshalb habe man in Abstimmung mit der Polizei die Freigabe der Sophienstraße erst einmal bis nach dem Ende der Sperrung zurückgestellt. „Sie soll aber kommen“, betont Peinelt. Angepeilt sei Ende 2017/Anfang 2018. Dazu soll es dann auch einen neuen Antrag in der Bezirksvertretung geben.

„Es ist ja schon positiv, dass die Sophienstraße nur zurückgestellt wurde“, sagt Grothe, der die Gründe nachvollziehen kann. „Es ist besser zu warten.“ Für ihn sei es ein großer Erfolg, wie viele Straßen frei sind.

Was das Thema Unfälle in den bislang freigegebenen Straßen angeht, sehen sowohl Stadt, als auch ADFC und IG Fahrradstadt keine Probleme. Manchmal merke man eben, dass sich die Autofahrer noch an die neue Situation gewöhnen müssten. Aber gefährlich sei es kaum.

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