Simonsstraße: Art of Movement soll mit Gasdruckwaffen geschossen haben. Verein bestreitet das.

Arrenberg. Das ist in dieser Form bisher einmalig: Per Verwaltungsgerichtsbescheid hat das Sportamt dem Kampf- und Freizeitsportverein Art of Movement die Nutzungsgenehmigung für die Turnhalle Simonsstraße entzogen. Grund: Dort seien entgegen dem Verbot für Waffen jeglicher Art in allen städtischen Hallen vom Verein Luftdruckwaffen, Armbrüste und Wurfmesser benutzt worden. Per E-Mail habe die Stadt im Dezember Hinweise darauf erhalten und diese bei einer Besichtigung der Halle bestätigt gesehen. So seien an einer Wand im Bereich des Prallschutzes Einschusslöcher sichtbar. In einem habe sogar noch ein Projektil festgesteckt. Weitere Projektile seien im Eingangsbereich gefunden worden. Im Vorraum gebe es Schränke mit der Aufschrift Wurfmesser und Wurfsterne. In einer Anzeige bestätige ein ehemaliges Vorstandsmitglieds diese Vorwürfe.

Vereinsvorsitzender spricht von Stasi-Methoden

Dass der Vereinsvorsitzende Helmut Klaus diese bestreitet, sehe man als Schutzbehauptung und halte es nicht für plausibel, heißt es in dem Widerruf der Nutzungsgenehmigung. Sportamtsleiter Norbert Knutzen wollte dem mit Verweis auf den Verwaltungsgerichtsbescheid, der sofort zu vollstrecken ist (die aufschiebende Wirkung eines Widerrufs ist außer Kraft gesetzt) nichts hinzufügen.

Der Verein hat einen Anwalt eingeschaltet und Widerspruch eingelegt. „Wir benutzen in der Halle keine Schusswaffen, das geschieht auf einem Schießstand in Hattingen. Würde ich anderes dulden, würde ich mich ja strafbar machen“, sagt Klaus und verweist darauf, dass sein Verein mehrfach zertifiziert, unter anderem Mitglied der „Allianz für Sicherheit im Bergischen Land Bürger & Polizei“ sei.

Verbal fährt er schwere Geschütze auf, wirft der Stadt in einer Stellungnahme „Stasi-Methoden“ vor und, „mit Kanonen auf Spatzen zu schießen“. Hinter den Anschuldigungen steckten seiner Ansicht nach ehemalige Vorstandsmitglieder des Vereins, die mit ihm im Rechtsstreit stünden. Bei den Wurfsternen und Schlagstöcken, die für die Ninjutsu – spirituelle Kriegskunst der Ninja – verwendet würden, handele es sich um Übungswaffen, teils aus Gummi, teils stark gepolstert. Alle Vorwürfe beruhten aus seiner Sicht nur auf Vermutungen. gh

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